Juli 1

Tominos Hölle

Es handelt sich hierbei um eine japanische Legende, in der es um ein Gedicht geht. Der Name des Gedichts lautet „Tomino no Jigoku“ (Zu Deutsch: Tominos Hölle). Man sagt, dass man das Gedicht niemals laut aufsagen darf, sondern nur in Gedanken mitlesen soll, da ansonsten schlimme Dinge passieren. Tominos Hölle wurde von 四方田 犬彦 (Yomota Inuhiko) in einem Buch verfasst, zu übersetzen mit „Das Herz ist wie ein rollender Stein.“, und ist ein Teil eines Gedichtbandes (Veröffentlicht 1919 von Saizo Yaso). Man ist sich nicht sicher, wie das Gedicht seinen schlechten Ruf bekam, aber überall liest man Warnungen. „Wenn du dieses Gedicht laut liest, werden tragische Umstände (凶事) geschehen.“. Es hört sich wie ein Fluch an. Man sagt aber, es wäre nicht zu vergleichen mit den gewöhnlichen Du-wirst-sterben-Storys. Es ist anders.

Diese Legende wurde auf 2chan bekannt, einem großen Internetforum, dem japanischen Pendant zu 4chan. Viele User berichteten, dass nichts passierte. Andere wiederrum tauchten nie wieder auf, um ihre Eindrücke zu schildern. Ich denke, dass diese Unwissenheit viel unheimlicher ist, als zu wissen, ob der Betroffene wirklich gestorben ist. Wenn du es unbedingt laut lesen möchtest, wird die japanische Fassung empfohlen, nicht die Deutsche bzw. Englische, da die Übersetzungen variieren.

トミノの地獄
Tomino no Jigoku (Tomino’s Hölle)

姉は血を吐く、妹(いもと)は火吐く、
ane wa chi wo haku, imoto wa hibaku,

Ihre ältere Schwester erbrach Blut, ihre jüngere Schwester spuckte Feuer

可愛いトミノは 宝玉(たま)を吐く。
kawaii tomino wa tama wo haku

Und die süße Tomino spuckte Glasperlen

ひとり地獄に落ちゆくトミノ、
hitori jigoku ni ochiyuku tomino,

Tomino stürzte allein in die Hölle

地獄くらやみ花も無き。
jigoku kurayami hana mo naki.

Gehüllt in Dunkelheit, in der nichtmal die Blumen blühen

鞭で叩くはトミノの姉か、
muchi de tataku wa tomino no ane ka,

Ist die Person mit der Peitsche Tominos ältere Schwester,

鞭の朱総(しゅぶさ)が 気にかかる。
muchi no shubusa ga ki ni kakaru.

Ich wundere mich, wessen Blut wohl an ihr haftet?

叩けや叩きやれ叩かずとても、
tatakeya tatakiyare tatakazu totemo,

Schlag, schlag, ohne zu schlagen,

無間地獄はひとつみち。
mugen jigoku wa hitotsu michi.

Unendliche Hölle, eine Straße

暗い地獄へ案内(あない)をたのむ、
kurai jigoku e anai wo tanomu,

Würdest du ihn in die dunkle Hölle leiten,

金の羊に、鶯に。
kane no hitsuji ni, uguisu ni.

zu dem Schaf aus Gold, zum Japanbuschsänger

皮の嚢(ふくろ)にやいくらほど入れよ、
kawa no fukuro niya ikura hodo ireyo,

Steck so viel wie du kannst in deinen Ledersack,

無間地獄の旅支度。
mugen jigoku no tabijitaku.

Zur Vorbereitung auf die bekannte Hölle

春が 来て候(そろ)林に谿(たに)に、
haru ga kite soro hayashi ni tani ni,

Frühling naht, selbst in den Wäldern und dem Bach,

暗い地獄谷七曲り。
kurai jigoku tani nana magari.

selbst in den sieben Dörfern der finstren Hölle

籠にや鶯、車にや羊、
kago niya uguisu, kuruma niya hitsuji,

Der Japanbuschsänger im Vogelkäfig, das Schaf im Gehege,

可愛いトミノの眼にや涙。
kawaii tomino no me niya namida.

Tränen in den Augen der süßen Tomino

啼けよ、鶯、林の雨に
nakeyo, uguisu, hayashi no ame ni

Weine, Japanbuschsänger, dem Regenwald zugewandt

妹恋しと 声かぎり。
imouto koishi to koe kagiri.

Er schrie, dass er seine kleine Schwester misste

啼けば反響(こだま)が地獄にひびき、
nakeba kodama ga jigoku ni hibiki,

Das weinende Echo erschallt durch die ganze Hölle,

狐牡丹の花がさく。
kitsune botan no hana ga saku.

Die Fuchsrose blüht

地獄七山七谿めぐる、
jigoku nanayama nanatani meguru,

Umkreist die sieben Berge und Ströme der Hölle,

可愛いトミノのひとり旅。
kawaii tomino no hitoritabi.

Die einsame Reise der süßen Tomino

地獄ござらばもて 来てたもれ、
jigoku gozaraba mote kite tamore,

Sind sie in der Hölle, bring sie zu mir,

針の御山(おやま)の留針(とめはり)を。
hari no oyama no tomehari wo.

Die Nadel der Gräber

赤い留針だてにはささぬ、
akai tomehari date ni wa sasanu,

Ich werde nicht mit der roten Nadel stechen,

可愛いトミノのめじるしに。
kawaii tomino no mejirushini.

In die Meilensteine der kleinen Tomino

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Übersetzer: dannyk96
Korrekturleser: Mirai
Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/Tomino’s_Hell
Mai 27

CreepyPoem #02 – Scharfe Zungen

Vom Dichter erdacht,
aus der Feder gemacht,
aufs Papier gebracht; bin ich nun hier,
suchend nach Sinn und Glückseel‘.

Doch wusst‘ ich nichts anzufangen mit meiner selbst,
ohne Sinn und Verstand zieh ich herum.
Gereicht, erzählt, gelesen, gesungen werde Ich,
doch genug sei es mir nicht.

Berühung, Gefühl und Ausdruck möcht ich verleihen,
den Menschen um mich herum im Innern zu gedeihen.
Doch scheiter Ich an diesem Ziel;
Leere Worte füllen meine Sätze.

„Such!“ Flehte Ich. Unerhöhrt blieb mein Klagen.
Dacht‘ Ich – Selbst sprechen die Taten!

Drum schaff dir selbst Gehör, Dacht‘ Ich.
stechende Leere sollst du fühlen durch mich.

Autor: dannyk96

Februar 7

CreepyPoem #01 – Ich liebe meinen Teddybär

Ich liebe meinen Teddybär.
Er ist so weich und kuschelig.
Ich habe ihn unendlich gern,
denn er war immer da für mich.

Mein Teddy, ist mein bester Freund.
Doch manchmal muss er einfach raus.
Wenn ich in meinem Bettchen träum,
dann schleicht er leise aus dem Haus.

Draußen erkundet er die Welt.
Im Dunkeln kann ihn keiner sehn.
Er jagt sie wie es ihm gefällt.
Hört wie sie laut um Gnade flehn.

Er schleppt sie in den Folterkeller.
Dort reißt er ihn die Arme aus
Wirft es dann auf seinen Teller.
Genießt so seinen Todesschmaus.

Mein Teddy hört sie gerne schrein
Er quält sie, schneidet sie in vier.
Erlöst sie so von ihrem Sein.
Doch bleibt er stehst mein Kuscheltier.

Autor: Melancholibrie