September 23

Süße Freuden

Du bewunderst gerade das rot glänzende Stück Bonbon in deiner Hand. Es ist ungefähr so groß wie eine gewöhnliche Murmel. Himbeergeschmack, das magst du am Liebsten. Sofort steckst du es dir in den Mund und ertastet mit deiner Zunge den Geschmack des leckeren Zuckerstücks. Es ist kein stark-süßer Geschmack, sondern eher ein angenehmes, seichtes Süß. Es wandert mit den Bewegungen deiner Zunge durch deinen Mund, dabei entfaltet sich mehr und mehr des Himbeeraromas.

Kennst du dieses Gefühl? Dieses Verlangen nach mehr als nur den Geschmack von süßem Speichel? Wenn sich das Aroma mit deiner Spucke verbindet? Alle kennen es, du kennst es, ich kenne es. Diese Lust nach fester Konsistenz im Mund. Also fängst du an darauf herumzukauen. Du suchst eine Kante an der glatten Oberfläche des Bonbons, woran du einen deiner Zähne hängen kannst, um ihn Schritt für Schritt zu zerkleinern. Scheinbar gelingt es dir. Es fühlt sich an wie immer. Das Knirschen des zerkauten Bonbons vernimmst du in deinen Ohren. Ganz kleine Teile des Bonbons lösen sich unter dem Speichel sofort auf, und schluckst ihn runter… Moment…

Plötzlich musst du husten, scheinbar hast du dich verschluckt. Du spuckst etwas aus.

Das Bonbon ist noch ganz.
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Autor: dannyk96

September 16

Altmetall Seele

„Ich denke, dass ich menschlich bin.”

Der Meister schaut von seiner Arbeit auf in die Richtung des Androiden, der gerade das Büro betreten hat.
„Nicht das schon wieder.“ stöhnt der Meister auf.
„Ich meine es ernst!“, schnappt der Androide wütend, „ Und ich will nicht deswegen schon wieder von Ihnen abgewiesen werden!“
„Beruhige dich einfach.“, antwortet der Meister, die offene Hand hochhaltend, „Habe ich oder einer der anderen Meister dich jemals angelogen?“

„Würde ich wissen, wenn Ihr es hättet?“
Mit einem Seufzer lehnt sich der Meister in seinen Stuhl.
„Wir sind nicht wie ihr“, sagte der Meister einfühlsam, „Das menschliche Gewissen erlaubt uns nicht zu lügen, du weißt das. Meister sind nicht wie Maschinen. Wir sind stets an unsere eigene Moral gebunden.“
„Aber ich doch auch!“

„Wie das?“
„Erst gestern“, fängt der Androide aufgeregt an, „die Einheit neben mir hat sich versehentlich das Handgelenk an der Spulmaschine geschnitten. Weißt du, was ich getan habe? Ich habe aufgehört zu arbeiten und ihm geholfen! Ich habe meine Quote vernachlässigt, nur ihm zuliebe! Würde eine Maschine das tun?“
„Ja, das ist genau was eine Maschine tun würde“, seufzt der Meister, „Du hast die Effizient der Fabrik erhalten, so wie du programmiert wurdest.“

„Inwiefern sind Menschen anders?
„Ein Mensch kann wirklich Opfer bringen. Ein Mensch würde für etwas, an das er glaubt, sterben.“

„Ich habe meine Quote geopfert!“, argumentiert der Androide.
Kopfschüttelnd nimmt der Meister eine Packung Zigaretten von seinem Tisch und antwortet:

„Hör dir doch zu! Denkst du wirklich, wir würden dich anlügen? Wieso sollten wir das tun? Was würden wir daraus gewinnen?“

„Es ist leichter, wenn wir denken, dass wir Androiden sind. Auf diese Weise können wir schuften wie Sklaven und Ihr könnt es einfach rechtfertigen, weil es ja die natürliche Ordnung ist.“
„Menschen können solche Lügen nicht begehen“, antwortet der Meister ruhig, sein Feuerzeug in der Schublade des Tisches suchend, „Unser Gewissen würde das uns nicht erlauben! Hör zu, du denkst wie eine Maschine und für eine Maschine würde es Sinn machen zu Lügen. Du verstehst das alles falsch.“
Über ihnen dreht sich der Ventilator unaufhörlich, einen niedriges, kaum hörbares Summen von sich gebend.
„Was passiert wenn ein Androide stirbt?“, fragt der Androide um das Thema zu wechseln, während er sein Gewicht ungeduldig von einem Bein aufs andere verlagert.
„Er kommt wie die anderen kaputten Werkzeuge zur Wiederverwertung.“
„Das ist nicht das, was ich meine.“
„Was meinst du?“, fragt der Meister, schließt seine Schublade und seufzt, realisierend das er sein Feuerzeug verlegt hat.
„Ich habe gehört, dass Menschen in den Himmel gehen, wenn sie sterben.“
„Ach, du wunderst dich, ob es ein Nachleben für Androiden gibt…“
„Ich vermute schon.“, antwortet der Androide, „Ich meine, wenn der Schöpfer der Menschen ihnen den Himmel gegeben haben, wieso haben unsere Schöpfer uns nichts gegeben?“
„Du bist programmiert um das zu tun, was wir wollen das du tust. Androide brauchen keine Belohnungen.“
„Aber Sie sagten, Menschen wären an ihre eigene Moral gebunden. Wieso sollten sie dann eine Belohnung brauchen um das gute Benehmen zu fördern, wenn sie von Natur aus dazu veranlagt sind?“
„Das lastete in letzter Zeit schwer auf dir, oder?“, denkt sich der Meister laut, kurz pausierend um danach zu ergänzen, „Es ist wirklich das Beste wenn du das alles vergisst. Du bist nicht der erste Androide, der davon überzeugt war ein Mensch zu sein und wirst auch nicht der letzte sein. Du solltest auf mich hören, nichts Gutes ist diesen Androiden jemals widerfahren.“
„Ihr habt sie stillgelegt?“

„Nein“, der Meister runzelt seine Stirn, „sie haben sich normalerweise selbst stillgelegt. Manchmal unbeabsichtigt.“
Der Androide sieht schuldvoll zu Boden.
„Warte“, sagt der Meister besorgt, „du hast dich doch nicht selbst verletzt, oder?“
„Ich wollte mich nicht so sehr verletzten, wie ich es dann getan habe“, gibt der Androide zu und zieht sein Hosenbein hoch. An seinem Unterschenkel glüht eine dicke, rote Wunde.
“Du hättest verbluten können!”, schreit der Meister fast in seinem Schock. „Was hast du dir gedacht?!
„Ich konnte keine Maschinerie darunter finden“, sagt der Androide schnell mit einem Hauch von Wut, „Da ist nur Fleisch und Blut.“
„Wir benutzen biosynthetische Androiden! Um Gottes Willen, wenn du dich weiter schneidest, wirst du dich selbst kaputt machen!“
„Wenn ich mich weiter schneide, sterbe ich. Menschen sterben.“
„Du bist kein Mensch“, schnappt der Meister in seiner Frustration, „Unter dem Fleisch hast du ein Gestell und das ist alles. Du wirst nicht dein Seele unter deiner Haut finden, sondern nur Altmetall aus dem du zusammengesetzt wurdest!“
Der Androide sieht nach unten.
„Du weißt doch…“, antwortet der Android, langsam hinter seinen Rücken greifend, „Androiden können Menschen nichts antun. So sind wir programmiert.“
Der Meister erstarrt.
„Ich bin menschlich“, schlussfolgert der Androide, eine Pistole hervorholend, die er hinten in seine Hosen gesteckt hatte. Die Waffe richtet sich auf die Stirn des Meisters.
„Woher hast du die?“
„Sie wissen, dass das Ihre ist. Ich habe sie von Ihrem Schreibtisch geklaut.“, antwortet der Android, Verachtung schimmert aus seinem Ton, „Wieso hast du eine Pistole, wenn Androide Euch nicht wehtun können?“
Gar nicht auf eine Erwiderung wartend, beantwortet der Androide seine eigene Frage:

„Sie wissen ziemlich genau, dass wir Menschen sind, jeder einzelne von uns. Jetzt kann ich es beweisen.“

„Dein Programm ist fehlerhaft. Es ist nur ein Glitch. Diesen Abzug zu drücken beweist gar nichts.”
“Es beweist alles”, zischt der Androide, sein Griff straffte sich um die Pistole.
„Wieso machst du das?“, plädiert der Meister, „Hab ich dir jemals was angetan?“
„Sie haben mich angelogen, mich einen Androiden genannt und mich davon überzeugt, ich wäre etwas Schlechteres. Sie müssen für das, was Sie getan haben, bezahlen.“
„Wenn ich sterbe, werde ich in den Himmel gehen“, argumentiert der Meister schnell, „ Du kannst einen Menschen nicht mit dem Tod bestrafen.“
Der Androide bleibt für einen Moment still stehen.
„Sie haben Recht.“, der Androide nickt.
Er hebt die Pistole an seine eigene Schläfe und betätigt den Abzug.
„Ist hier drinnen alles in Ordnung?“, fragt ein zweiter Meister, einen Moment später im Türrahmen auftauchend und sofort von dem grotesken Anblick zurückspringend.
Geschockt starrt der erste Meister ruhig auf die zerstörte Gestalt.
„Jemand sollte diese Unordnung aufräumen!“, ruft der zweite Meister in den Fabrikraum und als Antwort kommen zwei Androiden in das Büro, werfen den kaputten Androiden in den Recycling Müll und schrubben die Überreste von dem Büroteppich.
Darüber dreht sich der Ventilator.
„Denkt sonst noch jemand, er wäre menschlich?“, schreit der zweite Meister wütend zu den arbeitenden Androiden, „Da sind Maschinenstücke über die Wand dieses Büros verteilt, sollte noch Zweifel haben.“
Der erste Meister zieht sein Feuerzeug aus seiner Manteltasche, sich daran erinnernd, wo er es versteckt hatte.
„Bist du okay?“, fragt der zweite Meister als die Androiden mit dem Putzen fertig sind und die beiden Meister alleine im Büro zurückbleiben.
Der erste Meister zündet die Zigarette an bevor er die Frage mit seiner eigenen ignoriert:
„Könntest du dir vorstellen, dass sie raus finden, das wir auch Androiden sind?“
Nach einer kurzen Pause, lässt der zweite Meister einen kurzen, nervösen Lacher raus, der schnell verstummt.
Stille liegt in der Luft, verschmelzend mit dem Zigaretten Rauchs, während die Insassen des Büros sich mit ihren eigenen Gedanken beschäftigen.
„Meinst du, unsere Meister sind wirklich Menschen, oder ist einfach jeder eine Maschine?“, fragt der zweite Meister, gegen den Türrahmen gelehnt und die Androiden bei der Arbeit zusehend.
„Willst du wirklich wissen, was ich denken?“
Der zweite Meister nickt langsam, der erste lehnt sich zurück in seinen Stuhl, einen langen Zug von seiner Zigarette nehmend, bevor er spottet:
„Es gibt keine Menschen.“
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Übersetzerin: Ciisca

Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/Scrap-Metal_Soul

September 14

Tag

Sie quietscht vergnügt als ich sie markierte. Es war klar dass sie es liebte, sie lachte bis ihr die Tränen in die Augen traten. „Papa, bitte hör auf, meine Seiten schmerzen“ Sie lachte weiter. Ihre Freude war ansteckend, ich lachte, einmal in Jahren. Ich wage es zu sagen dass ich noch nie zuvor in meinem Leben so viel gelacht habe. Leider kommen alle guten Dinge zu einem Ende, sie war müde und schlief kurze Zeit später ein.

Bald kam meine Frau nach Hause. Sie war so froh mich zu sehen, sie rief meinen Namen, wieder, lachte sich zu Tränen. Lachend umarmte sie mich. Ich lächelte weiterhin. Als sie an mir herab blickte, sah sie mein Werkzeug, schnell fokussierte sie wieder meine Augen. Ich lachte weiterhin. „Michael…“ Tränen liefen ihr vor Aufregung das Gesicht hinunter. „Wie konntest du so etwas unserem kleinen Engel antun?“ Sie versuchte wegzulaufen, aber sie war zu langsam. „Tag…“ mein Grinsen wurde breiter. „Du bist dran“.
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Korrekturleser: Darkitachi

 

Übersetzer: Manca

 

September 9

Seen but no reply

Es sind 8 Minuten vergangen, seit ich meine Nachricht versendet habe. Gesehen, aber keine Antwort. Es muss etwas passiert sein. Vielleicht Ist er verletzt? Es ist nicht unwahrscheinlich das er gestolpert ist und sich den Kopf gestoßen hat. Sein Apartment ist schließlich unordentlich. Vielleicht ignoriert er mich einfach? Nein, natürlich nicht. So ist er nicht.

Ich nehme mir die Schlüssel meines Wagens welche ich zufälligerweise neben meinem Computer platziert habe, und renne aus der Tür. Ich schneide durch die Nachtluft in meinem 96′ Corolla und warte ungeduldig an den Ampeln als ich durch den Vorort rase. Vielleicht ist er einfach nicht zuhause? Unterwegs mit seinen Freunden? Sah die Nachricht, doch ignorierte sie? Nein, vielleicht möchte er das ich ihn will? Oh, ich will ihn… Ich setzte den Blinker und biege in seine Straße ein.

Ich fahre in seine Auffahrt und springe aus dem Auto, die Tür schlage ich eilig hinter mir zu. Ich hechte in das Gebäude, eine schmutzige alte Wohnung. Dem Aussehen nach hätte man angenommen, das es schon lange verlassen ist, aber ich weiß es besser.

Ich gehe hinein und renne die Treppen nach oben. Was ist wenn ihm tatsächlich etwas passiert ist? Nein, ich darf so nicht denken. Aber was wenn doch? Ich muss mich beeilen. Ich keuche als ich den vierten Stock erreiche, aber jetzt ist nicht die Zeit sich auszuruhen. Schnell mache ich mich auf den Weg zu seiner unverschlossenen Wohnungstür. Ein Laptop steht allein auf dem Schreibtisch. Ich platziere meine Schlüssel neben dem Laptop und setzte mich. Gesehen, aber keine Antwort. Vielleicht ist er verletzt.

Ich nehme meine Schlüssel, die neben meinem Laptop liegen und renne aus der Tür.
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Korrekturleser: dannyk96

 

Übersetzer: Darkitachi

 

September 6

Brutkästen

Ich war eine frischgebackene Krankenschwester auf der Suche nach meinem ersten Job.
Nachdem ich viele Bewerbungen geschrieben hatte wurde ich in einem schicken Privathospital für Geburtshilfe und Schwangerenvorsorge angenommen. Es war bekannt für seine Leihmutterschaftsprogramme und genetisch starken Babys.
Ich war schon sehr aufgeregt und konnte es kaum erwarten meinen Arbeitsplatz, und meine Kollegen kennenzulernen.

Um Punkt 9 stand ich vor dem „Gesegnete Flügel“ Krankenhaus. Ich wurde von sehr lieben, freundlichen Doktoren und Schwestern begrüßt, und die Einführung verlief genauso wundervoll. Ich knüpfte schnell Kontakte und gewöhnte mich an meine Routine. Alle Bereiche des Krankenhauses durfte ich nicht betreten – klar, ich war noch neu und musste mir mein Vertrauen erarbeiten.
Das einzige was mich zum Nachdenken brachte war, dass ich nie eine Leihmutter das Hospital betreten oder verlassen sah. Was ich sah waren immer viele glückliche Paare, die ihre kleinen Babys abholten. Die Leihmütter waren dabei nie anwesend.

Mein Job war es, sich um die Babys zu kümmern bis sie von ihren neuen Eltern abgeholt wurden.
Es war sehr erfüllend für mich, mit so kleinen lebendigen Bündeln voller Leben zu arbeiten. Jedes Baby war total gesund und keines hatte Ähnlichkeiten mit den anderen, als ob sie von einem Designer entworfen waren.

Das einzige womit ich ein Problem hatte, waren die schmerzvollen Schreie der Frauen in den Wehen, die man außerhalb der Station und dem Warteraum hören konnte. Die Schwestern und Doktoren taten sicher ihr Bestes die Frauen zu beruhigen, doch die Schreie hielten an. Sie hörten sich weniger nach Schmerz, als nach Schrecken an. Ich hatte gelernt, diese Geräusche zu ignorieren und mich auf das Ergebnis zu konzentrieren, bis ich eine Frau „Wieso hört ihr nicht auf? Bitte, lasst mich gehen!“, schreien hörte. Das werde ich niemals vergessen.

Nach ein paar Monaten dort hatte ich den Mut zu fragen wo und wann die Leihmütter das Krankenhaus betreten und verlassen. Die Antwort war Schweigen und ernste Blicke. Am Ende zog mich meine Unterstützung beiseite und bat mich, keine Fragen mehr zu stellen und einfach meinen Job zu machen. Es gab nichts worüber man sich Sorgen machen müsste.
Die Schreie hallten weiter durch die Gänge des Hospitals. Trost fand ich auf der Station bei den Neugeborenen, doch die Schreie folgten mir durch das ganze Gebäude.

Mein erstes Jahr verlief ohne Zwischenfall und ich durfte nun alle Teile des Krankenhauses betreten, aber es gab keinen Grund, die Station und den Aufenthaltsraum zu verlassen.
Doch bald gewann meine Neugierde die Oberhand. Bald nach meinem Einjahresjubiläum, als ich durch die Gänge lief, hörte ich wieder das Schreien einer Leihmutter in den Wehen. Aber was mich erst richtig aufhorchen ließ war, dass ich hier die selbe Frau hörte, die vor einem Jahr gefleht hatte. Sie gebahr ihr zweites Baby in weniger als zwei Jahren und als professionelle Leihmutter müsste sie wissen wie ungesund das ist. Wieder hörte ich ihr Geschrei und ihre bitten, sie gehen zu lassen. Sie gehen lassen? Wurde sie gegen ihren Willen hier festgehalten?

Ich wartete noch weitere zwei Wochen bevor ich endlich den hinteren Teil des Krankenhauses erkundete. Ich hatte Nachtschicht. Es war kaum jemand da, sodass ich unbemerkt umherhuschen konnte.
Irgendwann befand ich mich in einem langen, ausgeschilderten Gang der zu verschiedenen Geburtsräumen und einem weiteren Aufenthaltsraum führte.

Plötzlich hörte ich den Schrei einer Frau. Ich hatte gelernt, diesen Schrei als Zeichen für starke Wehen zu erkennen. Das komische Geräusch kam von einer Tür auf der „Brutkästen“ stand.
Da niemand in der Nähe war öffnete ich die Tür um zu schauen, ob sie ok war. Hätte ich das bloß nicht getan.
Als ich die Tür öffnete kam mir das Gefühl, mich zu übergeben. Ich werde es nie vergessen.

Im großen Raum hinter der Tür standen zwei dutzend Betten, auf jedem lag eine Frau, jede in einem anderen Schwangerschaftsstadium. Alle Frauen waren noch jung und aus verschiedenen Ländern, ihre Beine und Arme waren amputiert worden.
Schläuche, sich an die verstümmelten Körper schmiegend, waren das einzige, was sie noch am Leben hielt.

Eine blonde Frau, ihr Bauch war absolut riesig im Vergleich zu ihrem verstümmelten Körper, entdeckte mich gleich und bettelte um Hilfe.
„Bitte, bring uns hier raus!“
Ich bewegte mich nicht, sagte nichts, starrte sie nur an.
„Bitte“, schrie sie, „Sie lassen uns nicht gehen. Sie hören nicht auf uns zu benutzen!“
Ich drehe mich um und schaue zur Tür.
Die Frau schrie mich an, Tränen in den Augen. „Wir können uns nicht bewegen. Wir können nicht flüchten, bitte, wir brauchen Hilfe!“

Meine Angst setze ein und ich stürmte aus dem Raum. Ich kehrte in die Station zurück und beobachte die Neugeborenen. Unschuldige kleine Wesen die dort lagen. Das kann doch nicht das Ergebnis eines solch schrecklichen Experiments sein, oder?

Meine Schicht war zu Ende und ich war so schnell wie möglich aus dem Krankenhaus. Als ich endlich in meiner eigenen Einfahrt stand, übergab ich mich im Gras daneben und wimmerte für die armen Frauen, die ich dort gelassen hatte.
In dieser Nacht schlief ich nicht mehr. Ich konnte ihre schmerzvollen Schreie und ihr Flehen für Freiheit hören.

Zwei Tage später kehrte ich in das Krankenhaus zurück und begann meine Schicht. Ich betrat die Station und meine Aufmerksamkeit zog sich sofort auf ein blondes Neugeborenes. Das gleiche blond, das die Frau hatte, die mich um Hilfe gebeten hat.
Ich wusste, was ich gesehen hatte, war wahr.
Ich sagte meinem Vorgesetzten ich würde nach Hause gehen weil es mir schlecht ging. Als ich zu Hause war rief ich die Polizei und erzählte ihnen was ich gesehen hatte.

Die Frauen wurden in ein Neues gebracht und meines wurde geschlossen. Ich konnte mich wieder entspannen und wartete darauf, dass die Story in den Nachrichten auftauchen würde. Aber sie kam nie. Keine Nachricht über die menschlichen Brutkästen die befreit wurden.

Überhaupt wurde die Ankunft der Frauen im neuen Hospital nicht dokumentiert…

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Übersetzerin: Mirai

Korrekturleser: dannyk96

Original: http://www.creepypasta.org/creepypasta/incubators#read

September 4

Das Gefühl

Wir haben es alle gefühlt.

Du bist zu spät. Arbeiten, studium, einen Film schauen, lesen auf dem Computer. Egal was du tust, du fühlt es. Du bist müde und hast das Gefühl von groben Körnern in den Augen das man bekommt wenn man eine Weile keinen Schlaf bekommen hat.

Okay, du kannst im Moment nicht ins Bett gehen, aber deine Augen für einige Minuten schließen tut sicher nicht weh, oder? Einfach nur damit ein wenig Feuchtigkeit an die Augen gelangen kann.

Dann fällst du, als hättest du einen Schritt weg von der Klippe gemacht. Du befindest dich im freien Fall, auch wenn dein Körper sich selbst nicht bewegt.

Dann schnappt es plötzlich wie ein Bungee seil zurück und du wachst durch den plötzlichen Ruck auf. Dein Herz schlägt schneller und du fragst dich was gerade passiert ist.

Ärzte nennen das Einschlafzuckungen. Eine natürlich Reaktion sagen sie. Dein Gehirn denkt du stirbst und verlangsamt Atmung als auch deine Herzfrequenz wenn du einschläfst.

Was die Ärzte nicht wissen ist, dass das Gehirn richtig liegt. Jedes mal, wenn du einnickst, jedes mal wenn du dieses Gefühl des fallens hast, fällst du nicht. Du wirst nach unten gezogen.

Und eines Tages… wird dein Gehirn nicht mehr in der Lage sein dich zurückzuholen und nach oben zu ziehen.

Dann haben sie dich.

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Übersetzer: dannyk96

Korrekturleser: Mirai

Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/The_Feeling