September 30

Stickis & Alices Blamagen #01: Der Fluch des Hausmeisters

Als ich gerade damit anfing, mein Haus auf einem neuen Minecraft-Server zu bauen, ging mir das Baumaterial aus und ich war dazu gezwungen, etwas weiter vom Spawn entfernt, nach Bäumen zu suchen.
Ich versuchte es hinter den etwas kleineren Bergen, um nicht zu viel meiner Energie zu verlieren.
Nun musste ich mich mit dem Abstieg beeilen, da es bereits dunkel wurde und nicht mehr viel Zeit verblieb, bis es Nacht war.

Kaum erreichte ich das Tal hinter den Bergen, traute ich kaum meinen Augen… Dort stand tatsächlich eine spärlich beleuchtete, riesige Villa.
Obwohl in ihr Licht brannte, war kein Mensch zu sehen. Auch sonst schien es eher ruhig zu sein. Da niemand anwesend war und ich mir dachte, dass es niemanden stören würde, zog ich mich in eines der Zimmer zurück und war bereit dazu, die Nacht dort zu verbringen,
um am Morgen nach Baumaterial zu suchen.

Der Fluch des Hausmeisters  - Villa
Die besagte Villa.

Die Nacht schien endlos zu sein und meine Energie neigte sich dem Ende zu. Ich brauchte etwas zu Essen, Nahrung, um diese Nacht heil zu überstehen.
Also begab ich mich auf die Suche nach der Küche, um mir etwas zuzubereiten. Auf meiner Suche hörte ich etwas vom Ende des Ganges.
Eigentlich war es relativ dumm, weiter nachzuforschen, allerdings ließ mich meine Neugierde nicht in Ruhe.
Am Ende des Flurs angekommen, öffnete sich quietschend die Tür der Bibliothek und ich trat ein.
Von einem der hinteren Regale bemerkte ich ein leises Poltern.

Als ich mir den Weg durch die Bücherregale bahnte, lief ich an Kitty Cathys Creepypastas und einigen anderen Buchreihen vorbei.
In der hintersten Ecke fand ich lediglich einige Fassungen von „Alice’s Adventures in Wonderland“ in allen möglichen Sprachen.
Ich entschied mich dafür, weiter nach der Küche zu suchen, da mich mein neugieriges Verhalten einiges an Restenergie gekostet hatte.

So ging ich also weiter den Flur entlang und fand endlich ein Schild mit der Aufschrift „Küche“.
Ich trat ein, jedoch war es recht dämlich von mir, tatsächlich zu glauben, dass man in einer alten und verlassenen Villa noch etwas essbares finden würde.
Die Hoffnung nicht aufgebend, dass irgendjemand etwas anderes, als verrottetes Fleisch zurückgelassen hätte, begab ich mich in den dunklen, tiefen Weinkeller.

Auf dem Weg nach dort unten, sah ich kaum meine eigene Hand vor Augen. Unten angekommen, musste ich feststellen, dass man dort leider nur leere Flaschen gelagert hatte. Doch was war das? Am anderen Ende des Kellers befand sich ein kleiner Spalt im Weinregal.
Ich schlüpfte durch ihn hindurch und befand mich nun in einem dunklen Gang. Der Treppe folgend gelang ich in einen versteckten Raum.

Der Raum war dunkel.
Alles, was ich erkennen konnte, waren einige Gefängnis-ähnliche Zellen mit dicken Gitterstäben,
ein großes Wasserbecken mit einem darüber befestigten Haken und eine Streckbank in der rechten, hinteren Ecke.
Von diesem abartigen Anblick bekam ich langsam doch ein seltsames Gefühl in meinem Magen.
Plötzlich entdeckte ich einen Schalter an der Wand. Ich versuchte, mit Hilfe des Schalters, für etwas Licht zu sorgen.
Das klappte auch soweit ganz gut, aber auf einmal sah ich, wie eine Redstone-Leitung aufleuchtete. Da sie zu keiner Schaltung führte, sondern lediglich in eine leere, kleine Kammer mit einigen Haken und Seilen, welche miteinander verschnürt waren, begann ich damit, die Leitung abzubauen.
Es vergingen keine 2 Sekunden, ehe ich merkte, dass ich sie nicht abbauen konnte. Irgendetwas stimmte hier nicht.
Erst jetzt fiel mir auf, dass dieses leuchtende Rot viel mehr am Boden zu kleben schien, als dass es ihn überlagerte.
Konnte das wirklich sein? Nein, niemals. Es gibt kein Blut in Minecraft. Das musste einfach nur ein Bug sein.

Als ich die kleine Kammer untersuchte, sah ich in der großen Zelle direkt neben mir, einen dunklen Schatten vorbei huschen.
Ich wollte schnell wieder von diesem Ort des Grauens verschwinden und rannte schnell zurück ins Erdgeschoss, zur Küche.
In der Küche angekommen, hörte ich sehr seltsame Laute aus dem Weinkeller nach oben hervordringen.

Mein Energievorrat war mir zu diesem Zeitpunkt völlig egal. Ich wollte einfach nur noch weg von dort.
Sofort ging ich nach draußen, um zurück zu meinem kleinen Haus zu kommen, doch da musste ich bemerken, dass die großen Tore vor der Villa verschlossen waren.
Da ich weder weiterkam, noch zurück in diese Villa wollte, blieb es mir nur übrig, mich hinter dem großen Gebäude etwas umzusehen.
Direkt hinter der Villa sah ich eine kleine, einfach gebaute Holzhütte mit der Aufschrift „Hausmeister“.
Die Tür war natürlich abgeschlossen, jedoch konnte ich kurz hineinblicken, bevor mich ein übler Schauder überkam.
Durch das Fenster der Holztür konnte ich eine Axt aus Eisen und, am Boden der Hütte, einen Kopf identifizieren.

Aufgrund dieser üblen Dinge, hielt ich mich nicht mehr länger vor der kleinen Holzhütte auf und ging weiter an der Hinterseite der Villa entlang.
Durch die Fenster blickend, erkannte ich jeden Raum im Erdgeschoss sofort.
Doch ein Raum… direkt in der Mitte der Villa… ließ es mir kalt den Rücken hinunterlaufen.
Dort standen zwei Betten und eine große Truhe. Ich kannte diesen Raum nicht.
Zwar befanden sich an der Decke des Zimmers zwei Falltüren, jedoch fand ich in der Villa selbst keine einzige am Boden der Gänge.

Während ich darüber nachdachte, wie dieses Zimmer dort zustande kam, merkte ich nicht, dass ich durch meinen fehlenden Energievorrat bereits
an Lebensenergie verloren hatte und schlussendlich starb.

Natürlich klickte ich auf „Wiederbeleben“, doch statt in dem kleinen Zimmer zu spawnen, in welchem ich das letzte mal schlief,
befand ich mich plötzlich auf dem Dachboden. Eigentlich wollte ich mich etwas umsehen, aber da sah ich, dass ich auf einer eigenartigen Vorrichtung lag. Ja, ich LAG dort. Nachdem ich herausbekam, wie ich aufstehen konnte, sah ich mir dieses Gerät etwas genauer an. Es war eine Guillotine.
Vor ihr lag bereits ein abgeschnittener und verfaulter Kopf, außerdem stand ein kleiner Eimer als Auffang-Behälter auf dem Boden.

In diesem Moment erschien eine Nachricht im Chat: „<Hausmeister> Verlasse diesen Ort, sonst wird es dir genauso ergehen, wie all den anderen.“
Dies erschreckte mich so sehr, dass ich umgehend nach draußen laufen wollte.
Als ich auf dem Weg nach unten war, bemerkte ich, dass ich meine Steinaxt scheinbar auf dem Dachboden verlor.
Ein letztes Mal musste ich noch nach oben, allerdings existierte der Dachboden plötzlich nicht mehr. Dort, wo ich gerade herkam, war nun eine Wand.
Nun war mir wirklich alles egal, ich wollte einfach nur noch raus. Ganz gleich, ob ich mir alles neu craften musste.
Auf dem Weg nach draußen hörte ich pausenlos das Klopfen von Zombies, als wenn jemand gegen die Zimmertüren hämmern würde.

Endlich draußen angekommen, wurde es langsam wieder Tag und die Tore schienen auch wieder geöffnet zu sein.
Ich warf einen letzten Blick zurück, zum Fenster des Dachbodens. Dort erblickte ich eine eigenartige Gestalt, die mich zu beobachten schien…

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Verfasser: Alice & Sticki

September 28

Die Nachtwache

Nicole saß auf einem Holzstuhl und schaute aus dem Fenster ihres Zimmers. Die Vorhänge waren so zugezogen, dass sie nicht nach draußen sehen konnte. Sie schaute einfach in das dunkle Nichts der Vorhänge. Nicole konnte sie im Zimmer gegenüber Reden hören. Sie ließen die Tür wohl absichtlich offen, damit sie alles hörte.

„Sie schläft einfach nicht ein“, sagte Nicoles Mutter, „höchstens ein paar Stunden in der Woche und auch nur, wenn ich im Raum bin.“

„Letzte Woche verließ ich ihr Zimmer für ein paar Minuten. Ich wollte mir einen Tee machen. Als sie aufwachte und mich nicht sah, fing sie so verflucht laut an zu Schreien. Ich habe noch nie jemanden so laut schreien gehört.“

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