Oktober 13

Aku no Hana – Böse Blumen

Ich spähte durch das verschneite Fenster, das einzige Licht, das in unser verstopftes Heim fiel, und seufzte.

Es war mal wieder Nacht und all die guten Schlafplätze waren schon weg. Ich spähte in das kleine Zimmer, da mussten viele Evoli’s sein, vielleicht sogar hundert…

Ich sah auf meine Schwester, die auf dem Arm der Couch, neben der ich saß, schlief. Ich war zu langsam und musste wieder mit der Fensterbank vorlieb nehmen.

Ich rollte mich zusammen und versuchte, mich dadurch zu wärmen, aber die Kälte von dem gefrorenen Fenster war rücksichtslos und ließ mich bis auf die Knochen frieren. Ich beobachtete die anderen Evolis. Im Schlaf sahen wir alle gleich aus, wir wirkten alle gleich, aber am Tag war das eine andere Geschichte. Ich war mehr ein Nacht-Evoli, es war für mich mein einziger sicherer Hafen. All die Pokémon, die mich am Tag belästigten, waren am Schlafen. Meine Ohren hingen herunter und ich hielt Tränen zurück, als ich an unsere Mutter zurückdachte. Sie war gestorben, als die schreckliche Frau, der dieses Haus gehörte uns ihr weggenommen hatte. 

Yoi hatte Glück. Sie erinnerte sich nicht an unsere Mutter, sie war zu der Zeit zu jung gewesen. Ich beneidete sie deswegen und ließ meine leisen Tränen auf den eisigen Ort fallen, auf dem zu schlafen mein Schicksal war. Irgendwann hatte ich mich in den Schlaf geweint.

Am nächsten Tag erwachte ich und wurde von der Frau in ihr Labor gebracht, die anderen Evoli riefen mir traurig hinterher.

Ich wurde auf den Tisch gesetzt und zitterte, als das kalte, metallische Gefühl einer Nadel meinen Körper erreichte.

Ich bemerkte ein lila Kramurx, das traurig aussah, in einem Käfig und fragte ihn, was verkehrt war.

Er sah mich an und sprach:

„Nun ja…siehst du, mir wurde gerade ein …unheilbarer Pokérus injiziert…und es tut weh…es verursacht in mir so große Schmerzen…“

Er tat mir leid und als die Frau das Zimmer für ein paar Minuten verließ redeten wir und wurden Freunde – unglücklicherweise wurde ich dann von der Frau weggetragen – das Kramurx und ich sagten uns tränenreich „Auf Wiedersehen“ und ich hörte ihn etwas sagen, bevor ich ging…

„Rache…?“

Wollte er, dass ich für Pokémon wie uns Rache gegen diese Menschen ausübe?

Diese Nacht starrte ich aus dem Fenster und dachte traurig an meinen neuen Freund – er war ganz allein in dem Käfig…

Irgendwann schlief ich ein.

Ich erwachte wegen eines plötzlichen Geräuschs neben meinem Kopf und sprang auf. Es war Nami. Ich bereitete mich auf seine übliche Angeberei vor, dass er spezieller als wir war, da er eine andere Farbe hatte.

Stattdessen traf mich ein Eisenschweif ins Gesicht.

Ich trat zurück und stieß einen schwachen Schrei aus, dessen Echo man hörte. Ein paar der anderen Evoli’s hatten meine Schwester eingekesselt, so dass sie mir nicht helfen konnte.

„Was ist dein Problem, Nami?!“, rief ich.

Er grinste mich eindeutig an, an jedem Ende war ein leichter Schaum zu sehen. Ich realisierte, wie schlimm die Gefahr war. Nami hatte sich den Pokérus eingefangen und würde bald jeden angreifen, den er sah.

Es schüttelte mich, als ich aufstand. Bevor ich überhaupt auf die Füße kam hatte Nami mich nochmals mit dem Eisenschweif geschlagen.

„I..irgendjemand…wieso haltet ihr ihn nicht auf…?“ Ich spähte die nahen Evoli’s an. Sie sahen alle weg, sie hatten Angst vor Nami.

Nami knurrte, bevor er mir einen weiteren Eisenschweif verpasste. Dieses Mal hustete ich und sah schwach nach oben, ich konnte mich nicht bewegen.

„Nami…bitte…du hast es…du hast Pokérus!“

Als sie das hörten, spitzen die anderen Evoli’s die Ohren. Der Schaum, der von seinem Mund tropfte, wurde für sie nun offensichtlich.

Panik brach aus, als jeder versuchte vor Nami zu fliehen.

Diese Ablenkung verschaffte mir genug Zeit. Ich baute meine Stärke auf und stieß Nami auf den Boden. In einer Panik schlug ich ihn fortwährend.

Irgendwann wurde Nami still und schlaff.

Ich sah auf in einen nahen Spiegel und realisierte, was ich getan hatte.

Mein Pelz war ein dunkles Purpurrot. Ich sah nach unten auf meine Pfoten und sah Nami’s Gesicht zwischen ihnen – entstellt.

Ich sprang zurück, ich fühlte mich entsetzlich. Die anderen Evoli’s sahen mich schockiert an, Yoi hatte einen Ausdruck von Furcht in ihren Augen.

Plötzlich wurden meine Knie schwach und bevor ich es bemerkte schniefte ich wieder.

Es gab ein lautes Geräusch und eine Panik und ich brach zusammen.

Ein paar Tage späten erfuhren wir, dass es unser aller Schicksal war, ein Opfer von Pokérus zu werden. Wir waren nicht viel mehr als ein krankes Wissenschaftsexperiment eines Wissenschaftlers.

Wir wurden fortgebracht und ich wurde gebadet.

Sie murmelten über mich und untersuchten mich.

Es war mir egal. Ich fühlte nichts. Ich hasste sie.

Auch wenn sie mich gerettet hatten, ich hasste diese Menschen.

Warum haben sie es nicht früher aufgehalten?

Warum musste einer von uns sterben?

Haben Pokémon für Menschen denn gar keinen Wert? Oder waren wir bloß Werkzeuge – dafür bestimmt ihre Befehle zu erfüllen, wann immer sie es wollten?

Ich fühlte die Dunkelheit in meinem Herzen und ich glaube, sie fühlten sie ebenso.

Ich kann nicht vertrauen. Ich kann nicht lieben.

Ich werde am Ende bloß verletzt.

Oder vielleicht…vielleicht war ich schon immer so gewesen…

Ich weiß es nicht.

Aber sie sagen mir, dass ich adoptiert werde und Yoi auch.

Für den Moment werde ich ein folgsames, kleines Evoli sein. Ich werde einen fröhlichen Tanz aufführen und eine Maske für meinen Trainer aufsetzen.

Aber wenn die Zeit kommt…

Dann werde ich mich selbst und alle Pokémon von diesen Biestern befreien.

Diese Biester, die sich Menschen nennen…werden unter meinen Klauen verschwinden!

Übersetzerin: Hikari17

Original: missing link


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Verfasst 13. Oktober 2012 von Icebird in category "Eigenartiges & Unbekanntes

1 COMMENTS :

  1. By GFpeppi on

    Am Anfang ist es zwar ein bisschen unübersichtlich, aber dann hab ichsauch kapiert. Ich kanndas evoli verstehen :(

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