Juli 29

Nach dem Tod

Der Schmerz ließ schnell nach. Ich drehte mich, versuchte meinen Körper zu finden. Möglicherweise ist der Rest davon unter dem Metallwrack… Ich denke, bei einem Verkehrsunfall zu sterben ist ein schlimmer Tod…

„Also, hattest du ein schönes Leben?“, fragte mich eine Stimme hinter mir.

Ich drehe mich zur Stimme und sah eine lächelnde Frau. Da sie mich sehen konnte, war ich ziemlich sicher, dass sie ein Geist war, genauso wie ich.

Sie kicherte: „Du scheint deinen Tod ziemlich gut aufgenommen zu haben. Ich bin übrigens Cindy.“ Ich sprach ruhig: „Was passiert jetzt? Himmel? Hölle?“

Sie lachte lauter.

Bevor ich etwas sagen konnte, hörte ich plötzlich einen lauten Tumult in der Ferne. Cindy schrie: „Los!“, dann rannte sie in Richtung des Geräusches. Ich folgte.

„Warst du gut?“, fragte sie, als sie sich kurz zu mir drehte.

„Was?“

„Hast du irgendetwas Gutes getan während deiner Zeit auf der Erde?“

Ziemlich verwirrt antwortete ich keuchend: „Ich… Ich hab einmal Blut gespendet.“

Als Cindy und Ich die Quelle des Tumults erreichten, sah ich sprachlos dabei zu, wie sich hunderte von Menschen vor einem Krankenhaus prügelten, aufschlitzten, töteten.

„WAS PASSIERT HIER?!“, schrie ich.

Cindy antwortete: „Jemand wird hier geboren. Diese Seelen kämpfen darum, in die Hülle des Neugeborenen zu gelangen.

„Aber das Baby…“

„HÖR MIR ZU… ES GIBT KEIN NEUES BABY, EHE EINE SEELE NICHT IN DEN LEIB EINDRINGT… Wenn keine Seele in das Baby eindringt, wird es eine Totgeburt.“ Sie fuhr fort: „Deine Stärke hängt von deinem Karma ab. Die Seele eines Vergewaltigers, oder eines Kinderschänders hat keine Chance gegen die anderen Geister. Sie werden nie eine Hülle finden und elendig verdorren. Kinder sind am gefährlichsten, pure Seelen. Halt dich während der Kämpfe von ihnen fern.“

„Aber was ist mit Himmel… und Hölle?“

„DAS IST DIE HÖLLE! Und viel wichtiger…“, erwiderte sie, „Das Leben, das du hinter dir lässt, das ist der Himmel.“
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Original: http://www.creepypasta.org/creepypasta/afterdeath#read
Übersetzer: dannyk96

Juli 22

the Dreameater

Der Tag begann wie jeder andere.
Ich stand auf, machte mich fertig und fuhr mit dem Auto zur Arbeit.
Als ich Abends total erschöpft nach Hause kam, sah ich nur noch ein wenig fern und ging dann sofort schlafen.

Am nächsten Morgen wachte ich auf und lag mitten auf einer Straße. Doch irgendwie war alles menschenleer und die Stadt sah nicht gerade klein aus.
Hier stand alles voller Hochhäuser.

Ich wollte wissen warum hier niemand war und beschloss mich ein wenig umzusehen.
Ich ging mehrere Straßen entlang und schaute in einige dunkle Gassen hinein. Ich versuchte auch einige Türen zu öffnen, diese waren jedoch verschlossen. Nach ein paar Stunden hatte ich immer noch niemanden gefunden.

Ich stand nun mitten auf einer breiten Straße. Doch ich sah weder Autos, noch irgendetwas anderes Lebendes, nicht einmal Pflanzen oder Bäume gab es hier.
Ich schaute auf die andere Straßenseite und sah kurz einen Schatten, der jedoch hinter einer Tür verschwand. Ich rannte über die Straße und blieb wie angewurzelt vor der Tür stehen. Ich legte mein Ohr gegen das verrottete um zu schauen ob, ich etwas hören kann.
Doch ich hörte kein Geräusch, also versuchte ich die Tür zu öffnen. Zu meiner Überraschung war sie nicht verschlossen, also ging ich hinein.
Es war stockduster und um nicht überall dagegen zu laufen berührte ich die Wand und tastete mich an ihr entlang, bis ich an eine Treppe kam, an welcher ich stehen blieb. Ich hörte ein seltsames Geräusch, es klang wie ein Röcheln.
Es schien aus dem oberen Stockwerk zu kommen, also schlich ich die Treppe hinauf und als ich oben ankam sah ich einen Lichtschimmer unter einer Tür hervor scheinen.
Ich näherte mich der Tür, langsam und, wie ich hoffte, lautlos.
Als ich direkt davor stand, fasste ich all meinen Mut zusammen und riss die Tür auf.
Doch alles was ich sah war eine seltsame Kreatur die über einem Haufen aus Eingeweiden und Überresten von Menschen saß und sie nach und nach fraß.
Plötzlich drehte sie ihren Kopf und sah mich direkt an. Ich drehte mich um und rannte so schnell ich konnte die Treppe hinunter. Doch es war schneller als ich und nach kurzer Zeit hatte es mich eingeholt und rammte mir eine ihrer Klauen durch den Brustkorb.

Ich fing an Blut zu husten und sah alles verschwommen, als ich plötzlich eine Stimme hörte die rief, dass dieses Monster von mir ablassen solle. Das letzte was ich hörte, waren Schüsse, dann wurde ich ohnmächtig.

Als ich meine Augen wieder öffnete lag ich in meinem Bett und trug einen Verband um meinen Körper. Ich versuchte aufzustehen doch fiel sofort zurück in mein Bett. Mein Bein war gebrochen.

Von draußen hörte ich den Lärm der Hauptstraße. Es war also alles nur ein Traum gewesen. Doch woher kamen dann diese Verletzungen? Und wer hatte mir diesen Verband angelegt?
Es war doch ziemlich seltsam, doch ich entschied mich erstmal meinen Chef anzurufen, um ihm zu sagen, dass ich heute nicht zur Arbeit kommen könnte, da ich mich verletzt habe.

Er verstand es und sagte, dass ich solange zu Hause bleiben sollte, bis meine Verletzungen verheilt waren und das mir der „Urlaub“ bezahlt werden würde.
Ich war sehr glücklich und bedankte mich, doch ich fragte mich immernoch, woher die Verletzungen kamen.
Ich beschloss, mich erstmal ein wenig schlafen zu legen.

Als ich meine Augen aufmachte lag ich in einem Bett, welches scheinbar in einem kleinen Landhaus stand.
Als ich mich umsah, sah ich einen alten Mann. Nach kurzem überlegen erkannte ich ihn als den Mann, welcher mich in meinem Traum vor diesem Ding beschützt hatte.
Als er sah das ich wach war, meinte er, dass ich mich nicht bewegen solle da meine Verletzungen noch nicht verheilt seien.
Darauf entgegnete ich, dass dies nicht wirklich, sondern nur ein Traum sei.

Er lächelte und sagte mit einer rauen Stimme: „Das haben Die anderen auch gesagt, doch nun sind sie tot.
Sie sind im Schlaf getötet worden, von diesem Monster.“
„Wie meinen sie das?“ fragte ich ein wenig verängstigt, denn dieser Traum erschien mir so real.
Ich fühlte den Schmerz der Wunde am Oberkörper und das gebrochene Bein.

„Wo sind wir?“ fragte ich den Mann.
Er antwortete: „In der Stadt.“
„In welcher Stadt?“
„In der Stadt, in der das Wesen sich herumtreibt. Es erscheint dir im Traum und fügt dir unvorstellbare Schmerzen zu, solange, bis es dich satt hat. Dann frisst es dich und sucht sich sein nächstes Opfer aus.“
„Was ist das für ein Wesen?“
„Wir nennen es den „Dreameater“, weil es dich in deinem Traum jagt und dann frisst.“
„Haben sie es denn nicht getötet?“
„Nein, ich habe es nur vertrieben, töten können es nur die, die es in seinem Bann hat. Sein „Futter“ muss ihn umbringen.“

Nun verstand ich, dass dieses Wesen mir diese Verletzungen in meinem Truam zugefügt hatte und das alles, was mir hier passiert, auch in der realen Welt Auswirkungen auf mich hat.
Doch eine Sache musste ich noch fragen:
„Warum können sie es nich töten?“
„Weil es mich mit dieser Welt erschaffen hat. Ich bin sozusagen sein Gegenspieler, sein Gegenteil, ich kann es nicht töten und es mich nicht.“
„Und wie soll ich es töten?“
Er schwieg eine Weile.
„Du musst an eine seiner Klauen kommen und ihm mit dieser dann den Kopf abtrennen und ihm schließlich das Herz heraus reißen. Allerdings gibt es nur 2 Wege an eine Klaue zu kommen. Der erste ist, dass du ihm eine heraus reißt, was allerdings unmöglich ist.
Und die zweite Variante ist…
Du musst vor die Stadttore gehen und dort nach einer Höhle suchen, in welcher ein Skellet von einem seiner Rasse liegt. Einst gab eb es nämlich hunderte und nicht nur einen von ihnen. Es gab auch mehr Leute wie mich, doch mit der Zeit fingen sie an sich gegenseitig zu töten und wenn einer von ihnen stirbt, stirbt auch sein Gegenspieler. Also im Fall dieser Kreatur, Ich.“

„Können sie mich vor die Stadttore bringen?“
„Nein, aber ich kann dir den Weg zeigen.“
Er griff unter einen Tisch und holte ein altes Stück Papier hervor, welches er mir in die Hand drückte.
„Dies ist die Karte, auf der alles verzeichnet ist, was du wissen musst. Welche Türen offen sind und welche verschlossen, doch du kannst noch ni…..“

Ein schriller Ton, ich sah auf und erkannte, dass es mein Telefon war.
Ich nahm ab.
Es war ein alter Freund von mir, er begrüßte mich freundlich und fragte mich, ob ich nicht vielleicht Lust hätte etwas zu unternehmen.
Ich erzählte ihm von den Verletzungen und dass ich mich noch erholen müsse.
Er sagte nur gute Besserung und legte dann auf.
Ich glaube er war sauer, aber warum nur? Es war mir egal.

Die Tage vergingen und ich bereitete mich im Traum, sowie in der realen Welt darauf vor mich dem „Dreameater“, wie er genannt wurde, zu stellen.
Nach ein paar Wochen konnte ich schon wieder laufen und ging auch wieder zur Arbeit.

An einem Abend kam ich von der Arbeit nach Hause und ging sofort schlafen, da ich doch sehr erschöpft war. Ich erwacht wieder in diesem Landhaus und sah mich um. Das erste was mir auffiel war, dass der alte Mann verschwunden war. An seiner Stelle sah ich nur einen Zettel.
Ich stand auf, ging zum Tisch und griff mir den Zettel. Ich laß ihn mir durch.
Darauf stand:

„Ich werde ihn ablenken,
er hat verdacht geschöpft.
Hoffentlich schaffst du es.
Viel Glück.“

Ich steckte den Zettel ein, nahm die Flinte, die in der Ecke des Raumes stand, und ging nach draußen.

Als ich an den Stadttoren ankam erkannte ich, dass dort draußen absolut nichts war.
Es war einfach nur eine ebene Fläche, es sollte also nicht allzu schwer sein dort eine Höhle zu finden.
Doch ich wusste gar nicht, wie falsch ich damit lag.
Ich suchte Stunden nach dieser verdammten Höhle. Gerade als ich aufgeben wollte sah ich sie.
Ich rannte darauf zu, überglücklich sie endlich gefunden zu haben.
Als ich eintrat sah ich ein Skellet. Es sah aus wie das Skellet eines Tieres, wie eine Mischung aus Tieger, Bär und Adler.
Es hatte einen Schnabel, Reiszähne, dicke Knochen und um seine Überreste herum lag noch ein wenig Fell.
Es war ein schlimmer Anblick.
Doch ich hatte keine Zeit es lange zu betrachten, denn bald würde mein Wecker klingeln und mich aus dieser Welt zurückholen.
Ich ging auf das Skellet zu und riss die längste Klaue aus einer der Pranken. Als ich das getan hatte spürte ich auf einmal, wie alles um mich herum verschwamm und wie ich mich von der Höhle entfernte, ohne mich zu bewegen.

Plötzlich stand ich wieder an den Stadttoren, die nun verschlossen waren. Verwundert blickte ich in meine Hand, in der ich immernoch die Klaue umklammert hielt.
Ohne lange zu zögern rannte ich zur Stadtmitte wo bereits ein harter Kampf stattfand. Als ich ankam, blickten mich sowohl die Kreatur als auch der alte Mann an.
Der Mann setzte sich im Schneidersitz auf den Boden, während die Kreatur auf mich zu sprang. Ich erhob die Klaue und mit einem gezielten Schlag beförterte ich das Ding in den Hals des „Dreameaters“.
Ein schreckliches Heulen ertönte und er fiel auf den Boden, während er verzweifelt versuchte sich die Klaue wieder aus dem Hals zu ziehen.
Ohne große Umschweife packte ich die Kralle und zog sie durch den kompletten Hals hindurch.
Das Blut des „Dreameaters“ spritzte nur so umher und sein Kopf rollte zur Seite, doch sein Körper wollte wieder aufstehen.
Mit der in warmes Blut getränkten Klaue in der Hand, warf ich mich auf den Boden und rutschte unter ihn.
Man hörte nur ein dumpfes „Bumm“ als ich das Herz des „Dreameaters“ herausriss, in meiner hand zerdrückte und er einfach nur umfiel.

Ich stand auf und blickte zu dem alten Mann hinüber und strahlte, stolz auf meinen Triumpf, doch dann bemerkte ich, dass alles was ich dem „Dreameater“ angetan habe, auch ihm passiert ist.
Die Welt um mich herum begann sich aufzulösen und ich erwachte in meinem Bett, blickte mich um und merkte, dass ein Stück Papier auf meinem Nachttisch lag, auf dem stand:

Danke.
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Autor: G4bi
Korrekturleser: Mettl

Juli 9

Alles

Eine meiner besten Eigenschaften ist, so glaube ich, meine Intelligenz. Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, aber Fakt ist, dass mein Gehirn das Fassungsvermögen jeder anderen Person in meinem Alter übersteigt. Im Alter von acht Jahren wurde mein IQ auf einen Wert von 136 gemessen, was nur ein wenig enfernt liegt vom Genielevel. Ich liebte es auch zu lernen. Ich wollte alles wissen.

Als ich älter wurde verbrachte ich meine Zeit damit, nachzudenken und zu Lernen. Es war wundervoll. Eines Tages wurde mir die Chance geboten, an einem experimentellen Prozess teilzunehmen, um die mentale Kapazität um 250 % zu erhöhen. Ich nahm natürlich an.

An dem Tag, an dem der Test stattfand, begab ich mich in das Labor und nahm auf dem Verfahrensstuhl platz. Die Wissenschaftler und der Anstaltsarzt schlossen mich an ein EEG und andere Gerätschaften an, um mein Leben sicherzustellen. Dann brachten sie die Ausrüstung für den Vorgang herein. Eine Brille, auf den ersten Blick völlig normal.

Man setzte mir die Brille auf, und sofort sah ich den Unterschied. Alles, jedes Geheimnis des Universums war da vor mir. Ich sah chemische Formeln, Atome, Moleküle und Proteinketten. Ich sah mathematische Gleichungen, das Ausmaß von einfachen Dingen, die ich für selbstverständlich erachtet hattte. Ich blickte über die Wände des Raumes in dem ich mich befand, hinaus. Ich sah Sterne, die nächste Galaxie und ein alternatives Universum.

Ich saß einen Augenblick da, kaum etwas ansehend. Einer der Wissenschaftler tippte mir auf die Schulter und fragte mich „Was siehst du?“.

Ich drehte mich langsam um, um ihn anzusehen. „Ich sehe alles.“ Ich konnte jede Zelle in ihren Körpern sehen, jede Faser ihrer Kleidung und jedes einzelne ihrer Haare.

„Alles, huh?“

Ich starrte in die tiefblauen, beinahe schwarzen Augen von einem der Professoren. Ich sah was er dachte. Ich sah alles.

Und dann war die bildliche Kacke am Dampfen.

All das Wissen flutete meinen Verstand. Bisher hatte ich nur gesehen und nichts wirklich wahrgenommen. Doch nun kam alles auf einmal. Es war wie eine Flutwelle die versucht in eine Regenrinne zu fließen. Ich konnte jeden Menschen auf der Erde, tot und lebendig, reden hören. Ich sah all die schrecklichen Dinge gleichzeitig passieren.

Ich geriet augenblicklich in Panik. Ich konnte nicht atmen. Ich hörte Maschinen piepen, Wissenschafter eilten herbei und versuchten auf mich einzureden. Darüber hinaus waren da noch die Stimmen, die mir die Geheimnisse der Welt verrieten. Der Arzt kontrollierte das EEG, welches die Skala sprengte. Ich sah nichts bis auf Weiß, reines, blendendes Weiß.

Das Weiß wurde schlagartig von Rot ersetzt. Ich hatte nicht länger die Kontrolle über meinen Körper, oder gar meinem Gehirn. Meine Hände fuhren nach oben und rissen die Brille herunter, doch es war zu spät. Aus reiner Frustration, begannen meine eigenen, ungehorsamen Hände sich in meinen Schädel zu graben, um mein Gehirn zu stoppen. Die Stimmen mussten verschwinden. Meine blutigen Finger umfassten meine Augen und rissen sie mit einem krankhaften Geräusch aus ihren Augenhöhlen. Mir drehte sich der Magen um und ich hatte unerträgliche Schmerzen, aber ich war nicht in der Lage darauf zu reagieren. Meine Hände gruben sich in mein Fleisch, bevor es den Wissenschaftlern gelang mich zu fixieren. Ich nahm wahr wie sie mich iregendwo hinbrachten.

Irgendwie schaffte ich es einzuschlafen, da ich bald darauf aufwachte. Mein Augenlicht war zurückgekehrt, wie auch immer. Die Stimmen waren nach wie vor da, und sie flüsterten noch immer.

„Keine Sorge, du bist jetzt die schlauste Person der Welt.“

„Du weißt alles, es wird niemals etwas schiefgehen.“

Ich fühlte wie meine Stimmbänder sich spannte und ein erstickter Ton in meine Ohren drang. Auch wenn ein Teil meines Gehirns meinem Körper befahlt aufzuhören, herunterzufahren, mich leben zu lassen, meine Arme wehren sich gegen ihre Fesseln.

Meine Arme waren wundgescheuert, aber sie überwanden die Fesseln. Ich war nicht mehr in der Lage zu blinzeln, aber ich konnte Blut meinen Körper herunter laufen sehen, Blut von meinem Gesicht und meinen Armen. Ich war allein, in einem Krankenzimmer. Ich spürte die Brille auf meinem Gesicht.

Ich riss die herunter und war sogleich blind. Die Stimmen jedoch blieben.

„Du kannst uns nicht zurücklassen.“

„Du weißt noch immer alles…“

In diesem Moment wurde alles zu Nichts, als meine eigenen Hände mich verrieten und sich in meine Brust gruben. Bevor ich meinen letzten Atemzug tat, hörte ich wie die Doktoren in das Zimmer stürmten. Über das Geräusch ihrer Schreie und das piepsen weiterer Maschinen, hörte ich die Stimmen in meinem Kopf einen letzten, eiskalten Satz sagen:

„… und nun wirst du alles für immer wissen.“
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Übersetzer: Darkitachi

Juli 6

Dreh dich

Als wir klein waren, liefen wir immer im Kreis. Je mehr wir uns drehten, desto schwindeliger wurde uns. Manchmal war es wie ein Wettkampf darüber, wer umfällt und wer stehen bleiben konnte. Als ich jung war, vielleicht sieben oder acht, drehte ich mich immer nur im Kreis. Die ganze Zeit drehen, drehen, drehen.

Einmal waren nur Mama und ich zuhause. Sie kochte und ließ mich spielen gehen. Ich ging ins Wohnzimmer und fing an mich nur noch zu drehen. Ich wollte mich dabei auf meine Umgebung konzentrieren, was schwer war. Bestimmte Dinge wie die Couch, oder den Fernseher konnte ich grad noch so warnehmen, doch als ich mich weiter und weiter drehte, fiel mir etwas Komisches auf. Ich versuchte meine Augen darauf zu konzentrieren, und konnte einen dunklen Umriss erkennen… Ich drehte mich einfach weiter, aber jedes Mal kam es näher. Vorher stand es noch am einen Ende des Raumes, jetzt war es ganz nah. Ich hörte auf mich zu drehen, und schaute in seine Richtung. Die Welt drehte sich noch, doch ich war wie erstarrt. Die Gestalt bewegte sich, zusammen mit meinem ganzen Sichtfeld vor und zurück. Ich schloss meine Augen und als ich sie wieder öffnete, war es weg.

„Mama, Mama, jemand ist im Wohnzimmer!“
„Ach Schätzchen, sei nicht albern, niemand Anderes außer wir beide ist hier.“
„Wirklich, ich habe es gesehen. Es war groß und dunkel.“
„Süßes, geh spielen.“

Ich verzog mich, wütend darüber, dass meine Mutter mir nicht zuhören wollte. Ich blieb dem Wohnzimmer fern und ging stattdessen in Meines. Ich schaltete das Licht ein, schloss die Tür, schmiss all meine Spielsachen in den Schrank, um mich drehen zu können. Ich fing an, mich zu drehen und nach ein paar Runden war es wieder da. Ich versuchte es aus meinem Kopf zu kriegen. Ich schloss meine Augen und drehte mich einfach weiter. Drehte mich, bis ich sein Atmen in meinem Gesicht spürte. Meine Augen öffneten sich und direkt vor mir war es. Meine Augen, die sich versuchten zu beruhigen, erkannten ein paar Details. Ein graues Gesicht, eingesunkene Augen, die wie schwarze Löcher aussahen. Ich fing an zu weinen. „Mama Mama!“ und mit einem Augenblick war es weg.

Meine Mutter rannte ins Zimmer „Was ist? Was ist los Schatz?“ Ich war verwirrt und verängstigt. Ich versuchte zu sprechen, konnte aber nicht. „Genug Spielchen. Ich bin beschäftigt.“ Sie verließ das Zimmer und ich versuchte ihren Namen zu sagen, mein Arm versuchte sie zu erreichen, aber die Worte blieben in meinem Hals stecken. Sie hat mich verlassen. Ich war so verängstigt, mich zu bewegen, zu reden. Irgendwann traute ich mich, aus meinem Zimmer in die Küche zu rennen. Ich setzte mich in die Ecke und schaute meiner Mutter zu. Nervlich am Ende, bewegte ich mich bis zur Schlafenszeit keinen Millimeter mehr.

Mama brachte mich in mein Zimmer und deckte mich zu „Ich bringe dir ein Glas Wasser“. Sie verließ den Raum. Sie kam zurück. „Hier“, sie streckte ihren Arm aus, aber ich bewegte mich nicht. „Schatz?“ Ich antwortete nicht. Sie stellte es auf den Tisch neben mich. „Schlaf gut, schöne Träume“. Die Tür schloss sich und mein einziger Schutz war weg. „Schöne Träume.“ Als sie ging, war es dort in der Ecke. Als sie mir das Wasser brachte, folgte es ihr hinüber zu meinem Bett. Ich erinnere mich an seinen Blick, als es sich umdrehte. Es kam zu meinem Bett und wachte über mich. Die ganze Nacht. Ich hatte riesige Angst davor einzuschlafen. „Dreh dich“, sagte es. Seine Stimme wirkte fremd, aber ich verstand und wollte gehorchen. Langsam stieg ich aus dem Bett. Ich fing an mich zu drehen. Es kam näher und näher.

Ich wachte auf. Ich lag auf dem Boden und die Sonne schien, es war nicht mehr da. Mein Kopf schmerzte unbeschreiblich. Ich fasste ihn an und getrocknetes Blut klebte an meiner Hand. Ich stand auf und fiel wieder zu Boden. Auf dem Boden war eine Blutlaache. Ich fühlte mich so leicht, mir war schwindelig. Ich fing an, meine Mutter zu suchen. Sie war nicht in ihrem Schlafzimmer. Ich rutschte die Treppen runter, konnte sie allerdings nirgendwo finden. Alles verschwam und da war es wieder. „Es ist okay“, flüsterte es.
Ich fiel auf mein Gesicht und das Letzte woran ich mich noch erinnern kann, war das schwere Gewicht auf meinem Rücken und der Atem im Nacken.

Meine Welt verschwamm und wurde schwarz. Wer weiß, wie lange ich ohnmächtig war. Ich hatte viel Blut verloren, als meine Mutter aus dem Badezimmer kam. Ich hörte Geschrei und fühlte wie mein Körper bewegt wurde. Sie musste mich geschüttelt haben, doch ich konnte es nicht sehen. Mein Gesicht schmerzte. Es fühlte sich an, als ob Tränen auf mein Gesicht tropfen würden. Ich wollte sie fühlen, aber stattdessen waren da leere Löcher wo meine Augen sein sollten. Ich beruhigte mich. „Es ist okay“, flüsterte ich. Und plötzlich hatte ich eine ganz kleine Bitte an sie: „Mama…

„Dreh dich.“

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Übersetzerin: Mirai

Korrekturleser: dannyk96

Juli 1

Tominos Hölle

Es handelt sich hierbei um eine japanische Legende, in der es um ein Gedicht geht. Der Name des Gedichts lautet „Tomino no Jigoku“ (Zu Deutsch: Tominos Hölle). Man sagt, dass man das Gedicht niemals laut aufsagen darf, sondern nur in Gedanken mitlesen soll, da ansonsten schlimme Dinge passieren. Tominos Hölle wurde von 四方田 犬彦 (Yomota Inuhiko) in einem Buch verfasst, zu übersetzen mit „Das Herz ist wie ein rollender Stein.“, und ist ein Teil eines Gedichtbandes (Veröffentlicht 1919 von Saizo Yaso). Man ist sich nicht sicher, wie das Gedicht seinen schlechten Ruf bekam, aber überall liest man Warnungen. „Wenn du dieses Gedicht laut liest, werden tragische Umstände (凶事) geschehen.“. Es hört sich wie ein Fluch an. Man sagt aber, es wäre nicht zu vergleichen mit den gewöhnlichen Du-wirst-sterben-Storys. Es ist anders.

Diese Legende wurde auf 2chan bekannt, einem großen Internetforum, dem japanischen Pendant zu 4chan. Viele User berichteten, dass nichts passierte. Andere wiederrum tauchten nie wieder auf, um ihre Eindrücke zu schildern. Ich denke, dass diese Unwissenheit viel unheimlicher ist, als zu wissen, ob der Betroffene wirklich gestorben ist. Wenn du es unbedingt laut lesen möchtest, wird die japanische Fassung empfohlen, nicht die Deutsche bzw. Englische, da die Übersetzungen variieren.

トミノの地獄
Tomino no Jigoku (Tomino’s Hölle)

姉は血を吐く、妹(いもと)は火吐く、
ane wa chi wo haku, imoto wa hibaku,

Ihre ältere Schwester erbrach Blut, ihre jüngere Schwester spuckte Feuer

可愛いトミノは 宝玉(たま)を吐く。
kawaii tomino wa tama wo haku

Und die süße Tomino spuckte Glasperlen

ひとり地獄に落ちゆくトミノ、
hitori jigoku ni ochiyuku tomino,

Tomino stürzte allein in die Hölle

地獄くらやみ花も無き。
jigoku kurayami hana mo naki.

Gehüllt in Dunkelheit, in der nichtmal die Blumen blühen

鞭で叩くはトミノの姉か、
muchi de tataku wa tomino no ane ka,

Ist die Person mit der Peitsche Tominos ältere Schwester,

鞭の朱総(しゅぶさ)が 気にかかる。
muchi no shubusa ga ki ni kakaru.

Ich wundere mich, wessen Blut wohl an ihr haftet?

叩けや叩きやれ叩かずとても、
tatakeya tatakiyare tatakazu totemo,

Schlag, schlag, ohne zu schlagen,

無間地獄はひとつみち。
mugen jigoku wa hitotsu michi.

Unendliche Hölle, eine Straße

暗い地獄へ案内(あない)をたのむ、
kurai jigoku e anai wo tanomu,

Würdest du ihn in die dunkle Hölle leiten,

金の羊に、鶯に。
kane no hitsuji ni, uguisu ni.

zu dem Schaf aus Gold, zum Japanbuschsänger

皮の嚢(ふくろ)にやいくらほど入れよ、
kawa no fukuro niya ikura hodo ireyo,

Steck so viel wie du kannst in deinen Ledersack,

無間地獄の旅支度。
mugen jigoku no tabijitaku.

Zur Vorbereitung auf die bekannte Hölle

春が 来て候(そろ)林に谿(たに)に、
haru ga kite soro hayashi ni tani ni,

Frühling naht, selbst in den Wäldern und dem Bach,

暗い地獄谷七曲り。
kurai jigoku tani nana magari.

selbst in den sieben Dörfern der finstren Hölle

籠にや鶯、車にや羊、
kago niya uguisu, kuruma niya hitsuji,

Der Japanbuschsänger im Vogelkäfig, das Schaf im Gehege,

可愛いトミノの眼にや涙。
kawaii tomino no me niya namida.

Tränen in den Augen der süßen Tomino

啼けよ、鶯、林の雨に
nakeyo, uguisu, hayashi no ame ni

Weine, Japanbuschsänger, dem Regenwald zugewandt

妹恋しと 声かぎり。
imouto koishi to koe kagiri.

Er schrie, dass er seine kleine Schwester misste

啼けば反響(こだま)が地獄にひびき、
nakeba kodama ga jigoku ni hibiki,

Das weinende Echo erschallt durch die ganze Hölle,

狐牡丹の花がさく。
kitsune botan no hana ga saku.

Die Fuchsrose blüht

地獄七山七谿めぐる、
jigoku nanayama nanatani meguru,

Umkreist die sieben Berge und Ströme der Hölle,

可愛いトミノのひとり旅。
kawaii tomino no hitoritabi.

Die einsame Reise der süßen Tomino

地獄ござらばもて 来てたもれ、
jigoku gozaraba mote kite tamore,

Sind sie in der Hölle, bring sie zu mir,

針の御山(おやま)の留針(とめはり)を。
hari no oyama no tomehari wo.

Die Nadel der Gräber

赤い留針だてにはささぬ、
akai tomehari date ni wa sasanu,

Ich werde nicht mit der roten Nadel stechen,

可愛いトミノのめじるしに。
kawaii tomino no mejirushini.

In die Meilensteine der kleinen Tomino

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Übersetzer: dannyk96
Korrekturleser: Mirai
Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/Tomino’s_Hell