Oktober 15

Power Outage

Als ich sechs Jahre alt war, war alles noch einfach. So wie jedes andere Leben eines Sechsjährigen. Aber da war diese Zeit…nun, ich weiß nicht mehr was geschehen ist. Es war der 13 Juni 1999. Es war kalt, obwohl es Sommer war. Ich war alleine in meinem Zimmer und habe mit meinem Gameboy gespielt, der eine dieser Beleuchtungen hatte. Alles war normal, bis es anfing zu regnen. Eigentlich war es schon eher ein Sturm. Ich war in meinem Zimmer, während meine Eltern oben waren, als die Lichter zu flackern begannen. Zu dieser Zeit weiß ich nicht mehr genau was passierte und spielte einfach weiter. Ich war gerade dabei den dritten Arenaleiter zu besiegen als die Lichter im Haus plötzlich ausgingen. Für einen Sechsjährigen ziemlich angst einflößend. So etwas ist noch nie zuvor geschehen. Es war so dunkel, so unheimlich. Nervosität ergriff Besitz von meinem Körper. Ich lief die Treppen nach oben so schnell ich konnte, mein Gameboy war die einzige Lichtquelle die ich benutzen konnte um meine Eltern zu finden. Sie waren nicht da. Ich schrie ihre Namen. Nichts. Ich lief in jeden Raum und suchte nach ihnen, aber sie waren nicht da. Dann fing ich an Dinge zu hören. Tippen auf dem Glas, Schritte und das Knarzen des Fußbodens. Jemand oder irgendwas muss in das Haus eingebrochen sein. Ich wusste nicht mehr was passierte, ich saß weinend auf dem Fußboden mein Gesicht in den Händen vergraben. Ich hörte nicht auf zu weinen bis ich etwas im ersten Stock hörte. Sehr langsam leuchtete ich es an. Große weiße Augen, sehr groß. Das waren nicht meine Eltern. Mein Herz blieb stehen. Was…ist..? Als es das Ende der Treppen fast erreichte, konnte ich mich nicht mehr bewegen mein Körper war paralysiert vor Angst. Die Lichter gingen wieder an. Es starrte mich an, mit seinen riesigen Augen die wie kleine Herzen schlugen. Seine Haut so dünn, man konnte die Muskeln in seinem Gesicht sehen. Ich konnte sehen wie eine große Menge Salbei aus seinem Mund hingen. Es deutete mir mit seinen Fingern, ich solle zu ihm kommen während er ein krankes lächeln im Gesicht hatte. Dann kamen meine Eltern durch die Haustüre, sie waren im Nachbarhaus gewesen. Ich drehte mich wieder um und sah Richtung Treppe um…. doch ich fand nichts.
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Übersetzer: Manca
Korrekturleserin: Ciisca

Oktober 8

Der Butler

Mein Name ist Sebastian. Ich bin der Butler der bekannten Familie van Lupus und die Geschichte die ich euch nun erzähle, spiegeln die letzten Momente meines Lebens wieder:

Vor einigen Stunden sollte ich das Abendessen für die Familie servieren. Als ich mit den ersten Gerichten aus der Küche runterkam, hörte ich einen lauten Schrei. Es hörte sich an wie Lady van Lupus, die Dame des Hauses. Ich rannte hinunter, rechnete mit dem Schlimmsten. Auf meinem Weg fand ich einige Angestellte der Familie vor, in ihrem eigenen Blut baden, auf dem Flur verteilt. Ich war von diesem Anblick geschockt, rannte aber weiter. Irgendwann fand ich Lady van Lupus…ebenfalls in ihrem eigenen Blut badent. Ich überlegte nun, was ich tun sollte. Vor einigen Jahren ist Myladys Ehemann gestorben, er wurde anscheinend ermordet, keiner weiß genau, von wem oder wieso. Das Komische war damals, dass er zwar getötet wurde, der Mörder aber weder sein Geld, noch den Schmuck, den er trug, gestohlen hatte. Er wurde einfach getötet, ohne ersichtlichen Grund

Hinter mir ertönte ein schleifendes Geräusch. Ich hielt die Luft an, hatte Angst wer jetzt grade hinter mir steht. ,,Sebastian“, ertönte eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um. Vor mir stand der Sohn der Lady, Croquet, ,,Sebastian, was ist hier passiert? Ich fand diesen Rapier hier grade im Esszimmer liegend. Wer war das. Wer würde meiner Mutter und den Angestellten sowas antun?“ Ich war froh darüber, dass es zumindest dem jungen Lord Croquet gut ging, war jedoch immernoch angespannt, da der Mörder immernoch hier rumlaufen könnte. Ich schaute zur Lady, guckt ob mir irgendwas auffiel. Sie hatte am Körpter mehrere Stichwunden, wahrscheinlich veursacht von dem Rapier. Was mir jedoch viel mehr auffiel war, dass der Schmuck der Lady noch da war. Es war genauso, wie beim Lord damals. Könnte es sein, dass es sich um den selben Mörder handelte. ,,Ich bringe diese Waffe zur Polizei, Sebastian. Vieleicht finden sie an dem Rapier irgendwas, was zur auflösung helfen könnte.“, sagte Croquet. ,,Der Mörder könnte hier immernoch rumlaufen. Bleiben sie lieber in meiner Nähe, Mylord“, erwiederte ich. Croquet Schaute kurz auf den Rapier, dann wieder auf mich. ,,Der Mörder hat doch seine Waffe im Esszimmer liegen lassen und ich habe sie gefunden. Wieso sollte er seine Waffe weglegen, wenn er noch hier wäre? Jeder hätte sie finden können und wäre er noch hier, wäre er schutzlos. Ich denke nicht, dass er noch hier ist.“, sagte Croqeut. Was er sagte, ist eigentlich gar nicht so falsch. Wieso sollte der Täter seine Waffe weglegen und dann weiter im Anwesen verweilen. Andererseits frage ich mich, wieso er die Waffe überhaupt weglegen sollte. ,,Ich mache mich auf den Weg zur Polizei“, sagte Corquet und ging.

Als Croquet weg war, fiel mir auf, wie ruhig er mit der Sache umging. Ich hätte nicht gedacht, dass er nach so einem Vorfall seine Fassung halten kann. Im nächsten Moment fiel mir jedoch noch etwas auf: Die Überwachungskammer an der Wand. Im ganzen Anwesen waren welche. Nach dem Tod von Lord van Lupus hatte Lady van Lupus leichte Paranoier und installierte sie im ganzen Anwesen. Ich dachte mir, müsste auf den Kammeraaufnahmen nicht der Täter zu sehen sein?

Ich ging also nach oben, zu dem Raum, wo die Aufnahmen gespeichert werden. Ich machte die Tür auf, setzte mich an den Rechner und schaute auf die Monitore. Man sah das ganze Anwesen, jeden Raum, jeden Gang. Ich spulte nun etwas zurück. Zwei Stunden zuvor sah ich dann auf den Aufnahmen Lady van Lupus. Sie kam aus ihrem Schlafgemarch raus, sah nach vorne und fing an zu schreien. Ich sah dann den Täter, wie er den Rapier mehrere Male in die Lady rammte und war wie gelähmt. ,,Das darf doch nicht wahr sein…“, murmelte ich leise vor mich her.

Plötzlich hörte ich ein Geräusch. Es war ein leises, schleifendes Geräusch. Ich dreht mich zur Tür. ,,Sebastian…“, ertönte Croquets Stimme.
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Autor: Icebird