Februar 15

Bedtime II – The Aftermath

Nachdem ich meine grausigen Erlebnisse erzählte, die ich als 8-Jähriger erlebt hatte, haben mich viele dazu ermutigt über die Zeit nach den Ereignissen zu sprechen. Ich habe gezögert, da ich beunruhigt war, seitdem ich mein Schweigen brach. Ich konnte die letzten Nächte sehr schwer einschlafen. Meine Zweifel waren nachgiebig, also werde von den Ereignissen im anderen Zimmer berichten.

Dies sollte nicht allzu lange dauern, da es nur ein paar Tage andauerte, aber das hatte mir schon gereicht.

Ihr erinnert euch, nachdem mich der unwillkommene nächtliche Besucher verließ bekam ich ein neues Schlafzimmer. Der Raum war viel größer als der vorherige und hatte eine warme und einladende Atmosphäre. Einige Räume fühlen sich schlecht an. Das Zimmer vorher fühlte sich faulig an, dieser hier aber nicht.

Glücklicherweise bekam ich ein normales Bett. Das Vorherige wurde auseinandergenommen und rausgeworfen – ein willkommener Anblick, wenn ich anmerken darf. Ich liebte mein neues Zimmer und freute mich über so viel Platz für mein Spielzeug. Ich war glücklich, dass der Platz groß genug war, damit Freunde vorbei kommen konnten, aber vor allem war ich erleichtert aus dem unbehaglichen Teil des Hauses raus zu sein.

In der ersten Nacht schlief ich tiefer als ich es für lange Zeit getan hatte. Natürlich bewegte ich mein Bett von der Wand weg. Ich erzählte meiner Mutter, dass ich und meine Freunde die Lücke zwischen Bett und Wand als Versteck beim Spielen nutzten.

Am nächsten Tag wachte ich erfrischt und ausgeruht auf. Als ich da lag und einige meiner Lieblingscartoons auf einem kleinen tragbaren Fernseher ansah, bemerkte ich etwas Sonderbares. Ein dunkler alter Armsessel, der schon immer da war, stand am Ende meines Bettes. Er war ausgefranst und abgenutzt, wurde uns damals von meinem Cousin überlassen, aber er wurde schon zu seiner Zeit sehr oft benutzt. Der Stuhl selbst war nicht ungewöhnlich, aber ich hätte schwören können, dass er am Tag zuvor nicht zum Bett hin stand. Jetzt, im kalten Tageslicht, war er zu mir gedreht. Ich nahm an, dass meine Eltern ihn bewegt hatten während ich schlief, vermutlich um etwas zu suchen, was hier zurückgelassen wurde, als die Räume getauscht wurden.

Die zweite Nacht war nicht so erholsam. Es war gegen 23 Uhr und ich konnte den Fernseher meiner Eltern von der anderen Seite des Hauses hören. Das Zimmer lag größtenteils in Dunkelheit, die einzige Beleuchtung war ein oranger Farbton, der von der Straßenbeleuchtung durch mein Fenster strömte. Ich lag zufrieden da, bis ich etwas leises aber untrügliches hörte.

Zuerst dachte ich, es wäre mein eigener Atem, aber als ich für einen Moment inne hielt, hörte das leise fast unhörbare Atmen in meinem Zimmer nicht auf. Es dauerte an, rhythmisch und ohne Pause.

Ich lag dort in der Dunkelheit, aber während ich mich noch von dem Schrecken in meinem alten Schlafzimmer erholte, hatte ich nicht wirklich Angst. Das Atmen war weit entfernt und anders als das Keuchen, welches ich gehört habe während der Begegnung mit dem Ding in der Wand, blieb dieses ruhig. Sogar in diesem jungen Alter glaubte ich, dass es meine Fantasie war, die mir einen Streich spielte, da das Atmen fast unmerklich war.

Dennoch, ich ließ keine Möglichkeit aus, verließ ich das Bett, durchquerte den Raum und schaltete das Licht an. Das Geräusch war weg. Ich starrte auf diesen alten, abgewetzten Sessel, der zum Bettende zeigte, so nah, dass ich in Reichweite wäre, wenn ich schlafe. Ich drehte den Sessel um. Ich hatte keinen wirklichen Grund dies zu tun, aber etwas daran erfüllte mich mit Furcht.

In der dritten Nacht war ich nicht mehr so furchtlos. Wieder wachte ich in der Dunkelheit auf. Ich lag dort auf meinem Rücken und starrte die Decke an, welche erfreut zu sein schien, das dämmrige orange Licht der Straßenlampen aufzufangen. Der Baum außerhalb meines Fensters schwankte in einer ruhigen Brise und warf merkwürdige, sich bewegende Schatten in den Raum.

Ich konnte nichts außer das entfernte leise Rauschen des Stadtverkehrs hören. Gerade als ich wieder in die Traumwelt zurücktrieb hörte ich es. Ein Knarren vom Fuße meines Bettes, als ob sich etwas bewegt oder sein Gewicht auf dem Boden verlagert hätte.

Ich hob meinen Kopf und spähte in die Dunkelheit, aber sah nichts Ungewöhnliches. Alles war genau dort wo es auch am Tag gewesen war, alles war an seinem Platz. Mein Blick schweifte durch den Raum… einige Comics am Boden, einige noch nicht ausgepackte Kisten und auch der Sessel stand unbewegt da, vom Bett weggedreht zur anderen Seite. Es war nichts Böses hier.

Ich war nun wirklich wach, blickte flüchtig zu meinem Fernseher und zog in Erwägung noch etwas das Nachtprogramm zu genießen. Den Ton müsste ich natürlich leise drehen, da mein älterer Bruder es sonst nebenan hören und mir sagen würde, den Fernseher wieder auszuschalten.

Gerade als ich mich im Bett aufsetzte hörte ich es erneut. Ein leises Knarren begleitet von einem Geräusch, das von geringfügigen Bewegungen herrührte. Ich sah mich erneut um. Die dunklen orangen Schatten, die durch die Blätter an meinem Fenster in den Raum geworfen wurden, nahmen nun eine bedrohlichere Form an.

Ich hatte immer noch keinen Grund verängstigt zu sein. Ich starrte den Sessel am Ende meines Bettes an, bemerkte aber nichts Merkwürdiges. Es ist normal, dass der Verstand einen Moment braucht um zu verstehen, was er sieht. Es braucht Zeit das gesamte Grauen dessen zu erfassen, was sich vor einem befindet, in einem Moment kalter und bitterer Erkenntnis.

Ja, ich starrte auf den alten, abgewetzten Armsessel, aber ich starrte auch die Person an, die in ihm saß!

Im schummrigen Licht konnte ich nur die Kontur seines Hinterkopfes sehen, der Rest wurde von der Rückenlehne des Sessels verdeckt. Ich saß regungslos da, starrte, betete und hoffte, dass meine Augen von der Umgebung in die Irre geführt wurden. Das langsame Knarren, verursacht durch seine Bewegungen auf seinem abgenutzten Thron, ließen mir das Blut in den Adern gefrieren. Das war kein bloßer Trick der Dunkelheit.

Dann bewegte es sich auf die rechte Seite. Ich wusste, was es tat: Es drehte sich um, um mich anzusehen. Es zu erkennen war schwierig, denn selbst in diesem Raum schien das Ding dunkler als alles Andere. Ich sah etwas wie lange Finger über den Sesselrücken kriechen. Stille lag im Raum bis auf das Geräusch, welches das Ding auf seinem Sitz machte und den Krach, den mein heftig schlagendes Herz verursachte.

Zuerst konnte ich die Kontur der Stirn ausmachen, aber dann erhob es sich und enthüllte zwei leuchtende Punkte im Dunkeln, eingelassen in den tiefen Augenhöhlen.

Es starrte mich an.

Ich schrie und innerhalb eines Wimpernschlages kamen mein Bruder und meine Mutter in meinen Raum, schalteten das Licht an und fragten, ob ich einen weiteren Alptraum hatte. Ich saß stumm da, bemerkte sie kaum und starrte wie besessen auf den nun leeren Armsessel.

Ich war nur noch ein paar Tage in dem Raum, bevor wir plötzlich umzogen. Ich sah in den weiteren Nächten nichts. Als ich das letzte Mal dort schlief, wachte ich auf, da ich spürte, wie mir jemand seinen warmen Atem in mein Ohr blies. Ich sprang aus dem Bett und schaltete das Licht an. Der langsame, rhythmische Atem des Ungesehenen blieb und war lauter als zuvor. Ich verbrachte die restliche Nacht auf dem Sofa im Wohnzimmer.

Zwei Jahre später schlief ich tief und fest in unserem neuen Haus in meinem Bett. Es gab seither keine Vorkommnisse und ich war sicher, dass ich die Eigenartigkeiten hinter mir gelassen hatte, die mich in dem kleinen durchschnittlichen vorstädtischen Haus geplagt hatten.

Ich bekam von ihnen allerdings ein Abschiedsgeschenk. Meine Peiniger (und meiner Meinung nach war der Beobachter im Sessel eine andere Wesenheit als das Ding im schmalen Raum) hatten eine letzte Überraschung auf Lager. Wie ein Tier, das sein Revier einfordert, war ich nicht völlig aus ihren Fängen.

Für einen letzten, entsetzlichen Moment fühlte ich ihre Präsenz. Ich lag dort im Tiefschlaf, zwei Jahre seit den schreckenerregenden Ereignissen. Ich war in den Krallen eines Alptraums gefangen, wachte plötzlich auf und fand mich erfreulicherweise heil und sicher in meinem Bett wieder. Der Raum war dunkler als normalerweise. Ich stieß einen Seufzer der Erleichterung aus, den man normalerweise macht, wenn man aus einem Angsttraum aufwacht.

Aber der Raum war so dunkel.

Ich konnte kaum etwas erkennen, als ob etwas das Licht ausgelöscht hatte. Ich lachte in mich hinein, als ich erkannte, dass ich mir wohl im Schlaf meine Bettdecke über den Kopf gezogen hatte. Die Wolldecke fühlte sich kalt an, aber die Luft war etwas zu warm, fast stickig. Ich war gerade dabei die Decke für etwas Luft wegzubewegen, als ich es zum letzten Mal hörte.

Das rhythmische Atmen des Beobachters am Ende meines Bettes.

Furcht ergriff mich, gefolgt von Wut und Verzweiflung. Warum konnte ich nicht allein gelassen werden? Ich tat dann etwas völlig Seltsames. Ich beschloss zu ihm zu sprechen. Vielleicht wollte dieses Ding mir gar nichts tun, vielleicht war es sich nicht des Schreckens bewusst, welchen es verursacht hatte. Sicherlich verdiente ein Junge etwas Gnade?

Als das Atmen lauter wurde und näher kam, begann ich zu weinen. Ich konnte seine Präsenz auf der anderen Seite der Bettdecke spüren, sein Atem hing über mir wie ein flauer Wind.

Durch die Tränen hindurch sprach ich zwei Worte aus, Worte, die dem Ganzen sicherlich ein Ende bereiten würden.

„Bitte aufhören!“

Das Atmen veränderte sich, es wurde lebhafter, irgendwie schneller. Ich konnte nahe bei mir etwas schlurfen hören. Das Atmen bewegte sich dann, erst zurück zum Ende des Bettes, dann langsam durch den Raum, durch die Tür in den Flur und dann war es weg.

Halb weinend, halb ermutigt lag ich dort in der Dunkelheit, mein Gesicht immer noch unter der Decke. Ihr mögt vielleicht glauben, dass dies eine Art Sieg war, aber ich tue es nicht. Wenn diese Dinger real waren, so weiß ich jetzt frei von allen Zweifeln, dass ihre Absichten nicht fehlgedeutet wurden, sie waren pervers gefüllt mit Böswilligkeit. Ich würde normalerweise niemals solche Worte nutzen, um etwas zu beschreiben, aber sie beschrieben das Böse am ehesten.

Wie ich das wusste? Ich sage euch wie. Kurz nachdem es so schien, als hätte das Ding das Haus verlassen, drückte mich etwas kräftig runter und die Decke mit großer Kraft gegen mein Gesicht. Ich konnte eine große Hand mit langen, dünnen Fingern fühlen, welche die Decke um meinen Schädel wickelte. Seine Nägel drückten sich wie rasiermesserscharfe Zähne in mich hinein. Mir gelang es in die Lücke zwischen Bett und Wand zu rutschen, schnell schreiend aus meinem Zimmer zu rennen, meine Familie weckend.

Ich irre mich nicht, das Ding in der Dunkelheit versuchte mich zu ersticken.

Übersetzer: Sharwen

Originial: http://creepypasta.wikia.com/wiki/Bedtime_II:_The_Aftermath

Februar 7

CreepyPoem #01 – Ich liebe meinen Teddybär

Ich liebe meinen Teddybär.
Er ist so weich und kuschelig.
Ich habe ihn unendlich gern,
denn er war immer da für mich.

Mein Teddy, ist mein bester Freund.
Doch manchmal muss er einfach raus.
Wenn ich in meinem Bettchen träum,
dann schleicht er leise aus dem Haus.

Draußen erkundet er die Welt.
Im Dunkeln kann ihn keiner sehn.
Er jagt sie wie es ihm gefällt.
Hört wie sie laut um Gnade flehn.

Er schleppt sie in den Folterkeller.
Dort reißt er ihn die Arme aus
Wirft es dann auf seinen Teller.
Genießt so seinen Todesschmaus.

Mein Teddy hört sie gerne schrein
Er quält sie, schneidet sie in vier.
Erlöst sie so von ihrem Sein.
Doch bleibt er stehst mein Kuscheltier.

Autor: Melancholibrie

Februar 7

Bedtime

Die Schlafenszeit sollte für müde Kinder ein schönes Ereignis sein – für mich war es entsetzlich. Während sich andere Kinder beschwerten, dass sie zu Bett gebracht wurden bevor sie ihren Lieblingsfilm zu Ende gesehen oder ihr Lieblingsspiel fertig gespielt hatten, so war die Nacht für mich wahrlich furchterregend. Irgendwo in der hintersten Ecke meines Verstandes ist es dies immer noch.

Für jemanden, der in der Wissenschaft geübt ist, kann ich nicht prüfen ob das, was mir passierte, wirklich real war. Aber ich schwöre, dass das, was ich erlebt habe, wahrer Horror war. Eine Furcht, die in meinem Leben zum Glück bisher ihresgleichen sucht. Ich werde euch meine Erlebnisse so gut wie möglich nahebringen. Macht daraus, was ihr wollt, ich bin einfach nur froh, es mir von der Seele reden zu können.

Ich weiß nicht mehr genau, wann es anfing, aber meine Angst vorm Einschlafen deckt sich mit dem Zeitpunkt, als ich mein eigenes Zimmer bezog. Ich war zu der Zeit acht Jahre alt und habe bis dahin glücklich ein Zimmer mit meinem älteren Bruder geteilt. Es war vollkommen verständlich, dass ein Junge, der 5 Jahre älter war als ich, sich Raum für sich wünscht. Das Ergebnis war, dass ich das Zimmer auf der Rückseite des Hauses bekam.

Es war schmal, eng und seltsam gestreckt. Es war gerade mal groß genug für ein Bett und ein paar Kommoden, aber nicht viel mehr. Ich konnte mich aber nicht wirklich beschweren, denn bereits in diesem Alter habe ich verstanden, dass wir kein großes Haus hatten und ich keinen Grund hatte, enttäuscht zu sein, denn meine Familie war liebevoll und fürsorglich. Es war eine schöne Kindheit, zumindest am Tage.

Ein einsames Fenster ließ mich auf den hinteren Garten blicken, nichts Besonderes, aber doch sah es so aus als krieche das Licht zögerlich in den Raum.

Als mein Bruder ein neues Bett bekam erhielt ich das Etagenbett in welchem wir früher geschlafen haben. Auch wenn ich verärgert war alleine schlafen zu müssen so war ich doch aufgeregt, dass ich das obere Bett beziehen konnte, was mir doch abenteuerlich erschien.

Ich erinnere mich an ein seltsames Unbehagen, das seit der ersten Nacht langsam vom hintersten Teil meines Verstandes heran kroch. Ich lag im oberen Bett und starrte auf meine Actionfiguren und Autos auf dem grünblauen Teppich hinab. Während am Boden imaginäre Kämpfe und Abenteuer zwischen den Spielzeugen stattfanden, merkte ich, wie mein Blick langsam vom unteren Bett angezogen wurde, als ob sich im Rande meines Sichtfeldes etwas bewegt hätte. Etwas, das nicht gesehen werden wollte.

Doch das untere Bett war leer, einwandfrei gemacht mit einem dunkelblauem Laken, welches teilweise zwei fast langweilige weiße Kissen verdeckte. Zu dieser Zeit habe ich an rein gar nichts gedacht, ich war ein Kind und das Geräusch vom Fernseher meiner Eltern, das unter meiner Tür durchschlüpfte, badete mich in Sicherheit und Wohlgefühl.

Ich schlief ein.

Wenn man aus dem Tiefschlaf von etwas Bewegtem geweckt wird, kann es einen Moment dauern bis man wirklich versteht was gerade passiert. Der Nebel des Schlafes hängt noch über den Augen und Ohren auch wenn es hell ist.

Etwas bewegte sich, da gab es keinen Zweifel.

Zuerst war ich nicht sicher was es war. Alles war schwarz, nahezu stockfinster, aber es kam genug Licht von draußen hereingekrochen um den engen, erstickenden Raum zu umreißen. Zwei Gedanken kamen mir gleichzeitig. Der erste war, dass meine Eltern im Bett waren da der Rest des Hauses in Dunkelheit und Stille lag. Der zweite Gedanke bezog sich auf das Geräusch. Ein Geräusch, welches mich offensichtlich geweckt hat.

Als die letzten Netze des Schlafes verschwanden nahm das Geräusch eine bekanntere Form an. Manchmal können einen die simpelsten Geräusche aus der Fassung bringen, ein kalter Wind, der durch die Bäume streift, die Schritte eines Nachbarn, die unangenehm nah sind oder – wie in diesem Fall – Bettlaken, die in der Dunkelheit raschelten.

Das war es. Bettlaken, die in der Dunkelheit rascheln, als wenn es sich ein unruhiger Schläfer im unteren Bett wieder gemütlich machen will. Ich lag zweifelnd da und dachte, dass das Geräusch entweder Einbildung war oder vielleicht auch nur meine Katze, die etwas Komfortables für die Nacht suchte. Dann bemerkte ich, dass die Tür immer noch geschlossen war.

Vielleicht hatte meine Mutter nach mir gesehen und dabei hat sich die Katze hereingeschlichen.

Ja. Das musste es sein. Ich wandte mein Gesicht zur Wand, schloss meine Augen in vergeblicher Hoffnung wieder einzuschlafen. Als ich mich bewegte stoppte das Rascheln unter mir. Ich dachte ich hätte meine Katze gestört, realisierte aber schnell, dass der Besucher im unteren Bett weniger irdisch war wie eine Katze, die versucht zu schlafen, sondern viel unheilvoller.

Von meiner Präsenz alarmiert und aufgebracht begann sich der unruhige Schläfer heftig herumzuwerfen und zu winden, wie ein Kind, das einen Trotzanfall in seinem Bett hat. Ich konnte hören, wie sich die Bettlaken mit zunehmender Wildheit wandten und drehten. Furcht ergriff mich – nicht wie das subtile Gefühl von Unbehagen, das ich zuvor erlebte, sondern mächtig und entsetzlich. Mein Herz raste, als meine Augen panisch den Raum voller fast undurchdringlicher Dunkelheit absuchten.

Ich schrie.

Wie es die meisten Jungen tun rief ich instinktiv nach meiner Mutter. Ich konnte hören, wie sich am anderen Ende des Hauses etwas bewegte, aber als ich vor Erleichterung seufzte, da meine Eltern kamen um mich zu retten, begann das gesamte Hochbett heftig zu zittern, als ob es von einem Erdbeben ergriffen wurde, und kratzte an der Wand. Ich konnte hören, wie die Laken unter mir herumgeworfen wurden, als ob Bosheit sie quälte. Ich wollte nicht in Sicherheit springen, da ich befürchtete, dass dieses Ding im unteren Bett mich ergreifen und in die Dunkelheit ziehen könnte. So blieb ich hier mit weißen Fingerknöcheln, die meine eigene Bettdecke umklammerten wie einen Schutzschirm. Die Warterei schien endlos.

Endlich brach die Tür auf und ich lag dort und badete im Licht während der untere Teil des Bettes – der Ruheplatz meines unerwünschten Besuches – friedvoll und verlassen da lag.

Ich weinte und meine Mutter tröstete mich. Tränen der Furcht – gefolgt von Erleichterung – strömten mein Gesicht hinunter. Trotz des ganzen Horrors und der Erleichterung sagte ich ihr nicht, warum ich so aufgebracht war. Ich kann es nicht erklären, aber es war, als würde das Ding im unteren Bett wiederkommen, wenn ich nur darüber spreche oder nur äußere, dass es existiert. Ob dies die Wahrheit war, weiß ich nicht, aber als Kind fühlte es sich an als ob die unsichtbare Bedrohung in der Nähe war und zuhörte.

Meine Mutter legte sich ins untere leere Bett und versprach dort bis zum nächsten Morgen zu bleiben. Schließlich ließ meine Angst nach, Müdigkeit trieb mich wieder in den Schlaf, aber ich blieb rastlos und wurde öfters für einen Moment lang durch raschelnde Bettlaken geweckt.

Ich erinnere mich daran, dass ich den nächsten Tag irgendwo hin wollte, irgendwo sein wollte, außer in diesem engen erdrückenden Raum. Es war ein Samstag und ich spielte glücklich draußen mit meinen Freunden. Auch wenn unser Haus nicht groß war, waren wir froh einen langen abschüssigen Garten auf der Rückseite zu haben. Wir spielten oft dort, es war überwuchert und wir konnten uns in den Büschen verstecken, kletterten auf den riesigen Platanenbaum, der alles andere überragte, und konnten uns einfach in das Risiko imaginärer Abenteuer in wilden exotischen Ländern stürzen.

So lustig das auch alles war, gelegentlich wandten sich meine Augen zu dem kleinen Fenster. Es war gewöhnlich, unbedeutend und harmlos. Aber für mich war diese dünne Grenze ein Spiegel in eine seltsame, kalte Tasche der Furcht. Draußen konnte die üppige grüne Umgebung des Gartens, gefüllt mit den lachenden Gesichtern meiner Freunde, nicht das schleichende Gefühl auslöschen, welches langsam meinen Rücken raufkroch; jedes Haar stellte sich auf. Das Gefühl, dass etwas in diesem Raum mir beim Spielen zusieht und auf die Nacht wartete, wenn ich allein wäre; voller Hass.

Es mag euch sonderbar vorkommen, aber wenn meine Eltern mich für die Nacht zurück in mein Zimmer brachten, sagte ich nichts, ich protestierte nicht und versuchte nicht mal eine Ausrede zu erfinden warum ich dort nicht schlafen könnte. Ich ging einfach mürrisch in den Raum, kletterte die Stufen zum Bett hoch und wartete. Als Erwachsener würde ich jeden von meinem Erlebnis erzählen, aber selbst in diesem Alter fühlte es sich fast töricht an, über etwas zu sprechen wofür ich keinerlei Beweise hatte. Ich würde lügen wenn ich sagen müsste, dass dies mein hauptsächlicher Grund war. Ich fühlte immer noch, dass es dieses Ding erzürnen würde, wenn ich es nur erwähne.

Es ist komisch wie sich bestimmte Worte vor deinem Verstand verstecken können, egal wie offensichtlich sie sind. Ein Wort kam mir in der zweiten Nacht in den Sinn als ich dort in der Dunkelheit alleine lag, angsterfüllt, wissend um den fauligen Umschwung in der Atmosphäre; eine Verdickung der Luft, als ob sie jemand verschoben hatte. Als sich das Bettlaken unter mir wieder beiläufig bewegte, erhöhte sich mein Herzschlag da ich realisierte, dass etwas wieder einmal im unteren Bett war… das Wort, ein Wort, einst verbannt, von meinem Bewusstsein herausgefiltert und nun von jeglicher Unterdrückung befreit, schrie, schnappte nach Luft und brannte sich in meinen Verstand ein.

„Geist.“

Als ich diesen Gedanken fasste, bemerkte ich, dass der unwillkommene Besucher inne hielt. Die Bettlaken lagen ruhig und untätig da, aber sie wurden durch etwas Abscheulicheres ersetzt. Ein langsames, rhythmisches Atmen erhob sich und entschwand dem Ding unter mir. Ich konnte mir vorstellen, wie sich sein Brustkorb mit jedem erbärmlich krächzenden, keuchenden und verstümmelten Atemzug hob und senkte. Ich schauderte und hoffte, dass es ohne jeden weiteren Vorfall wieder verschwinden würde.

Das Haus lag wie schon in der Nacht davor unter dem undurchdringlichen Mantel der Dunkelheit. Es herrschte Stille bis auf den widernatürlichen Atem meines bisher ungesehenen Bettkameraden. Ich lag verängstigt da. Ich wollte nur, dass dieses Ding verschwindet und mich alleine lässt.

Was will es?

Dann geschah etwas absolut Erschreckendes: es bewegte sich. Es bewegte sich anders als zuvor. Als es sich im unteren Bett umherwarf, erschien es unbeherrscht, ohne Ziel, fast animalisch. Diese Bewegungen jedoch waren von Erkenntnis getrieben und es hatte eine Absicht. Das Ding, welches beabsichtigte einen Jungen zu terrorisieren, lag unter mir in der Dunkelheit und setzte sich langsam und unbekümmert auf. Sein schwerfälliges Atmen wurde lauter und nun trennten mich nur noch eine Matratze und ein paar dünne Holzlatten von den unheimlichen Atemzügen unter mir.

Da lag ich, meine Augen mit Tränen gefüllt. Eine Furcht, welche Worte allein nicht beschreiben konnten, jagte durch meine Adern. Ich hätte niemals geglaubt, dass sich diese Furcht noch hätte steigern können, aber ich lag komplett falsch. Ich malte mir aus, wie dieses Ding wohl aussah, wie es auf der Matratze unter mir saß, lauschend, in der Hoffnung auch nur den kleinsten Hinweis darauf zu erhaschen, dass ich wach war. Meine Fantasie verwandelte sich in Realität. Es begann die dünnen Latten zu berühren, auf denen ich saß. Es schien, als würde es sie vorsichtig streicheln – ich stellte mir vor es seien Finger und Hände, die über die Holzoberfläche strichen.

Dann stieß es ungehalten und mit großer Kraft zwischen zwei Latten in die Matratze. Trotz der Polsterung fühlte es sich an, als ob mir jemand seine Finger in die Seite getrieben hätte. Mich verließ ein mächtiger Schrei und das sich keuchend bewegende Ding unter mir antwortete damit, dass es das Bett wie die Nacht zuvor erzittern ließ. Kleine Farbflocken fielen von der Wand auf das Laken als der Bettrahmen an der Wand scharrte, vor und zurück.

Wieder wurde ich in Licht gebadet und dort stand meine Mutter, liebend und sorgend, wie sie immer war, mit einer beruhigenden Umarmung und Worten, welche meine Hysterie besänftigten. Natürlich fragte sie, was los war. Aber ich konnte nichts sagen, ich traute mich nicht. Ich wiederholte immer und immer wieder nur ein einziges Wort:

„Albtraum.“

Diese Ereignisse setzen sich die nächsten Wochen, wenn nicht sogar Monate, fort. Nacht für Nacht wurde ich von raschelnden Bettlaken geweckt. Jedes Mal schrie ich, um dem Wesen keine Zeit zu bieten, nach mir zu stoßen. Mit jedem Schrei wurde das Bett kräftig durchgeschüttelt, was stets aufhörte, wenn meine Mutter ins Zimmer kam und für den Rest der Nacht im unteren Bett schlief, unwissend der bösartigen Macht, die ihren Sohn nachts folterte.

Allmählich schaffte ich es, ein paar Mal Krankheiten vorzutäuschen und hatte einige mehr oder weniger gute Gründe, um im Bett meiner Eltern zu schlafen. Aber ich war öfters die ersten Stunden der Nacht an diesem Ort allein. Der Raum, in dem sich das Licht von außen nicht richtig zu setzen schien. Alleine mit dem Ding.

Mit der Zeit wird man unempfindlicher gegenüber allem Möglichem, egal wie entsetzlich es auch sein mag. Ich kam zu dem Schluss, dass mir dieses Ding nichts anhaben konnte, wenn meine Mutter in meiner Nähe war – was auch immer der Grund dafür sein mochte. Ich bin mir sicher, bei meinem Vater wäre es genauso gewesen, doch so liebevoll er auch war, es war schier unmöglich ihn zu wecken.

Nach einigen Monaten hatte ich mich an meinen nächtlichen Besuch gewöhnt. Seht dies jetzt nicht als eine Art überirdischer Freundschaft an, ich verabscheute dieses Ding. Ich fürchtete es immer noch. Ich konnte beinahe sein Begehren und seine mit perversem und verdrehtem Hass gefüllte Persönlichkeit spüren, sich nach mir sehnend.

Meine größte Furcht wurde im Winter real. Die Tage wurden kürzer und die längeren Nächte verschafften dem Schurken mehr Möglichkeiten. Es war eine schwierige Zeit für meine Familie. Meine Großmutter, eine wundervolle und sanfte Frau, verfiel seit dem Tod meines Großvaters. Meine Mutter versuchte ihr Bestes, um sie an unserer Gemeinschaft teilhaben zu lassen, aber Demenz ist eine grausame und degenerative Krankheit, die einer Person ihre Erinnerungen stielt. Bald schon erkannte sie niemanden mehr von uns und es war klar, dass sie in ein Altenheim musste.

Bevor sie umzog hatte meine Großmutter einige besonders schwere Nächte, weshalb sich meine Mutter entschloss bei ihr zu bleiben. So sehr ich meine Großmutter auch liebte und nichts als Seelenqualen aufgrund ihrer Krankheit hatte, fühlte ich mich schuldig. Meine ersten Gedanken drehten sich nicht um sie, sondern darum, was mein nächtlicher Besuch tun könnte, wenn ihm die Abwesenheit meiner Mutter bewusst würde. Ihre Präsenz war das Einzige von dem ich sicher war, dass es mich vor dem ganzen Grauen und deren Tragweite beschützen konnte.

An dem Tag hastete ich nach Hause und riss sogleich das Bettzeug und die Matratze des unteren Bettes raus, entfernte alle Holzlatten und platzierte dort nun einen alten Schreibtisch, eine Kommode und einige Stühle, die wir in einem Schrank aufbewahrten, wo einst das Hochbett stand. Ich erzählte meinem Vater, ich würde mir ein „Büro einrichten“, was er hinreißend fand. Aber ich wäre verdammt gewesen, wenn ich diesem Ding auch nur eine weitere Nacht einen Schlafplatz bieten würde.

Als sich die Dunkelheit näherte, lag ich dort, wissend, dass meine Mutter nicht im Haus war. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Mein einziger Impuls war, mich zu ihrem Schmuckkästchen zu schleichen und ein kleines vertrautes Kruzifix herauszunehmen. Während meine Familie nicht sehr religiös war, glaubte ich in diesem Alter an Gott und hoffte, dass es mich irgendwie beschützen würde. Trotz der ganzen Furcht und Besorgnis trieb ich langsam in die Traumwelt hinein, während ich das Kruzifix unter meinem Kissen festhielt. Ich hoffte, dass ich am nächsten Morgen ohne Zwischenfall aufwachen würde. Unglücklicherweise war diese Nacht die schrecklichste von allen.

Allmählich wachte ich auf. Der Raum war wieder einmal dunkel. Als sich meine Augen anpassten konnte ich das Fenster, die Tür und die Wände erkennen, einige Spielzeuge auf einem Regal und… Bis zu diesem Tag schaudere ich, wenn ich daran denke… nirgends ein Geräusch. Keine raschelnden Bettlaken. Keine einzige Bewegung. Der Raum fühlte sich unbelebt an. Unbelebt, aber doch nicht leer.

Der nächtliche Besucher, das unwillkommene, keuchende, hasserfüllte Ding, dass mich Nacht für Nacht terrorisierte, war nicht im unteren Bett. Es war in meinem Bett! Mein Mund öffnete sich um zu schreien, aber ich brachte nichts heraus. Völliges Grauen schnürte mir die Kehle zu. Ich lag dort und bewegte mich nicht. Da ich nicht schreien konnte, wollte ich es nicht wissen lassen, dass ich wach war.

Ich habe es bisher noch nicht gesehen. Ich konnte es nur fühlen. Es war von meiner Bettdecke verhüllt. Ich konnte seine Kontur erkennen und seine Präsenz fühlen, aber ich wagte es nicht, nachzusehen. Sein Gewicht drückte mich herunter, ein Gefühl, dass ich niemals vergessen werde. Wenn ich sage, dass Stunden vergingen, übertreibe ich nicht. So wie ich regungslos da lag, in der Dunkelheit, war ich nichts weiter als ein verängstigter und erschrockener Junge.

Wäre dies in den Sommermonaten geschehen, wäre es draußen schon hell gewesen. Aber Griff des Winters ist lang und unnachgiebig und ich wusste, es waren noch Stunden bis zum Sonnenaufgang, ein Morgenrot, nach dem ich mich sehnte. Ich war von Natur aus ein ängstlicher Junge, aber ich erreichte einen Punkt, einen Moment, an dem ich nicht mehr länger warten konnte, wo ich unter dieser vertrauten, abartigen Abscheulichkeit nicht mehr überleben könnte.

Manchmal kann Furcht dich ermüden, dich abnutzen, eine Nervenhülle, die nur einen geringen Teil deiner selbst zurücklässt. Ich musste aus diesem Bett herauskommen! Dann erinnerte ich mich an das Kruzifix. Meine Hand lag immer noch unter dem Kissen, aber sie war leer! Vorsichtig bewegte ich mein Handgelenk, um es zu finden, und versuchte die dadurch entstehenden Geräusche und Bewegungen so gering wie möglich zu halten. Entweder habe ich es aus dem Bett fallen lassen oder es war… ich wagte es gar nicht daran zu denken, dass es mir aus meiner Hand genommen wurde.

Ohne das Kruzifix verlor ich jegliche Hoffnung. Schon in solch jungem Alter kann man sich bewusst werden, was der Tod ist… und es intensiv fürchten. Ich wusste, dass ich in dem Bett sterben würde, wenn ich weiterhin dort lag, untätig, passiv, nichts tuend. Ich musste den Raum zurücklassen, aber wie? Sollte ich vom Bett springen und hoffen, dass ich es zur Tür schaffe? Was, wenn es schneller war als ich? Oder sollte ich langsam aus dem Bett schlüpfen in der Hoffnung, meinen unheimlichen Bettgefährten nicht zu stören?

Als ich bemerkte, dass es sich nicht regte, während ich das Kruzifix suchte, kamen mir die wildesten Gedanken.

Was, wenn es schlief?

Ich hatte kaum geatmet, seitdem ich aufgewacht bin. Vielleicht ruhte es sich im Glauben aus, dass es mich endlich in seinen Fängen hatte. Oder es spielte nur mit mir. Immerhin hatte es dies in zahllosen Nächten getan und nun mit mir unter ihm, gegen meine Matratze gepresst und ohne meine mich beschützende Mutter, zögerte es vielleicht um seinen Sieg so lange wie möglich auszukosten. Wie ein wildes Tier, das seine Beute genoss.

Ich versuchte so flach wie möglich zu atmen und sammelte jedes bisschen Mut, streckte langsam meine rechte Hand aus und begann mich aus dem Bettzeug zu schälen. Was ich unter der Decke fand, ließ mir den Atem stocken. Ich sah es nicht, aber als meine Hand die Bettdecke bewegte, berührte ich etwas glattes und kaltes. Etwas, das sich unverkennbar wie eine magere Hand anfühlte.

Ich hielt vor Schreck den Atem an. Ich war mir sicher, dass es nun wusste, dass ich wach war.

Nichts

Es regte sich nicht. Kurze Zeit später legte ich meine Hand vorsichtig weiter unten auf die Decke und ertastete einen dünnen, unschön geformten Unterarm. Meine Zuversicht und eine eigenartige Neugier wuchsen, als ich mich weiter nach unten zu einem unverhältnismäßig großen Bizeps bewegte. Der Arm lag ausgestreckt quer über meiner Brust und die Hand ruhte auf meiner linken Schulter, als hätte es mich im Schlaf ergriffen. Ich realisierte, dass ich diese ausgezehrte Extremität bewegen musste, wenn ich auch nur eine winzige Chance haben wollte, seinem Griff zu entkommen.

Aus irgendeinem Grund stoppte mich das Gefühl gerissener und zerlumpter Kleidung auf der Schulter des nächtlichen Eindringlings. Furcht schwoll in meinem Magen und meiner Brust an, als ich vor Ekel meine Hand zurückzog, nachdem sie öliges Haar berührt hatte.

Ich konnte mich nicht dazu durchringen, sein Gesicht zu berühren, auch wenn ich mich bis heute wundere, wie es sich wohl angefühlt hätte.

Meine Güte, es bewegte sich!

Es bewegte sich fast unmerklich, aber der Griff um meine Schulter und über meinen Körper wurde stärker. Keine Tränen kamen, auch wenn ich Gott weiß wie sehr weinen wollte. Als sich seine Hand und sein Arm langsam um mich wickelten, streifte mein Bein die kalte Wand, gegen die mein Bett gelehnt war. Von allem, was mir in diesem Raum wiederfahren ist, war dies das seltsamste. Ich erkannte, dass dieses umklammernde, widerliche Ding, welches großes Vergnügen verspürte das Bett eines Jungen zu malträtieren, nicht ganz auf mir lag. Es ragte aus der Wand heraus wie eine Spinne, die aus ihrem Versteck heraus zuschlug.

Dann verwandelte sich der Griff von einem langsam fester werdenden zu einem plötzlichen Druck. Es riss und zog an mir, als wenn die Gelegenheit bald verstreichen würde. Ich kämpfte dagegen an, aber sein ausgemergelter Arm war zu stark. Sein Kopf erhob sich windend und verdrehend unter der Bettdecke. Ich erkannte nun, wohin es mich bringen wollte: In die Wand! Ich kämpfte ums nackte Überleben, ich weinte und plötzlich fand ich meine Stimme wieder. Ich schrie, kreischte, aber niemand kam.

Plötzlich begriff ich, warum es so begierig darauf war zuzuschlagen, warum es mich unbedingt jetzt haben musste. Durch das Fenster, welches von außen so viel Bosheit repräsentierte, streifte Hoffnung: die ersten Sonnenstrahlen kamen. Ich kämpfte weiter in dem Wissen, dass wenn ich nur noch etwas länger durchhielte, würde es bald verschwunden sein. Als ich um mein Leben kämpfte, bewegte sich der unheimliche Parasit, zog sich langsam an meiner Brust herauf. Sein Kopf schaute unter der Decke hervor, keuchend, hustend, krächzend. Ich kann mich an keine Einzelheiten erinnern, nur an seinen faulen und kalten Atem, der gegen mein Gesicht strich.

Als die Sonne den Horizont übertrat, wurde der dunkle Ort, der erstickende Raum der Verachtung, in Licht gebadet.

Ich verlor das Bewusstsein, als seine dürren Finger meinen Nacken umgriffen und das Leben aus mir herausdrückten.

Ich wachte auf, als mein Vater in meinem Zimmer stand und anbot, Frühstück zu machen. Was für ein wunderbarer Anblick. Ich habe die schrecklichste Erfahrung meines Lebens gemacht – bis damals und bis jetzt. Ich versetzte das Bett von der Wand weg, ließ die anderen Möbel an ihrem Platz. Niemals hätte ich geglaubt, dass es versuchen würde mich einzufangen.

Wochen vergingen ohne Zwischenfall, bis auf eine kalte, frostige Nacht. Ich wurde von einem Geräusch geweckt, welches von dem Mobiliar herrührte, wo einst das Hochbett stand. Es zitterte heftig. Innerhalb eines Momentes hörte es auf. Ich lag da und war mir sicher ein fernes Keuchen tief aus der Wand zu hören, welches schlussendlich in der Ferne verstummte.

Niemandem zuvor habe ich diese Geschichte erzählt. Bis heute breche ich in kaltem Schweiß aus, wenn in der Nacht Bettzeug raschelt oder eine Erkältung ein Keuchen hervorruft. Ich werde zweifellos niemals in einem Bett an der Wand schlafen. Nennt es Aberglauben oder was auch immer, aber wie ich bereits sagte, ich kann keine Schlafparalyse, Halluzinationen oder eine überaktive Fantasie ausschließen. Aber was ich sagen kann ist Folgendes: Im Jahr darauf bekam ich einen größeren Raum auf der anderen Seite des Hauses und meine Eltern machten aus dem merkwürdigen, einengenden Raum ihr Schlafzimmer. Sie meinten, sie bräuchten kein großes Zimmer, nur einen, der groß genug für ein Bett und ein paar Dinge war.

Dies währte 10 Tage. Am 11. Tag zogen wir aus.

Übersetzer: Sharwen

Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/Bedtime

Februar 1

Pokémon Dead Channel 2

Normalerweise bin ich nicht der Typ Mutter, der in den Angelegenheiten seiner Tochter umherschnüffelt, aber wenn sie nun schon seit weit über zwölf Stunden ihr Zimmer nicht verlassen hat mache ich da eine Ausnahme.

Es war zirka 20 Uhr am Abend, und seit um 8 Uhr morgens spielt meine Tochter Videospiele. Ich hatte sie im Laufe des Tages einige Male schreien hören, aber sie hatte vor kurzem ein neues Horror-Spiel bekommen. Sowas war völlig normal dachte ich mir, nichts besonderes. Aber sie sitzt dort nun schon buchstäblich den ganzen Tag ohne sich auch nur einmal gesehen lassen zu haben oder etwas anderes gemacht als zu spielen.

Ich öffnete langsam die Tür und rief ihren Namen. Das sie mir nicht antwortete war für mich der erste Anhaltspunkt, dass etwas nicht stimmte. Ich schaute überall – auf und unter ihrem Bett, im Schrank, ja sogar in den Regalen suchte ich nach Hinweisen wo sie sein könnte. Aber ich fand nichts, keinen Hinweis. Langsam überkam mich das furchtbare Gefühl, dass sie vielleicht entführt worden war, oder gar noch schlimmer! Aber ich schüttelte diesen Gedanken schnell wieder ab, sie war sicher in irgendeinem anderen Zimmer, oder auch raus ins Freie gegangen.

Bevor ich ging, kam ich nicht umhin den GameCube zu bemerken. Der Controller lag immer noch auf dem Bett, als hätte sie nur darauf gespielt. Hinterhältig wie ich war, schaltete ich die Konsole ein, nur um zu sehen welches Spiel man spielen muss um sich zwölf Stunden ununterbrochen damit beschäftigen zu können.

Ich fühlte wie eine Welle der Nostalgie meinen Körper durchströmte als das Spiel begann. Nachdem ich das Spiel ausgetestet haben würde, was auch immer das für eines war, schwor ich mir ein wenig mit meiner Tochter zu spielen. Sie brauchte jemanden der mit ihr spielt, es würde sie ablenken. Sie machte in letzter Zeit nämlich auf mich einen recht deprimierten Eindruck.

Ich war so in Gedanken versunken, dass der plötzlich aufploppende Titelbildschirm mich etwas überraschte. Nach einem kurzen Moment realisierte ich, dass es „Pokemon-Channel“ gewesen ist. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie sehr meine Tochter dieses Spiel liebte, vielleicht ist sie wieder süchtig geworden, wie damals schon. Was auch immer der Fall war, es gab nur eine Option – „Neues Spiel“. Ich wählte diese aus.

Ich fand mich an einem Ort wieder, der aussah wie ein Schlafzimmer, nur waren die Wände mit Blut getränkt und einige morbide Pikachu-Puppen im Raum verteilt gewesen. Ebenfalls befand sich dort ein nicht sehr anprechend aussehender Pikachu-Kopf als Fernsehgerät. Kein Wunder das meine Tochter immer wieder geschrien hatte.

Nachdem ich meinen anfänglichen Brechreiz überwunden hatte, sah ich mich im Raum genauer um. Nach einer Weile ließen diese grausigen Blut- und Horroreffekte nach und ich konnte mich nun um einiges leichter dort umschauen, ohne jedes Mal meinen Würgereflex unter Kontrolle halten zu müssen. Ich sah ein Bild eines Jirachi an einer Wand hängen. Es war eines der wenigen Pokémon, dass ich ohne große Probleme benennen konnte, denn es war eines der Lieblingspokémon meiner Tochter. Das Bild wäre sicherlich schön anzusehen, wären dort nicht diese großen, blutigen Kratzspuren über dem Bild die ein „X“ bildeten. Ich hatte ein wenig Angst den Rest dieser virtuellen Spielwelt zu untersuchen, stattdessen öffnete ich das Startmenü und fand etwas das aussah wie ein Tagebuch oder eine Zeitschrift. Es schienen mehrere Einträge zu enthalten, so begann ich zu lesen.

Ich kam nicht sehr weit, denn das Menü schloss ohne das ich einen Befehl dazu gab. Ich stand plötzlich Angesicht zu Angesicht vor einem Pikachu, dass nicht sonderlich glücklich aussah. Es funkelte mich an, und der GameCube schaltete sich von selbst aus. Nunja, ich war ein wenig beleidigt wegen all dieser Dinge und schaltete die Konsole wieder ein.

Schon bald war ich wieder im Spiel und befand mich erneut in diesem makaberen Raum. Das Zimmer sah immer noch gleich aus, Pikachupuppen starrten mich ununterbrochen an. Ich musste eine Weile den Bildschirm herum zur Rückseite des Raumes drehen, weil ich vor Angst sonst womöglich erstarrt wäre.

Dort war ein Jirachi, dass vor der Tür schwebte. Seine Augen waren geschlossen, dass eine jedoch auf seinem Bauch war weit offen. Es war unglaublich realistisch. Das Auge sah rissig und gebrochen aus, davon blutete es. Ich bemerkte auch die Farben die anders waren, es war grau. Aber ich war viel zu sehr mit dem Auge beschäftigt, dass mich nun anstarrte.

Ich kann die Erleichterung kaum beschrieben die ich empfand als es verschwudnen ist. Ich bemerkte das ich die Luft angehalten hatte, und atmete sie nun aus. Es fühlte sich an als sei ich im Griff einer eiskalten Klaue gewesen, und jetzt, da ich mich aus dieser befreien konnte, wollte ich die Gelegenheit nutzen um die Konsole auszuschalten. Aber irgendetwas zwang mich weiterzumachen. Ich habe mich dazu entscheiden, falls dieses Ding noch einmal auftauchen würde, das Spiel im Mülleimer verschwinden zu lassen.

„Pika“. Ich drehte mich um und erblickte ein melancholisch dreinblickendes Pikachu, dass vor dem Fernseher stand. Es starrte mich an, wendete sich jedoch zum Fernseher und schaltete ihn an. Ich hatte ein wenig Angst davor was es nun tun würde, und davor wie es aussah. Ich rechnete mit einem niedlichen und knuddeligen Wesen und nicht mit einer Augapfelkreatur. Es wechslete den Kanal zu „PNF“, der gemäß dem Spiel die Nachrichten anzeigte.

Es zoomte auf ein Enten Pokemon, welches nichts sagte oder tat. Ich glaube dieses Pokemon wird Enton genannt, während ich spielte kam mein altes Pokémonwissen zurück. Das Bild veränderte sich zu einem Nachrichtensender, es zeigte das Jirachi über eine überflutete, hochrote, kadaverübersähte Wiese, einen brennenden Wald, einen blutigen Strand und einen toten, schneebedeckten Berg. Es wurde dafür gesorgt, dass die Bilder aus möglichst vielen, verschiedenen Winkeln und Perspektiven gezeigt wurden. Das Jirachi stoppte in der Mitte der Finsternis und starrte mich an. Entons Augen wurden plötzlich schwarz, es wandte sich an den Bildschirm und eine Textfeld erschien: „Speichern X“

Das Pikachu wechselte zügig auf den „Eierkanal“, was auch immer das sein soll. Es war ein weißes, wackelndes Ei zu sehen, um es herum eine endlose, leere Fisnternis. Es hatte Risse, Blut strömte aus ihnen heraus. Es wackelte hin und her, langsam, fast schmerzhaft. Ich wollte nicht wissen was aus diesem Ei schlüpfen würde, und anscheinend dachte das Pikachu ähnliches und schaltete das Fernsehgerät ab.

Zurück in der Mitte des Raumes, verriss der Bildschirm hinter dem Pikachu und ein Textfeld ploppte auf: „BRVR will wissen ob du mit ihm spielen willst? (O) (X)“. Dabei stand (O) für Ja, und (X) für Nein. Ich wählte (O). BRVR grinste und zeigte seine Reißzähne. Ein weiterer Text am oberen Rand erschien: „Das wirst du bereuen.“

Und dabei war ich mir verdammt sicher.

Er ging nach draußen, und ich folge hinterher, ich hatte auch nicht viel Auswahl die das Spiel mir vorgab. Es war draußen nicht wirklich schöner als drinnen. Der Himmel war blutrot, aber er war schöner als die ganzen toten Pokémonkörper die überall auf dem Boden verstreut lagen. Ich versuchte mich von dieser Szene nicht einschüchtern zu lassen, und ging mit ihm zusammen auf die Wiese nebenan.

Dieser Ort war nicht viel anders – Blut und Körper, obwohl, dort war ein Loch in der Erde, welches BRVR´s Interesse zu wecken schien. Er griff hinein und zog ein hyperrealistisches Auge das aussah wie das des Jirachi heraus. Er warf seinen Blick auf mich. BRVR schüttelte seinen Kopf und starrte. „Fange es und werfe es zurück zu BRVR.“, teilte mir der Text mit. Ich verzog das Gesicht und schwenkte den Cursor über das Auge um es zu holen.

Statt des Auges nahm ich den toten Körper eines Fiffyen, den ich schnell wieder auf den Boden fielen ließ. BRVR krümmte sich vor Lachen auf die andere Seite des Bildschirms. Er grinste und machte eine Bewegung als solle ich das Auge zu ihm werfen. Ich warf es so schnell ich konnte, ohne den Blick auf den Bildschirm gewandt zu haben. Als ich wieder hinsah, hielt BRVR das Auge, und warf es zurück. Ich rannte auf die andere Seite des Bildschirms da er es außerhalb meiner Sichtweite warf.

Der Bildschirm verblasste ins Schwarze, und dann wieder zurück. Ich befand mich in einer Minispielsequenz. Als sie vorbei war, hielt BRVR immer noch den Augapfel, Dann, ohne Vorwarnung, aß er es. „Pika, Pika Pika…, … Pika Piakchu!“ Ich saß angewidert da. Als er fertig war sah es mich an und grinste. Der Bildschirm wurde dunkler. Der Himmel war dunkelgrau und auch sonst schien alles in dunklerer Tönung. BRVR´s Grinsen war nun noch melancholischer als vorher.

Er ging wieder zurück in das Haus, sehr langsam und mit dem gleichen dsüterem Blick wie vorher auch, fast wie ein Zombie. Wieder beim Haus angekommen, war alles noch einmal eine Spur düsterer und blutiger. Ich bemerkte eine Blutspur auf dem Boden die zuvor nicht da war. Ich folgte ihm zu einem schrankähnlichem Fach und machte mich auf das schlimmste bereit. Ich öffnete es.

Im inneren waren die Wände mit Blut bedeckt, mit einem Haufen Glieder und Eingeweiden eines Enecos. Ich hatte kaum drei Sekunden mir diese Szene anzusehen, bis BRVR die Tür plötzlich vor meiner Nase schloss. Er knurrte drohend und rannte dann zur Haustür zu einer Bushaltestelle hinaus. Ich folgte ihm.

Als wir an einer anderen Bushaltestelle ankamend, merkte ich das der Himmel immer noch blutrot war und die Umgebung pochte. Der Bus nach Viridian-Wald kam. Ich hatte keine Wahl und stieg ein. Ich hatte mich bereits an den Fakt gewöhnt eh keine Wahl zu haben. Nach einem was-würde-wohl-jetzt-passieren-Gedanken, hielt der Bus an einem in Flammen stehendem Wald. Verkohlte Leichen waren auf dem Boden verstreut. Wir gingen auf die andere Seite des Waldes.

Es sah dort aus wie ein Campingplatz. Ein riesiger Haufen von brennenden Körpern hielt ein Feuer in der Mitte des Platzes am Leben. Dort gab es auch einen Projektor, der nach einiger Bastelei von BRVR in den Himmel zeigte und begann einen Film abzuspielen. Ich bereitete mich auf das schlimmste vor.

Das meiste des „Films“ war verglitcht oder verbuggt, aber das was ich sah, waren vor allem brutal verstümmelte oder getötete Pokemon. Tote, blutige Kadaver, das war alles was ich zu dem Zeitpunkt sah, aber aus verschiedenen Blickwinkeln und Posen. Die Animation, die ich sah, war abgehackt und wackelig, als wenn sie nicht zum Spiel gehören würde.

Ich sah verschiedene Augen die blitzartig immer wieder aufblinkten. Doch ab und zu ploppte in einigen Frames ein Jirachi auf, ohne seine Augen. Es schien… gefoltertn worden zu sein, und dann ermordet. Einige Szenen zeigten wie es in einem See aus Blut ertrank, oder wie ein Pfahl-ähnlicher Gegenstand druch seinen Magen gebohrt und an der Decke aufgehängt wurde. Ich sah auch noch einige andere furchtbare Szenen. Man konnte sehen wie es litt, aber es konnte einfach nicht sterben, egal was passiert.

Wieder zurück auf dem Boden, begann BRVR sich für einen Angriff bereit zu machen. Er feuerte einen Blitz auf den Projektor. Der Bildschirm wurde schwarz und erschien dann wieder. Er zeigte auf das von den toten Körper am Leben erhaltene Feuer in der Mitte des Campingplatzes. Der Projektor war weg und alles schien nun in einem noch graueren Ton zu sein wie vorher. BRVR begann wieder durch den Wald zurück zur Bushaltestelle zu gehen, sein Gesicht frei von jeglichen Emotionen.

Zurück im Haus rannte BRVR herum und ich wollte meine Zeit bis zu unserem nächsten Ausflug nutzen um mich umzusehen. Ich schaute mich im Raum um. Ich war nun völlig Immun gegen den Innenraum. Ich fand eine Verpackung. ich öffnete sie und fand darin einige Pokémonkarten. Jedes Pokémon darauf war krankhaft entstellt.

Es war ein Myrapla, braun und runzelig wie eine getrocknete Pflaume. Maden krochen ihm aus den Augenhöhlen. Magby wurde an dem kragenartigen Ding aufgehängt. Sein Kopf war nur noch mit einigen Sehnen mit seinem Körer verbunden. Milotics Schlangenhaut sah aus wie ausgetrocknet. Eier traten aus einigen Rissen seines Fleisches. Fiffyen sah aus wie überfahren. Wie ein räudiger Köter, sein Blut geronnen und mit Schaum vor dem Mund. Aus Vulpix Mund tropfte eine ölige Substanz und blickte mit seelenlosen Augen drein. Und natürlich schaute das Jirachi auf der Karte mit dem wahnsinnigen Blick, an den ich mich immer noch nicht ganz gewöhnt hatte.

Aber eine Karte lies es mir wirklich kalt den Rücken hinunterlaufen. Das eines Pikachus. Es kauert zusammengerollt mit geschlossenen Augen, schwebend in einer roten und fleischigen Umgebung. Es wippte leicht auf und ab. Es erinnert mich an einen Fötus innerhalb eines Mutterleibes. Diese Karte hatte auf mich eine eher persönlichere Wirkung als die anderen. Deswegen wirkte sie womöglich verstörender auf mich.

Sobald ich damit fertig war die Kartensammlung zu betrachten, und das ging ziemlich schnell, schaute ich mich nach BRVR um das eines jener krankhaft aussehenden Pikachupuppen in der Hand hält. Er blickte düster drein und ging etwas hin und her, als wenn es auf der Suche nach seiner Mutter wäre, dann drehte er sich zu mir. Er ging auf mich zu und stellte mir eine Frage: „Weißt du, was mit mir passiert?“. Ich wählte „X“, denn ehrlich gesagt, habe ich noch nicht wirklich viel Ahnung was hier vor sich geht.

Er seufzte, schaute niedergeschlagen und bedrückt. Er legte die Puppe ab und lief raus zur Tür, ich folgte ihm. An der Bushaltestelle angekommen nahmen wir den nächsten Bus zur Kobaltküste. Der Strand war übersäht mit toten und blutigen Körpern, ein perfektes Urlaubsziel.

Bevor ich mir den Ort näher ansehen konnte, lief BRVR in den Ozean. Er rannte weit raus, begann dann zu schwimmen und ich verlier ihn schließlich aus meiner Sichtweite. Der Bildschirm verblasste langsam ins Schwarze, dann wieder zurück. Als ich wieder etwas sehen konnte, war der Himmel erneut in gräulicherem Ton und alles um mich herum wirkte noch eine Stufe düsterer. Er kam zurück ans Ufer. Sein Gesicht wirkte ängstlich. Eine Meldung erschien oben auf dem Bildschirm: „BRVR versuchte den Schmerz wegzuspülen, aber es hat nicht funktioniert.“

Er ging zurück zum Bus, schaute sich alle paar Seunden um, als hätte er etwas schreckliches dort gesehen und das es wiederkommen würde um ihn zu holen. Nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen waren und zurück zum Haus gingen, sah er ein wenig „paranoid“ aus. Ich selbst fühlte mich ziemlich gut, da das bisher der kürzeste Ausflug gewesen ist.

Ich wählte das „Pokémon-Mini“, ich hatte zuvor es nicht überprüfen können als ich es gesehen hatte. Es standen sechs Spiele zur Auswahl, so nahm ich einfach das unten links. Als das Spiel begann, erkannte ich nur ein verglitchtes durcheinander. Ich war ziemlich überrascht, dass ich den Stratknopf finden konnte.. Sobald das Spiel gestartet hatte, sah ich einen einfarbigen, schwarzen Hintergrund. Man sah ein Gebiss mit Reißzähnen umherschwimmen. Ein Herz erschien unter ihm, ich drückte A. Die Reißzähne öffneten, und schlossen sich, als würde es das Herz fressen. Ein positiver Ton erschien, also bin ich davon ausgegangen ich hätte alles richtig gemacht.

Ich hielt „Essen“ gedrückt und es fraß weitere Herzen, bis ein Augapfel erschien. Als die Reißzähne auch das aßen verglitchte das Mini-Spiel in ein chaotisches Durcheinander, noch viel schlimmer als zuvor, zusammen mit einem hohen Pfeifton, dass mein Trommelfell fast zum platzen brachte. Ich drückte schnell und wild hintereinander sämtliche Tasten um diesem grausigen Ton zu entfliehen. Ich konnte diesm Mini-Spiel entkommen und war nun zurück in dem Raum. Ich sah BRVR vor der Hintertür stehen, und ich wusste was es bedeutete. Wir gingen zur Bushaltestelle.

Dieses Mal führte der Ausflug uns zu einem Berg. Es herrschte dort seichter Schneefall. Erfrohrene Körper lagen aufgetürmt unter einer dünnen Schneedecke. Ich fühlte mich hier furchtbar traurig. Es war nicht grotesk oder brutal, sondern alles schien eher wie ein Friedhof. BRVR schien das Gleiche zu fühlen wie ich als er langsam und vorsichtig durch den Schnee stapfte, hin zu einem Tempel den das Spiel als „Die Ruinen der Wahrheit“ bezeichnete.

Drinnen war es stockfinster. BRVR ging nach links, nur um zwei Blumen zu finden, jedoch hatten diese Augäpfel anstatt Blüten. Er startete einen elektrischen Angriff und erleuchtete damit die Blume die dadurch zu leuchten begann. Sie erhellte den Raum in einen dunkelroten Farbton. Er beleuchtete die andere Blume, der Raum wurde noch heller. Jedoch war das Zimmer immer noch ziemlich dunkel und düster. Der rote Farbton schien alles bedrohlicher werden zu lassen.

BRVR ging über eine Brücke auf deren anderer Seite sich eine große Steintafel befand auf denen ein „O“ und ein „X“ eingraviert waren. Eine Frag erschien: „Erlösung?“. Ich fühlte mich plötzlich sehr ängstlich und biss mir auf die Lippe. Ich war mir unsicher wie ich sie beantworten sollte. Ich wählte „O“ und hoffte das Beste. BRVR drückte ebenfalls „O“. Die Tafel sank in den Boden.

Die Säulen die sich um das nun entstandene Loch rankten fingen an zu leuchten. Ich spürte wie sich mir der Magen umdrehte und sich eine gewissen Nervosität sich breit machte. Der Boden bebte, aber BRVR zuckte nicht einmal. Aus dem Loch stieg das finstere Jirachi. Ein Text erschien oberhalb des Bildschirmes: „Es gibt keine Erlösung.“ Der Augapfel auf Jirachis Bauch schwebte über seinen Kopf. Ich wollte mir gerade meine Augen zuhalten als plötzlich der Bildschirm schwarz wurde.

Als das Bild zurück kam sah ich den Eierkanal. Es war das gleiche Ei wie vorhin schon. Bevor ich reagiereen konnte begann das Ei plötzlich zu bluten und zu glühen. Ein Jirachi schlüpfte daraus, aber ein normales, nicht düsteres Jirachi. Es flog aus dem Bildschirm und der Kanal wurde gewechselt. BRVR wechselte den Kanal zu einem statischen Rauschen. Er hatte den Titel „444“.

Der Hintergrund war rot, fleischig und pochte genau wie bei der Pikachu Karte. Apropos Teufel, BRVR war in der Mitte des Bildschirms. Ein Text erschien am oberen Rand des Bildschirms: „BRVR wird nie geboren.“ Er schloss die Augen und gab ein breites, scharfes und Irres Grinsen von sich und der Augapfel der mich die ganze Zeit im Spiel verfolgte, öffnete sich auf seinem Bauch.

So schnell wie es erschien war es auch wieder weg und das Spiel war im Titelbildschirm, doch die „Weiter“-Taste fehlte. Ich saß nun ganze 5 Minuten sprachlos dort. Es war als ob das Ganze was ich erlebt hatte, nie passiert wäre und trotzdem, ich sitze ich da wie versteinert, aus Angst einen Muskel zu bewegen. „Ich bin so ein Idiot“, dachte ich mir selbst. Das ist doch alles nicht logisch oder echt.

„Mama warum bist du in meinem Zimmer?“

Die Spannung brach, ich hielt meinen Mund zu um vor Schreck nicht zu schreien. Ich seufzte, da ich große Erleichterung spürte, als ich meine Tochter an der Tür sah. Ich bemerkte dass es schon spät war und sagte ihr sie soll in mein Zimmer gehen und dort auf mich warten. Sie stimmte zu, sah aber immer noch verwirrt aus.

Ich beantwortete ihre Fragen später. Ich nahm die CD aus dem GameCube. Ich drehte mich um damit ich das Ding in den Müll werfen konnte wo es hingehört, aber ich wurde aufgehalten.

In dem sich spiegelden Material der CD sah ich das Auge des Jirachi.

Übersetzer: dannyk96

Original: http://flimsy-cat.deviantart.com/art/Pokemon-Dead-Channel-2-266863208