September 4

Das Gefühl

Wir haben es alle gefühlt.

Du bist zu spät. Arbeiten, studium, einen Film schauen, lesen auf dem Computer. Egal was du tust, du fühlt es. Du bist müde und hast das Gefühl von groben Körnern in den Augen das man bekommt wenn man eine Weile keinen Schlaf bekommen hat.

Okay, du kannst im Moment nicht ins Bett gehen, aber deine Augen für einige Minuten schließen tut sicher nicht weh, oder? Einfach nur damit ein wenig Feuchtigkeit an die Augen gelangen kann.

Dann fällst du, als hättest du einen Schritt weg von der Klippe gemacht. Du befindest dich im freien Fall, auch wenn dein Körper sich selbst nicht bewegt.

Dann schnappt es plötzlich wie ein Bungee seil zurück und du wachst durch den plötzlichen Ruck auf. Dein Herz schlägt schneller und du fragst dich was gerade passiert ist.

Ärzte nennen das Einschlafzuckungen. Eine natürlich Reaktion sagen sie. Dein Gehirn denkt du stirbst und verlangsamt Atmung als auch deine Herzfrequenz wenn du einschläfst.

Was die Ärzte nicht wissen ist, dass das Gehirn richtig liegt. Jedes mal, wenn du einnickst, jedes mal wenn du dieses Gefühl des fallens hast, fällst du nicht. Du wirst nach unten gezogen.

Und eines Tages… wird dein Gehirn nicht mehr in der Lage sein dich zurückzuholen und nach oben zu ziehen.

Dann haben sie dich.

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Übersetzer: dannyk96

Korrekturleser: Mirai

Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/The_Feeling

Juni 17

Devil’s Road

Die dichten, grauen Wolken verdeckten einen Großteil des Lichtes, was der Straße eine dunkle Erscheinung gab und mein Herz schneller schlagen ließ. Es war ein merkwürdiges Gefühl so ängstlich zu sein, ohne einen triftigen Grund Angst zu haben. Ich schritt schnell voran, während ich die Wolken beobachtete, wie sie umherwirbelten und sich in Mustern bewegten die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ich war an die Winter in England gewöhnt, und die Kälte welche unerwartet einziehen konnte, aber dies war anders. Der Wind war heftig, aber nicht kalt. Die Wolken waren ungewöhlich. Das gedämpfte Tageslicht welches es schaffte hindurch zu scheinen, zeigte Wirbel aus Farben, die normalerweise nicht gesehen wurden.

Ich beschleunigte meine Schritte, in der Gewissheit das etwas passieren würde. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite begann ein Mann zu rennen. Seine Haare peitschten wie wahnsinnig um seinen Kopf. Seine Kleidung war zerfetzt und blutverschmiert. Ich erstarrte bei diesem Anblick. Ich war in einer Art Schock, das war keinesfalls normal. Einen Augenblick nach dem er vorbeigerannt war, verfolgten ihn drei junge Männer, sie lachten und schrien, riefen nach ihm. Ich sah ihn einmal zurückblicken, ehe er um eine Ecke lief, seine Augen zeigten Verzweiflung. Ich konnte seine Angst fühlen, denn ich hatte ebenso Angst.

Ich setzte mich erneut in Bewegung, die Augen nach möglichen Gefahren offenhaltend. Auf der anderen Seite der Straße schien die Welt den Verstand verloren zu haben. Ich sah Gruppen aus Männern und Frauen andere Personen jagen. Ich sah Menschen auf schreckliche Art und Weise sterben, auf eine Art und Weise die mir das Gefühl gab verrückt zu werden. Ein junger Mann in einem schwarz-weiß gestreiften T-shirt wurde verfolgt bis er stolperte, dann riss ihn ein Gruppe von Frauen mit ihren Händen auseinander. Sie rissen ihn buchstäblich in Stücke, wie Zombies in einem Horror Film. Die wahnsinnigen Leute auf der anderen Seite der Straße stoppten und starrten mich an, aber sie überquerten die Straße nicht. Ihre Opfer sahen mich, hielten inne und schrien, flehten mich an sie zu retten. Ich war angespannt, bereit loszurennen aber niemand kam auf mich zu. Sie funkelten mich an, mir fröstelte, ich zitterte und bebte. Dann gingen sie wieder zu dem Wahnsinn über mit dem sie davor beschäftigt waren.

Mein Herz schlug schmerzhaft als ich begann zu rennen, ich wusste nicht wohin ich rannte. Ich rannte ehe der Wahnsinn mich erreichen konnte. Ich stolperte gegen eine Wand und stoppte meine Atmung, als ein Messer in mein Bein drang. Im ersten Moment spürte ich keinen Schmerz, der Schock war zu groß. Nach etwas das Stunden zu sein schienen, fing mein Bein an zu schmerzen und ich begann zu kreischen. Ich sah auf und auf der anderen Straßenseite sah ich den wild aussehenden Mann, den ich gesehen hatte wie er von einer Gruppe verfolgt wird. Seine Augen waren wild und seine Haare rot von Blut. Schlagartig erkannte ich das es nicht sein Blut war das sein Haar rot färbte, das es nicht sein Blut war welches ihm von seinen Haaren in die Augen tropfte.

Er hob ein weiteres Messer und mit einer Bewegung seines Handgelenks, warf er es von der anderen Straßenseite auf mich. Ich schrie auf und fiel zu Boden. Das Messer in meinem Bein grub sich tiefer hinein, als ich darauf landete. Der Schmerz war derart intensiv, dass ich fühlte wie meine Sicht sich trübte. Ich rief mir selbst zu das ich nicht ohnmächtig werden durfte, der Mann würde mich töten. Mit einem Aufschrei der Freude, zückte der Mann erneut ein Messer, wieder zielend. Diesmal war ich nicht in der Lage auszuweichen, sein Messer würde mein Fleisch finden und es gab nichts war ich tun konnte. Ich starrte ihn an, verständnislos. Das Messer nahm mein gesamtes Sichtfeld ein.

Der Mann schrie und warf das Messer, es summte während es durch die Luft schnitt. Ich schloss die Augen, versteift für den Schmerz. Nach einem langen Moment erkannte ich das der Schmerz nicht aufgekommen war, hatte der Mann verfehlt? Ich öffnete langsam die Augen, und was ich sah brachte mich dazu sie weiter zu öffnen. Neben mir stand ein anderer Mann, er war einwandfrei gekleidet. Er trug einen dunklen Anzug and Schuhe, sein Haar war schwarz und seine Haut war blass. In seiner Hand, welche mit Rubinringen geschmückt war, hielt er das Messer. Der Mann auf der anderen Straßenseite sah für einen Moment zurechnungsfähig aus und sehr erschrocken.

„Sie gehört mir.“, sagte der Mann, und obwohl seine Stimme gerade mehr als ein Flüstern war, übertönte sie den Wind und das Geschrei der Straße. Der wilde Mann hörte und fiel zu Boden, flehend und weinend. Ich verstand nicht was vor sich ging. Plötzlich warf der gut gekleidete Mann das Messer auf den wilden Mann und es landete perfekt tief in seinem Rücken. Der wilde Mann schrie und der gut gekleidete Mann lächelte. Die Klinge begann zu leuchten und ging grundlos in Flammen auf. Das Feuer breitete sich auf der zerfetzten Kleidung des Mannes aus, und in Sekundenschnelle war er in Flammen gehüllt.

Der gut gekleidete Mann wendete sich mir zu und ich begann ernsthaft zu zittern. Seine Augen waren das tiefste blau, und schienen in mich zu sehen. Er kniete sich neben mich, wobei er darauf achtete das sein Knie nicht den Gehweg berührte. Wortlos griff er nach unten und zog das Messer aus meinem Bein, ich schrie. Meine Schreie verblassten zu einem hysterischen Schluchzen und der Mann lächelte, zufrieden mit den lauten meines Schmerzes. Er griff nach oben, seine Hand nur ein Handbreit von meinem Gesicht entfernt und ich wich zurück, aber es gab keinen Platz zum zurückweichen.

Er lachte leicht und streckte die Hand aus, ich hielt die Augen fest verschlossen. Die Zeit verging langsam, ich hatte Angst meine Augen zu öffnen. Als ich sie endlich öffnete stellte ich fest das ich mich auf dem Rasen meines Campuses gefand. Ein Traum? Ich realisierte das ich während des Lernens im Gras eingeschlafen war. Ein hysterisches Lachen brodelte in mir. Ich sammelte meine Bücher ein und stand zügig auf, aber fiel. Der Schmerz der durch mein Bein fuhr war unerwartet und schockierend.

Ich zog meine Jeans hoch um eine fast verheilt Wunde freizulegen an der Stelle an der das Messer mich geschnitten hatte. Ich sah mich panisch um. Der Wind begann mir um mein Gesicht zu peitschen als dichte graue Wolken aufzogen. Ich sah einem Mann in einem schwarz und weiß gestreiftes T-Shirt an mir vorbei laufen.

„Geh besser Heim, ein großer Sturm zieht auf!“, rief er mir zu als er vorbei rannte. Plötzlich stellte ich fest, dass ich auf der falschen Straßenseite war. Ich war auf der Seite des Wahnsinns. Meine Bücher zurücklassend stand ich auf und versuchte über die Straße zu humpeln. Ich blieb auf der Mitte der Straße stehen und sah einen Mann auf mich warten, ein Mann mit tiefen blauen Augen und einem gepflegten schwarzen Anzug.

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Übersetzer: Darkitachi

Korrekturleser: dannyk96

Original: http://www.creepypasta.org/creepypasta/devils-road

Februar 15

Bedtime II – The Aftermath

Nachdem ich meine grausigen Erlebnisse erzählte, die ich als 8-Jähriger erlebt hatte, haben mich viele dazu ermutigt über die Zeit nach den Ereignissen zu sprechen. Ich habe gezögert, da ich beunruhigt war, seitdem ich mein Schweigen brach. Ich konnte die letzten Nächte sehr schwer einschlafen. Meine Zweifel waren nachgiebig, also werde von den Ereignissen im anderen Zimmer berichten.

Dies sollte nicht allzu lange dauern, da es nur ein paar Tage andauerte, aber das hatte mir schon gereicht.

Ihr erinnert euch, nachdem mich der unwillkommene nächtliche Besucher verließ bekam ich ein neues Schlafzimmer. Der Raum war viel größer als der vorherige und hatte eine warme und einladende Atmosphäre. Einige Räume fühlen sich schlecht an. Das Zimmer vorher fühlte sich faulig an, dieser hier aber nicht.

Glücklicherweise bekam ich ein normales Bett. Das Vorherige wurde auseinandergenommen und rausgeworfen – ein willkommener Anblick, wenn ich anmerken darf. Ich liebte mein neues Zimmer und freute mich über so viel Platz für mein Spielzeug. Ich war glücklich, dass der Platz groß genug war, damit Freunde vorbei kommen konnten, aber vor allem war ich erleichtert aus dem unbehaglichen Teil des Hauses raus zu sein.

In der ersten Nacht schlief ich tiefer als ich es für lange Zeit getan hatte. Natürlich bewegte ich mein Bett von der Wand weg. Ich erzählte meiner Mutter, dass ich und meine Freunde die Lücke zwischen Bett und Wand als Versteck beim Spielen nutzten.

Am nächsten Tag wachte ich erfrischt und ausgeruht auf. Als ich da lag und einige meiner Lieblingscartoons auf einem kleinen tragbaren Fernseher ansah, bemerkte ich etwas Sonderbares. Ein dunkler alter Armsessel, der schon immer da war, stand am Ende meines Bettes. Er war ausgefranst und abgenutzt, wurde uns damals von meinem Cousin überlassen, aber er wurde schon zu seiner Zeit sehr oft benutzt. Der Stuhl selbst war nicht ungewöhnlich, aber ich hätte schwören können, dass er am Tag zuvor nicht zum Bett hin stand. Jetzt, im kalten Tageslicht, war er zu mir gedreht. Ich nahm an, dass meine Eltern ihn bewegt hatten während ich schlief, vermutlich um etwas zu suchen, was hier zurückgelassen wurde, als die Räume getauscht wurden.

Die zweite Nacht war nicht so erholsam. Es war gegen 23 Uhr und ich konnte den Fernseher meiner Eltern von der anderen Seite des Hauses hören. Das Zimmer lag größtenteils in Dunkelheit, die einzige Beleuchtung war ein oranger Farbton, der von der Straßenbeleuchtung durch mein Fenster strömte. Ich lag zufrieden da, bis ich etwas leises aber untrügliches hörte.

Zuerst dachte ich, es wäre mein eigener Atem, aber als ich für einen Moment inne hielt, hörte das leise fast unhörbare Atmen in meinem Zimmer nicht auf. Es dauerte an, rhythmisch und ohne Pause.

Ich lag dort in der Dunkelheit, aber während ich mich noch von dem Schrecken in meinem alten Schlafzimmer erholte, hatte ich nicht wirklich Angst. Das Atmen war weit entfernt und anders als das Keuchen, welches ich gehört habe während der Begegnung mit dem Ding in der Wand, blieb dieses ruhig. Sogar in diesem jungen Alter glaubte ich, dass es meine Fantasie war, die mir einen Streich spielte, da das Atmen fast unmerklich war.

Dennoch, ich ließ keine Möglichkeit aus, verließ ich das Bett, durchquerte den Raum und schaltete das Licht an. Das Geräusch war weg. Ich starrte auf diesen alten, abgewetzten Sessel, der zum Bettende zeigte, so nah, dass ich in Reichweite wäre, wenn ich schlafe. Ich drehte den Sessel um. Ich hatte keinen wirklichen Grund dies zu tun, aber etwas daran erfüllte mich mit Furcht.

In der dritten Nacht war ich nicht mehr so furchtlos. Wieder wachte ich in der Dunkelheit auf. Ich lag dort auf meinem Rücken und starrte die Decke an, welche erfreut zu sein schien, das dämmrige orange Licht der Straßenlampen aufzufangen. Der Baum außerhalb meines Fensters schwankte in einer ruhigen Brise und warf merkwürdige, sich bewegende Schatten in den Raum.

Ich konnte nichts außer das entfernte leise Rauschen des Stadtverkehrs hören. Gerade als ich wieder in die Traumwelt zurücktrieb hörte ich es. Ein Knarren vom Fuße meines Bettes, als ob sich etwas bewegt oder sein Gewicht auf dem Boden verlagert hätte.

Ich hob meinen Kopf und spähte in die Dunkelheit, aber sah nichts Ungewöhnliches. Alles war genau dort wo es auch am Tag gewesen war, alles war an seinem Platz. Mein Blick schweifte durch den Raum… einige Comics am Boden, einige noch nicht ausgepackte Kisten und auch der Sessel stand unbewegt da, vom Bett weggedreht zur anderen Seite. Es war nichts Böses hier.

Ich war nun wirklich wach, blickte flüchtig zu meinem Fernseher und zog in Erwägung noch etwas das Nachtprogramm zu genießen. Den Ton müsste ich natürlich leise drehen, da mein älterer Bruder es sonst nebenan hören und mir sagen würde, den Fernseher wieder auszuschalten.

Gerade als ich mich im Bett aufsetzte hörte ich es erneut. Ein leises Knarren begleitet von einem Geräusch, das von geringfügigen Bewegungen herrührte. Ich sah mich erneut um. Die dunklen orangen Schatten, die durch die Blätter an meinem Fenster in den Raum geworfen wurden, nahmen nun eine bedrohlichere Form an.

Ich hatte immer noch keinen Grund verängstigt zu sein. Ich starrte den Sessel am Ende meines Bettes an, bemerkte aber nichts Merkwürdiges. Es ist normal, dass der Verstand einen Moment braucht um zu verstehen, was er sieht. Es braucht Zeit das gesamte Grauen dessen zu erfassen, was sich vor einem befindet, in einem Moment kalter und bitterer Erkenntnis.

Ja, ich starrte auf den alten, abgewetzten Armsessel, aber ich starrte auch die Person an, die in ihm saß!

Im schummrigen Licht konnte ich nur die Kontur seines Hinterkopfes sehen, der Rest wurde von der Rückenlehne des Sessels verdeckt. Ich saß regungslos da, starrte, betete und hoffte, dass meine Augen von der Umgebung in die Irre geführt wurden. Das langsame Knarren, verursacht durch seine Bewegungen auf seinem abgenutzten Thron, ließen mir das Blut in den Adern gefrieren. Das war kein bloßer Trick der Dunkelheit.

Dann bewegte es sich auf die rechte Seite. Ich wusste, was es tat: Es drehte sich um, um mich anzusehen. Es zu erkennen war schwierig, denn selbst in diesem Raum schien das Ding dunkler als alles Andere. Ich sah etwas wie lange Finger über den Sesselrücken kriechen. Stille lag im Raum bis auf das Geräusch, welches das Ding auf seinem Sitz machte und den Krach, den mein heftig schlagendes Herz verursachte.

Zuerst konnte ich die Kontur der Stirn ausmachen, aber dann erhob es sich und enthüllte zwei leuchtende Punkte im Dunkeln, eingelassen in den tiefen Augenhöhlen.

Es starrte mich an.

Ich schrie und innerhalb eines Wimpernschlages kamen mein Bruder und meine Mutter in meinen Raum, schalteten das Licht an und fragten, ob ich einen weiteren Alptraum hatte. Ich saß stumm da, bemerkte sie kaum und starrte wie besessen auf den nun leeren Armsessel.

Ich war nur noch ein paar Tage in dem Raum, bevor wir plötzlich umzogen. Ich sah in den weiteren Nächten nichts. Als ich das letzte Mal dort schlief, wachte ich auf, da ich spürte, wie mir jemand seinen warmen Atem in mein Ohr blies. Ich sprang aus dem Bett und schaltete das Licht an. Der langsame, rhythmische Atem des Ungesehenen blieb und war lauter als zuvor. Ich verbrachte die restliche Nacht auf dem Sofa im Wohnzimmer.

Zwei Jahre später schlief ich tief und fest in unserem neuen Haus in meinem Bett. Es gab seither keine Vorkommnisse und ich war sicher, dass ich die Eigenartigkeiten hinter mir gelassen hatte, die mich in dem kleinen durchschnittlichen vorstädtischen Haus geplagt hatten.

Ich bekam von ihnen allerdings ein Abschiedsgeschenk. Meine Peiniger (und meiner Meinung nach war der Beobachter im Sessel eine andere Wesenheit als das Ding im schmalen Raum) hatten eine letzte Überraschung auf Lager. Wie ein Tier, das sein Revier einfordert, war ich nicht völlig aus ihren Fängen.

Für einen letzten, entsetzlichen Moment fühlte ich ihre Präsenz. Ich lag dort im Tiefschlaf, zwei Jahre seit den schreckenerregenden Ereignissen. Ich war in den Krallen eines Alptraums gefangen, wachte plötzlich auf und fand mich erfreulicherweise heil und sicher in meinem Bett wieder. Der Raum war dunkler als normalerweise. Ich stieß einen Seufzer der Erleichterung aus, den man normalerweise macht, wenn man aus einem Angsttraum aufwacht.

Aber der Raum war so dunkel.

Ich konnte kaum etwas erkennen, als ob etwas das Licht ausgelöscht hatte. Ich lachte in mich hinein, als ich erkannte, dass ich mir wohl im Schlaf meine Bettdecke über den Kopf gezogen hatte. Die Wolldecke fühlte sich kalt an, aber die Luft war etwas zu warm, fast stickig. Ich war gerade dabei die Decke für etwas Luft wegzubewegen, als ich es zum letzten Mal hörte.

Das rhythmische Atmen des Beobachters am Ende meines Bettes.

Furcht ergriff mich, gefolgt von Wut und Verzweiflung. Warum konnte ich nicht allein gelassen werden? Ich tat dann etwas völlig Seltsames. Ich beschloss zu ihm zu sprechen. Vielleicht wollte dieses Ding mir gar nichts tun, vielleicht war es sich nicht des Schreckens bewusst, welchen es verursacht hatte. Sicherlich verdiente ein Junge etwas Gnade?

Als das Atmen lauter wurde und näher kam, begann ich zu weinen. Ich konnte seine Präsenz auf der anderen Seite der Bettdecke spüren, sein Atem hing über mir wie ein flauer Wind.

Durch die Tränen hindurch sprach ich zwei Worte aus, Worte, die dem Ganzen sicherlich ein Ende bereiten würden.

„Bitte aufhören!“

Das Atmen veränderte sich, es wurde lebhafter, irgendwie schneller. Ich konnte nahe bei mir etwas schlurfen hören. Das Atmen bewegte sich dann, erst zurück zum Ende des Bettes, dann langsam durch den Raum, durch die Tür in den Flur und dann war es weg.

Halb weinend, halb ermutigt lag ich dort in der Dunkelheit, mein Gesicht immer noch unter der Decke. Ihr mögt vielleicht glauben, dass dies eine Art Sieg war, aber ich tue es nicht. Wenn diese Dinger real waren, so weiß ich jetzt frei von allen Zweifeln, dass ihre Absichten nicht fehlgedeutet wurden, sie waren pervers gefüllt mit Böswilligkeit. Ich würde normalerweise niemals solche Worte nutzen, um etwas zu beschreiben, aber sie beschrieben das Böse am ehesten.

Wie ich das wusste? Ich sage euch wie. Kurz nachdem es so schien, als hätte das Ding das Haus verlassen, drückte mich etwas kräftig runter und die Decke mit großer Kraft gegen mein Gesicht. Ich konnte eine große Hand mit langen, dünnen Fingern fühlen, welche die Decke um meinen Schädel wickelte. Seine Nägel drückten sich wie rasiermesserscharfe Zähne in mich hinein. Mir gelang es in die Lücke zwischen Bett und Wand zu rutschen, schnell schreiend aus meinem Zimmer zu rennen, meine Familie weckend.

Ich irre mich nicht, das Ding in der Dunkelheit versuchte mich zu ersticken.

Übersetzer: Sharwen

Originial: http://creepypasta.wikia.com/wiki/Bedtime_II:_The_Aftermath

Februar 7

Bedtime

Die Schlafenszeit sollte für müde Kinder ein schönes Ereignis sein – für mich war es entsetzlich. Während sich andere Kinder beschwerten, dass sie zu Bett gebracht wurden bevor sie ihren Lieblingsfilm zu Ende gesehen oder ihr Lieblingsspiel fertig gespielt hatten, so war die Nacht für mich wahrlich furchterregend. Irgendwo in der hintersten Ecke meines Verstandes ist es dies immer noch.

Für jemanden, der in der Wissenschaft geübt ist, kann ich nicht prüfen ob das, was mir passierte, wirklich real war. Aber ich schwöre, dass das, was ich erlebt habe, wahrer Horror war. Eine Furcht, die in meinem Leben zum Glück bisher ihresgleichen sucht. Ich werde euch meine Erlebnisse so gut wie möglich nahebringen. Macht daraus, was ihr wollt, ich bin einfach nur froh, es mir von der Seele reden zu können.

Ich weiß nicht mehr genau, wann es anfing, aber meine Angst vorm Einschlafen deckt sich mit dem Zeitpunkt, als ich mein eigenes Zimmer bezog. Ich war zu der Zeit acht Jahre alt und habe bis dahin glücklich ein Zimmer mit meinem älteren Bruder geteilt. Es war vollkommen verständlich, dass ein Junge, der 5 Jahre älter war als ich, sich Raum für sich wünscht. Das Ergebnis war, dass ich das Zimmer auf der Rückseite des Hauses bekam.

Es war schmal, eng und seltsam gestreckt. Es war gerade mal groß genug für ein Bett und ein paar Kommoden, aber nicht viel mehr. Ich konnte mich aber nicht wirklich beschweren, denn bereits in diesem Alter habe ich verstanden, dass wir kein großes Haus hatten und ich keinen Grund hatte, enttäuscht zu sein, denn meine Familie war liebevoll und fürsorglich. Es war eine schöne Kindheit, zumindest am Tage.

Ein einsames Fenster ließ mich auf den hinteren Garten blicken, nichts Besonderes, aber doch sah es so aus als krieche das Licht zögerlich in den Raum.

Als mein Bruder ein neues Bett bekam erhielt ich das Etagenbett in welchem wir früher geschlafen haben. Auch wenn ich verärgert war alleine schlafen zu müssen so war ich doch aufgeregt, dass ich das obere Bett beziehen konnte, was mir doch abenteuerlich erschien.

Ich erinnere mich an ein seltsames Unbehagen, das seit der ersten Nacht langsam vom hintersten Teil meines Verstandes heran kroch. Ich lag im oberen Bett und starrte auf meine Actionfiguren und Autos auf dem grünblauen Teppich hinab. Während am Boden imaginäre Kämpfe und Abenteuer zwischen den Spielzeugen stattfanden, merkte ich, wie mein Blick langsam vom unteren Bett angezogen wurde, als ob sich im Rande meines Sichtfeldes etwas bewegt hätte. Etwas, das nicht gesehen werden wollte.

Doch das untere Bett war leer, einwandfrei gemacht mit einem dunkelblauem Laken, welches teilweise zwei fast langweilige weiße Kissen verdeckte. Zu dieser Zeit habe ich an rein gar nichts gedacht, ich war ein Kind und das Geräusch vom Fernseher meiner Eltern, das unter meiner Tür durchschlüpfte, badete mich in Sicherheit und Wohlgefühl.

Ich schlief ein.

Wenn man aus dem Tiefschlaf von etwas Bewegtem geweckt wird, kann es einen Moment dauern bis man wirklich versteht was gerade passiert. Der Nebel des Schlafes hängt noch über den Augen und Ohren auch wenn es hell ist.

Etwas bewegte sich, da gab es keinen Zweifel.

Zuerst war ich nicht sicher was es war. Alles war schwarz, nahezu stockfinster, aber es kam genug Licht von draußen hereingekrochen um den engen, erstickenden Raum zu umreißen. Zwei Gedanken kamen mir gleichzeitig. Der erste war, dass meine Eltern im Bett waren da der Rest des Hauses in Dunkelheit und Stille lag. Der zweite Gedanke bezog sich auf das Geräusch. Ein Geräusch, welches mich offensichtlich geweckt hat.

Als die letzten Netze des Schlafes verschwanden nahm das Geräusch eine bekanntere Form an. Manchmal können einen die simpelsten Geräusche aus der Fassung bringen, ein kalter Wind, der durch die Bäume streift, die Schritte eines Nachbarn, die unangenehm nah sind oder – wie in diesem Fall – Bettlaken, die in der Dunkelheit raschelten.

Das war es. Bettlaken, die in der Dunkelheit rascheln, als wenn es sich ein unruhiger Schläfer im unteren Bett wieder gemütlich machen will. Ich lag zweifelnd da und dachte, dass das Geräusch entweder Einbildung war oder vielleicht auch nur meine Katze, die etwas Komfortables für die Nacht suchte. Dann bemerkte ich, dass die Tür immer noch geschlossen war.

Vielleicht hatte meine Mutter nach mir gesehen und dabei hat sich die Katze hereingeschlichen.

Ja. Das musste es sein. Ich wandte mein Gesicht zur Wand, schloss meine Augen in vergeblicher Hoffnung wieder einzuschlafen. Als ich mich bewegte stoppte das Rascheln unter mir. Ich dachte ich hätte meine Katze gestört, realisierte aber schnell, dass der Besucher im unteren Bett weniger irdisch war wie eine Katze, die versucht zu schlafen, sondern viel unheilvoller.

Von meiner Präsenz alarmiert und aufgebracht begann sich der unruhige Schläfer heftig herumzuwerfen und zu winden, wie ein Kind, das einen Trotzanfall in seinem Bett hat. Ich konnte hören, wie sich die Bettlaken mit zunehmender Wildheit wandten und drehten. Furcht ergriff mich – nicht wie das subtile Gefühl von Unbehagen, das ich zuvor erlebte, sondern mächtig und entsetzlich. Mein Herz raste, als meine Augen panisch den Raum voller fast undurchdringlicher Dunkelheit absuchten.

Ich schrie.

Wie es die meisten Jungen tun rief ich instinktiv nach meiner Mutter. Ich konnte hören, wie sich am anderen Ende des Hauses etwas bewegte, aber als ich vor Erleichterung seufzte, da meine Eltern kamen um mich zu retten, begann das gesamte Hochbett heftig zu zittern, als ob es von einem Erdbeben ergriffen wurde, und kratzte an der Wand. Ich konnte hören, wie die Laken unter mir herumgeworfen wurden, als ob Bosheit sie quälte. Ich wollte nicht in Sicherheit springen, da ich befürchtete, dass dieses Ding im unteren Bett mich ergreifen und in die Dunkelheit ziehen könnte. So blieb ich hier mit weißen Fingerknöcheln, die meine eigene Bettdecke umklammerten wie einen Schutzschirm. Die Warterei schien endlos.

Endlich brach die Tür auf und ich lag dort und badete im Licht während der untere Teil des Bettes – der Ruheplatz meines unerwünschten Besuches – friedvoll und verlassen da lag.

Ich weinte und meine Mutter tröstete mich. Tränen der Furcht – gefolgt von Erleichterung – strömten mein Gesicht hinunter. Trotz des ganzen Horrors und der Erleichterung sagte ich ihr nicht, warum ich so aufgebracht war. Ich kann es nicht erklären, aber es war, als würde das Ding im unteren Bett wiederkommen, wenn ich nur darüber spreche oder nur äußere, dass es existiert. Ob dies die Wahrheit war, weiß ich nicht, aber als Kind fühlte es sich an als ob die unsichtbare Bedrohung in der Nähe war und zuhörte.

Meine Mutter legte sich ins untere leere Bett und versprach dort bis zum nächsten Morgen zu bleiben. Schließlich ließ meine Angst nach, Müdigkeit trieb mich wieder in den Schlaf, aber ich blieb rastlos und wurde öfters für einen Moment lang durch raschelnde Bettlaken geweckt.

Ich erinnere mich daran, dass ich den nächsten Tag irgendwo hin wollte, irgendwo sein wollte, außer in diesem engen erdrückenden Raum. Es war ein Samstag und ich spielte glücklich draußen mit meinen Freunden. Auch wenn unser Haus nicht groß war, waren wir froh einen langen abschüssigen Garten auf der Rückseite zu haben. Wir spielten oft dort, es war überwuchert und wir konnten uns in den Büschen verstecken, kletterten auf den riesigen Platanenbaum, der alles andere überragte, und konnten uns einfach in das Risiko imaginärer Abenteuer in wilden exotischen Ländern stürzen.

So lustig das auch alles war, gelegentlich wandten sich meine Augen zu dem kleinen Fenster. Es war gewöhnlich, unbedeutend und harmlos. Aber für mich war diese dünne Grenze ein Spiegel in eine seltsame, kalte Tasche der Furcht. Draußen konnte die üppige grüne Umgebung des Gartens, gefüllt mit den lachenden Gesichtern meiner Freunde, nicht das schleichende Gefühl auslöschen, welches langsam meinen Rücken raufkroch; jedes Haar stellte sich auf. Das Gefühl, dass etwas in diesem Raum mir beim Spielen zusieht und auf die Nacht wartete, wenn ich allein wäre; voller Hass.

Es mag euch sonderbar vorkommen, aber wenn meine Eltern mich für die Nacht zurück in mein Zimmer brachten, sagte ich nichts, ich protestierte nicht und versuchte nicht mal eine Ausrede zu erfinden warum ich dort nicht schlafen könnte. Ich ging einfach mürrisch in den Raum, kletterte die Stufen zum Bett hoch und wartete. Als Erwachsener würde ich jeden von meinem Erlebnis erzählen, aber selbst in diesem Alter fühlte es sich fast töricht an, über etwas zu sprechen wofür ich keinerlei Beweise hatte. Ich würde lügen wenn ich sagen müsste, dass dies mein hauptsächlicher Grund war. Ich fühlte immer noch, dass es dieses Ding erzürnen würde, wenn ich es nur erwähne.

Es ist komisch wie sich bestimmte Worte vor deinem Verstand verstecken können, egal wie offensichtlich sie sind. Ein Wort kam mir in der zweiten Nacht in den Sinn als ich dort in der Dunkelheit alleine lag, angsterfüllt, wissend um den fauligen Umschwung in der Atmosphäre; eine Verdickung der Luft, als ob sie jemand verschoben hatte. Als sich das Bettlaken unter mir wieder beiläufig bewegte, erhöhte sich mein Herzschlag da ich realisierte, dass etwas wieder einmal im unteren Bett war… das Wort, ein Wort, einst verbannt, von meinem Bewusstsein herausgefiltert und nun von jeglicher Unterdrückung befreit, schrie, schnappte nach Luft und brannte sich in meinen Verstand ein.

„Geist.“

Als ich diesen Gedanken fasste, bemerkte ich, dass der unwillkommene Besucher inne hielt. Die Bettlaken lagen ruhig und untätig da, aber sie wurden durch etwas Abscheulicheres ersetzt. Ein langsames, rhythmisches Atmen erhob sich und entschwand dem Ding unter mir. Ich konnte mir vorstellen, wie sich sein Brustkorb mit jedem erbärmlich krächzenden, keuchenden und verstümmelten Atemzug hob und senkte. Ich schauderte und hoffte, dass es ohne jeden weiteren Vorfall wieder verschwinden würde.

Das Haus lag wie schon in der Nacht davor unter dem undurchdringlichen Mantel der Dunkelheit. Es herrschte Stille bis auf den widernatürlichen Atem meines bisher ungesehenen Bettkameraden. Ich lag verängstigt da. Ich wollte nur, dass dieses Ding verschwindet und mich alleine lässt.

Was will es?

Dann geschah etwas absolut Erschreckendes: es bewegte sich. Es bewegte sich anders als zuvor. Als es sich im unteren Bett umherwarf, erschien es unbeherrscht, ohne Ziel, fast animalisch. Diese Bewegungen jedoch waren von Erkenntnis getrieben und es hatte eine Absicht. Das Ding, welches beabsichtigte einen Jungen zu terrorisieren, lag unter mir in der Dunkelheit und setzte sich langsam und unbekümmert auf. Sein schwerfälliges Atmen wurde lauter und nun trennten mich nur noch eine Matratze und ein paar dünne Holzlatten von den unheimlichen Atemzügen unter mir.

Da lag ich, meine Augen mit Tränen gefüllt. Eine Furcht, welche Worte allein nicht beschreiben konnten, jagte durch meine Adern. Ich hätte niemals geglaubt, dass sich diese Furcht noch hätte steigern können, aber ich lag komplett falsch. Ich malte mir aus, wie dieses Ding wohl aussah, wie es auf der Matratze unter mir saß, lauschend, in der Hoffnung auch nur den kleinsten Hinweis darauf zu erhaschen, dass ich wach war. Meine Fantasie verwandelte sich in Realität. Es begann die dünnen Latten zu berühren, auf denen ich saß. Es schien, als würde es sie vorsichtig streicheln – ich stellte mir vor es seien Finger und Hände, die über die Holzoberfläche strichen.

Dann stieß es ungehalten und mit großer Kraft zwischen zwei Latten in die Matratze. Trotz der Polsterung fühlte es sich an, als ob mir jemand seine Finger in die Seite getrieben hätte. Mich verließ ein mächtiger Schrei und das sich keuchend bewegende Ding unter mir antwortete damit, dass es das Bett wie die Nacht zuvor erzittern ließ. Kleine Farbflocken fielen von der Wand auf das Laken als der Bettrahmen an der Wand scharrte, vor und zurück.

Wieder wurde ich in Licht gebadet und dort stand meine Mutter, liebend und sorgend, wie sie immer war, mit einer beruhigenden Umarmung und Worten, welche meine Hysterie besänftigten. Natürlich fragte sie, was los war. Aber ich konnte nichts sagen, ich traute mich nicht. Ich wiederholte immer und immer wieder nur ein einziges Wort:

„Albtraum.“

Diese Ereignisse setzen sich die nächsten Wochen, wenn nicht sogar Monate, fort. Nacht für Nacht wurde ich von raschelnden Bettlaken geweckt. Jedes Mal schrie ich, um dem Wesen keine Zeit zu bieten, nach mir zu stoßen. Mit jedem Schrei wurde das Bett kräftig durchgeschüttelt, was stets aufhörte, wenn meine Mutter ins Zimmer kam und für den Rest der Nacht im unteren Bett schlief, unwissend der bösartigen Macht, die ihren Sohn nachts folterte.

Allmählich schaffte ich es, ein paar Mal Krankheiten vorzutäuschen und hatte einige mehr oder weniger gute Gründe, um im Bett meiner Eltern zu schlafen. Aber ich war öfters die ersten Stunden der Nacht an diesem Ort allein. Der Raum, in dem sich das Licht von außen nicht richtig zu setzen schien. Alleine mit dem Ding.

Mit der Zeit wird man unempfindlicher gegenüber allem Möglichem, egal wie entsetzlich es auch sein mag. Ich kam zu dem Schluss, dass mir dieses Ding nichts anhaben konnte, wenn meine Mutter in meiner Nähe war – was auch immer der Grund dafür sein mochte. Ich bin mir sicher, bei meinem Vater wäre es genauso gewesen, doch so liebevoll er auch war, es war schier unmöglich ihn zu wecken.

Nach einigen Monaten hatte ich mich an meinen nächtlichen Besuch gewöhnt. Seht dies jetzt nicht als eine Art überirdischer Freundschaft an, ich verabscheute dieses Ding. Ich fürchtete es immer noch. Ich konnte beinahe sein Begehren und seine mit perversem und verdrehtem Hass gefüllte Persönlichkeit spüren, sich nach mir sehnend.

Meine größte Furcht wurde im Winter real. Die Tage wurden kürzer und die längeren Nächte verschafften dem Schurken mehr Möglichkeiten. Es war eine schwierige Zeit für meine Familie. Meine Großmutter, eine wundervolle und sanfte Frau, verfiel seit dem Tod meines Großvaters. Meine Mutter versuchte ihr Bestes, um sie an unserer Gemeinschaft teilhaben zu lassen, aber Demenz ist eine grausame und degenerative Krankheit, die einer Person ihre Erinnerungen stielt. Bald schon erkannte sie niemanden mehr von uns und es war klar, dass sie in ein Altenheim musste.

Bevor sie umzog hatte meine Großmutter einige besonders schwere Nächte, weshalb sich meine Mutter entschloss bei ihr zu bleiben. So sehr ich meine Großmutter auch liebte und nichts als Seelenqualen aufgrund ihrer Krankheit hatte, fühlte ich mich schuldig. Meine ersten Gedanken drehten sich nicht um sie, sondern darum, was mein nächtlicher Besuch tun könnte, wenn ihm die Abwesenheit meiner Mutter bewusst würde. Ihre Präsenz war das Einzige von dem ich sicher war, dass es mich vor dem ganzen Grauen und deren Tragweite beschützen konnte.

An dem Tag hastete ich nach Hause und riss sogleich das Bettzeug und die Matratze des unteren Bettes raus, entfernte alle Holzlatten und platzierte dort nun einen alten Schreibtisch, eine Kommode und einige Stühle, die wir in einem Schrank aufbewahrten, wo einst das Hochbett stand. Ich erzählte meinem Vater, ich würde mir ein „Büro einrichten“, was er hinreißend fand. Aber ich wäre verdammt gewesen, wenn ich diesem Ding auch nur eine weitere Nacht einen Schlafplatz bieten würde.

Als sich die Dunkelheit näherte, lag ich dort, wissend, dass meine Mutter nicht im Haus war. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Mein einziger Impuls war, mich zu ihrem Schmuckkästchen zu schleichen und ein kleines vertrautes Kruzifix herauszunehmen. Während meine Familie nicht sehr religiös war, glaubte ich in diesem Alter an Gott und hoffte, dass es mich irgendwie beschützen würde. Trotz der ganzen Furcht und Besorgnis trieb ich langsam in die Traumwelt hinein, während ich das Kruzifix unter meinem Kissen festhielt. Ich hoffte, dass ich am nächsten Morgen ohne Zwischenfall aufwachen würde. Unglücklicherweise war diese Nacht die schrecklichste von allen.

Allmählich wachte ich auf. Der Raum war wieder einmal dunkel. Als sich meine Augen anpassten konnte ich das Fenster, die Tür und die Wände erkennen, einige Spielzeuge auf einem Regal und… Bis zu diesem Tag schaudere ich, wenn ich daran denke… nirgends ein Geräusch. Keine raschelnden Bettlaken. Keine einzige Bewegung. Der Raum fühlte sich unbelebt an. Unbelebt, aber doch nicht leer.

Der nächtliche Besucher, das unwillkommene, keuchende, hasserfüllte Ding, dass mich Nacht für Nacht terrorisierte, war nicht im unteren Bett. Es war in meinem Bett! Mein Mund öffnete sich um zu schreien, aber ich brachte nichts heraus. Völliges Grauen schnürte mir die Kehle zu. Ich lag dort und bewegte mich nicht. Da ich nicht schreien konnte, wollte ich es nicht wissen lassen, dass ich wach war.

Ich habe es bisher noch nicht gesehen. Ich konnte es nur fühlen. Es war von meiner Bettdecke verhüllt. Ich konnte seine Kontur erkennen und seine Präsenz fühlen, aber ich wagte es nicht, nachzusehen. Sein Gewicht drückte mich herunter, ein Gefühl, dass ich niemals vergessen werde. Wenn ich sage, dass Stunden vergingen, übertreibe ich nicht. So wie ich regungslos da lag, in der Dunkelheit, war ich nichts weiter als ein verängstigter und erschrockener Junge.

Wäre dies in den Sommermonaten geschehen, wäre es draußen schon hell gewesen. Aber Griff des Winters ist lang und unnachgiebig und ich wusste, es waren noch Stunden bis zum Sonnenaufgang, ein Morgenrot, nach dem ich mich sehnte. Ich war von Natur aus ein ängstlicher Junge, aber ich erreichte einen Punkt, einen Moment, an dem ich nicht mehr länger warten konnte, wo ich unter dieser vertrauten, abartigen Abscheulichkeit nicht mehr überleben könnte.

Manchmal kann Furcht dich ermüden, dich abnutzen, eine Nervenhülle, die nur einen geringen Teil deiner selbst zurücklässt. Ich musste aus diesem Bett herauskommen! Dann erinnerte ich mich an das Kruzifix. Meine Hand lag immer noch unter dem Kissen, aber sie war leer! Vorsichtig bewegte ich mein Handgelenk, um es zu finden, und versuchte die dadurch entstehenden Geräusche und Bewegungen so gering wie möglich zu halten. Entweder habe ich es aus dem Bett fallen lassen oder es war… ich wagte es gar nicht daran zu denken, dass es mir aus meiner Hand genommen wurde.

Ohne das Kruzifix verlor ich jegliche Hoffnung. Schon in solch jungem Alter kann man sich bewusst werden, was der Tod ist… und es intensiv fürchten. Ich wusste, dass ich in dem Bett sterben würde, wenn ich weiterhin dort lag, untätig, passiv, nichts tuend. Ich musste den Raum zurücklassen, aber wie? Sollte ich vom Bett springen und hoffen, dass ich es zur Tür schaffe? Was, wenn es schneller war als ich? Oder sollte ich langsam aus dem Bett schlüpfen in der Hoffnung, meinen unheimlichen Bettgefährten nicht zu stören?

Als ich bemerkte, dass es sich nicht regte, während ich das Kruzifix suchte, kamen mir die wildesten Gedanken.

Was, wenn es schlief?

Ich hatte kaum geatmet, seitdem ich aufgewacht bin. Vielleicht ruhte es sich im Glauben aus, dass es mich endlich in seinen Fängen hatte. Oder es spielte nur mit mir. Immerhin hatte es dies in zahllosen Nächten getan und nun mit mir unter ihm, gegen meine Matratze gepresst und ohne meine mich beschützende Mutter, zögerte es vielleicht um seinen Sieg so lange wie möglich auszukosten. Wie ein wildes Tier, das seine Beute genoss.

Ich versuchte so flach wie möglich zu atmen und sammelte jedes bisschen Mut, streckte langsam meine rechte Hand aus und begann mich aus dem Bettzeug zu schälen. Was ich unter der Decke fand, ließ mir den Atem stocken. Ich sah es nicht, aber als meine Hand die Bettdecke bewegte, berührte ich etwas glattes und kaltes. Etwas, das sich unverkennbar wie eine magere Hand anfühlte.

Ich hielt vor Schreck den Atem an. Ich war mir sicher, dass es nun wusste, dass ich wach war.

Nichts

Es regte sich nicht. Kurze Zeit später legte ich meine Hand vorsichtig weiter unten auf die Decke und ertastete einen dünnen, unschön geformten Unterarm. Meine Zuversicht und eine eigenartige Neugier wuchsen, als ich mich weiter nach unten zu einem unverhältnismäßig großen Bizeps bewegte. Der Arm lag ausgestreckt quer über meiner Brust und die Hand ruhte auf meiner linken Schulter, als hätte es mich im Schlaf ergriffen. Ich realisierte, dass ich diese ausgezehrte Extremität bewegen musste, wenn ich auch nur eine winzige Chance haben wollte, seinem Griff zu entkommen.

Aus irgendeinem Grund stoppte mich das Gefühl gerissener und zerlumpter Kleidung auf der Schulter des nächtlichen Eindringlings. Furcht schwoll in meinem Magen und meiner Brust an, als ich vor Ekel meine Hand zurückzog, nachdem sie öliges Haar berührt hatte.

Ich konnte mich nicht dazu durchringen, sein Gesicht zu berühren, auch wenn ich mich bis heute wundere, wie es sich wohl angefühlt hätte.

Meine Güte, es bewegte sich!

Es bewegte sich fast unmerklich, aber der Griff um meine Schulter und über meinen Körper wurde stärker. Keine Tränen kamen, auch wenn ich Gott weiß wie sehr weinen wollte. Als sich seine Hand und sein Arm langsam um mich wickelten, streifte mein Bein die kalte Wand, gegen die mein Bett gelehnt war. Von allem, was mir in diesem Raum wiederfahren ist, war dies das seltsamste. Ich erkannte, dass dieses umklammernde, widerliche Ding, welches großes Vergnügen verspürte das Bett eines Jungen zu malträtieren, nicht ganz auf mir lag. Es ragte aus der Wand heraus wie eine Spinne, die aus ihrem Versteck heraus zuschlug.

Dann verwandelte sich der Griff von einem langsam fester werdenden zu einem plötzlichen Druck. Es riss und zog an mir, als wenn die Gelegenheit bald verstreichen würde. Ich kämpfte dagegen an, aber sein ausgemergelter Arm war zu stark. Sein Kopf erhob sich windend und verdrehend unter der Bettdecke. Ich erkannte nun, wohin es mich bringen wollte: In die Wand! Ich kämpfte ums nackte Überleben, ich weinte und plötzlich fand ich meine Stimme wieder. Ich schrie, kreischte, aber niemand kam.

Plötzlich begriff ich, warum es so begierig darauf war zuzuschlagen, warum es mich unbedingt jetzt haben musste. Durch das Fenster, welches von außen so viel Bosheit repräsentierte, streifte Hoffnung: die ersten Sonnenstrahlen kamen. Ich kämpfte weiter in dem Wissen, dass wenn ich nur noch etwas länger durchhielte, würde es bald verschwunden sein. Als ich um mein Leben kämpfte, bewegte sich der unheimliche Parasit, zog sich langsam an meiner Brust herauf. Sein Kopf schaute unter der Decke hervor, keuchend, hustend, krächzend. Ich kann mich an keine Einzelheiten erinnern, nur an seinen faulen und kalten Atem, der gegen mein Gesicht strich.

Als die Sonne den Horizont übertrat, wurde der dunkle Ort, der erstickende Raum der Verachtung, in Licht gebadet.

Ich verlor das Bewusstsein, als seine dürren Finger meinen Nacken umgriffen und das Leben aus mir herausdrückten.

Ich wachte auf, als mein Vater in meinem Zimmer stand und anbot, Frühstück zu machen. Was für ein wunderbarer Anblick. Ich habe die schrecklichste Erfahrung meines Lebens gemacht – bis damals und bis jetzt. Ich versetzte das Bett von der Wand weg, ließ die anderen Möbel an ihrem Platz. Niemals hätte ich geglaubt, dass es versuchen würde mich einzufangen.

Wochen vergingen ohne Zwischenfall, bis auf eine kalte, frostige Nacht. Ich wurde von einem Geräusch geweckt, welches von dem Mobiliar herrührte, wo einst das Hochbett stand. Es zitterte heftig. Innerhalb eines Momentes hörte es auf. Ich lag da und war mir sicher ein fernes Keuchen tief aus der Wand zu hören, welches schlussendlich in der Ferne verstummte.

Niemandem zuvor habe ich diese Geschichte erzählt. Bis heute breche ich in kaltem Schweiß aus, wenn in der Nacht Bettzeug raschelt oder eine Erkältung ein Keuchen hervorruft. Ich werde zweifellos niemals in einem Bett an der Wand schlafen. Nennt es Aberglauben oder was auch immer, aber wie ich bereits sagte, ich kann keine Schlafparalyse, Halluzinationen oder eine überaktive Fantasie ausschließen. Aber was ich sagen kann ist Folgendes: Im Jahr darauf bekam ich einen größeren Raum auf der anderen Seite des Hauses und meine Eltern machten aus dem merkwürdigen, einengenden Raum ihr Schlafzimmer. Sie meinten, sie bräuchten kein großes Zimmer, nur einen, der groß genug für ein Bett und ein paar Dinge war.

Dies währte 10 Tage. Am 11. Tag zogen wir aus.

Übersetzer: Sharwen

Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/Bedtime

August 24

Dream

Als ich aufwachte fühlte ich mich schlecht. Mein Kopf war mit verschwommenen Visionen meines Albtraumes gefüllt. Als ich mich aus dem Bett schälte, merkte ich wie schwer meine Augen waren. Ich zwang mich die Treppe runter, ging in die Küche zur Kaffeemaschine und goss mir einen Kaffee auf. Ich schlurfte rüber ins Wohnzimmer und schaute ein wenig Fernsehen. Im Halbschlaf döste ich weg.

Ich wachte auf als ich meinte ein Glas zerbrechen zu hören. Es hörte sich an als würde es aus der Küche kommen. Ich stand auf und ging nachsehen, nichtsahnend was mich erwarten würde in die Richtung wo das Geräusch herkam. Ich schaute zur Decke und sah, dass die Glühbirne kaputt war – sie flackerte. Ich schaute wieder geradeaus und war nicht mehr in der Lage mich zu bewegen.

Vor mir stand ein Clown. Seine Augen waren pechschwarz. Er sah verzerrt aus. Seine Arme hingen ausgedehnt nach unten. Er war bestimmt zwei Meter groß. Er war außerdem ziemlich dünn und sein Kostüm und sein Hut waren sehr abgenutzt. Seine Haut war hellgrau, eingerissen und sah aus als wäre er gestreckt worden. Er schien zu weinen. Dann hörte er auf und sah mich langsam an.

Dann schrecke ich aus dem Schlaf auf und setzte mich auf. Gott sei Dank war es nur ein Traum, dachte ich. Das seltsame ist, seit diesem Traum fühle ich mich beobachtet und ab und zu habe ich Tagträume. Außer, dass ich immer wieder den Clown sehe wird mir dann auch übel. Jedes Mal sieht es alles so realistisch aus. Ehrlich gesagt habe ich keinen Zweifel dass es jedes Mal mehr realistischer ist, wenn ich davon träume. Aber vielleicht auch nicht…vielleicht.

Übersetzerin: Äona

Korrekturleser: dannyk96

Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/Dream

April 9

What exists

Ich bin tot.

Du fragst dich vielleicht: „Wie kann eine tote Person schreiben?“ Nun, ich kenne die Antwort selbst nicht so richtig.
Ich bin ein Geist, ich schreibe das im Leben nach dem Tod. Aber ich bin kein Geist, ich bin ein Mensch wie du.
Lass es mich erklären:

Ich starb am 5. April, 2003. Grund: Gefangen in einem brennenden Gebäude. Uhrzeit: 12:07
Ich konnte mich erst an keiner dieser Dinge erinnern, nichtmal an die ersten zwei Worte.
Ich konnte mich garnicht erinnern. Ich wachte in meinem Haus, in meinem Bett liegend, auf.
Ich wusste nichtsmehr vom Tag zuvor, aber an alles andere konnte ich mich ganz normal erinnern.
Ich begrüßte meine Tochter und sie lächelte mich an. Ich markierte das Datum auf dem Kalender:
6. April. Ich ging in meinen Raum zurück und zog mich für die Arbeit um.

Ich war immernoch sehr besorgt: warum konnte ich mich nicht an Gestern erinnern? Ich verwarf meine Gedanken und ging zur Arbeit. Ich lief die Straße entlang und schaute auf meine Uhr um sicherzugehen das ich nicht zu spät kam. Mein Freund auf der Arbeit sagte hallo und winkte zu mir. Alles war die übliche Routine. Wie viele Wochen auch vergingen, alles war normal. Aber aus irgendeinem Grund konnte ich den Gedanke nicht abschütteln, dass irgendwas am 5. April war.
Eines Tages starb mein Vater. Wir beerdigten ihn, ich weinte dabei. Ich blieb nach der Beerdigung um ihn Blumen zu hinterlassen und die Aufschrit auf seinem Grabstein zu betrachten.

„Ein liebender Vater und ein wundervoller Mann“

Ich las es laut vor. Ich spazierte durch den Friedhof und trauerte dem Vergangenen und Verlorenen nach.

Dann sah ich meinen Grabstein.

„Eine wundervolle Person mit einem guten Herzen 1973-2003“

Auf dem Grabstein stand mein Name. Mein ganzer Name und die Liste der Familienmitglieder die an der Zeremonie teilnahmen. Ich konnte es nicht glauben, nicht für eine sekunde!
Träumte ich? Was war real? Ich ohrfeigte, biss und kniff mich aber.. ich war wach. Ich war wach und ich war tot. Ein Schatten stieg aus der Dunkelheit. Er rief mich.

„Ja, geliebter Geist. Du bist gestorben und das ist das Leben nach dem Tod.“

„Wie?“

„Ein Hausbrand, deine Geliebten starben ebenso, inklusive deiner Tochter.“

„Aber ich habe sie heute doch gesehen!“

„Diese Welt ist nicht real. Sie ist eine Illusion in deinem Kopf. Du starbst, Geliebter.“

„Die Menschen um dich herum sind gestorben, so wie du. Aber sie wissen es nicht. Sie haben keine Ahnung. Dein Freund zum Beispiel, starb in einem Flugzeugabsturz. Deine Ex. beging Selbstmord.
Niemand der hier lebt weiß dass er tot ist, oder dass du es bist. Alles hier ist Falsch. Dein Leben hier… ist nur in deinem Kopf.“

Meine Ohren klingelten. Was existiert? Was nicht? Ich fiel auf den Boden, das Klingeln wurde lauter. Ich war tot. Oder? Es war real. Oder?

Du bist Real.. Oder?

Übersetzer: Arma

Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/What_Exists%3F

Diskussion: http://forum.creepypasta.eu/thread-what-exists

April 6

Dream Death

Bist du jemals in einem Traum gestorben und dann aufgewacht?

Das bedeutet, dass ein alternatives Ich von dir in einer anderen Zeitlinie gestorben ist. Träume von dir selbst sind kurze Blicke in das Leben alternativer Versionen von dir.

Das erklärt auch, weshalb eine Person von etwas träumen kann, das ihr später tatsächlich passiert. Alles, was du zu tun hast, ist die Aktionen deines alternativen Ichs zu steuern, um selbst zu ihm zu werden. Deine Zeitlinie wird zu seiner Zeitlinie und umgekehrt.

Versuche, etwas vorsichtiger zu sein. Achte auch darauf, was mit dieser Version von dir, die starb, passiert ist, okay?

Merke dir: Das Ich, als welches du erwachst, ist ebenfalls der Traum einer anderen Version von dir, die schläft.

Übersetzerin: Alice

Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/Dream_Death

Diskussion: http://www.creepypasta.eu/thread-dream-death

Dezember 18

Christmas

Ich konnte nie gut in Hotels schlafen. Ich denke, dass dies eine kleine Untertreibung ist. Ich konnte allgemein nie gut schlafen, aber Hotels waren das Schlimmste. Nur der Gedanke, dass der vorherige Nutzer dieses Bettes ein komplett Unbekannter war, war abscheulich, aber das ist irrelevant. Worauf ich hinaus will, ist, wie dieser Schlafmangel in Hotels mein Leben veränderte. Weihnachten, wir verbrachten Weihnachten in einem beschissenen Hotel und nicht mal mit der Familie, großartig. Versteht mich nicht falsch, es ist nicht so, also ob ich nicht das All-You-Can-Eat Buffet von durchweichtem verpatztem Braun und Grütze am Weihnachtsabend genoss.

Natürlich musste der erste Schnee der Saison unseren Flug nach Virginia für ungültig erklären. Nun ist es der Abend vor Weihnachten und ich versuche in diesem, von Bleiche durchtränkten, Raum zu schlafen. Mein Verstand wandert, sich wundernd was hier passierte, sodass man so eine exzessive Menge an Bleiche benötigte. Das Zimmer war nichts Außergewöhnliches: Zwei Betten, eines für mich und meinen Vater und das andere für meine Schwester und Mutter. Ein Badezimmer und eine rostige Mikrowelle, welche aussah, als ob sie mal gut abgestaubt werden sollte. Irgendwie entkam ich dem Raum (und dem Geruch von Bleiche) in einem traumlosen Schlaf. Aufwachend konnte ich sagen, dass es früher Morgen war, mein Vater lag schnarchend neben mir und er wachte normalerweise vor 4 Uhr morgens auf.

Dann traf es mich, es ist Weihnachten und ich war dabei, mir von diesem Pech meinen Lieblingsfeiertag ruinieren zu lassen.

Über das Bett und auf die Uhr schauend, um zu sehen, wie spät es ist, bemerkte ich dies: Die Silhouette eines Mannes, ca. 1,90 Meter groß, starrte auf meine schlafende Mutter. Noch im Halbschlaf und von dem Moment überrascht, konnte ich mich nicht beherrschen, an Santa Claus zu denken. Ich realisierte, wie dumm der Gedanke war und kurz darauf füllte Horror meinen Kopf. Ich unterdrückte einen Schrei. Ich wusste, ich konnte ihn mich nicht wach sehen lassen, also legte ich meinen Kopf wieder nieder, vortäuschend zu schlafen. Mein Verstand raste, jemand war in meinem Zimmer und ich konnte nichts unternehmen. Ich war ein dürrer 16 Jähriger und dieser Mann sah kräftig wie ein Ochse aus. Ich fragte mich, ob ich meinen Vater rechtzeitig aufwecken könnte, aber ich wusste, dass dies nicht funktionieren würde, denn er schlief wie ein Stein. Selbst ein Eimer Wasser würde ihn nicht rechtzeitig wach bekommen.
Ich war praktisch aufgelöst in Tränen. Ich fühlte mich nie so hilflos. Zum zweiten Mal unterdrückte ich einen Schrei. Er stand neben mir und ich konnte seinen abstoßenden Atem hören und auf meinem Gesicht spüren. Es roch, als ob er verrottetes Fleisch über eine Woche hinweg aß, ohne daran zu denken, seine Zähne zu putzen. Falls er nicht sicher war, ob ich wach wäre, wusste er es nun auf jeden Fall, denn er sah mein Gesicht, das vor lauter Angst verzogen war. Das Atmen stoppte, ich konnte nichts gegen den Seufzer der Erleichterung tun. Ich hätte mich vielleicht selbst getreten, aber das hätte nichts genützt. Ich hörte, wie sich die Zimmertür öffnete und wieder schloss. Ich sprang aus dem Bett. Nichts im Raum war verschoben und meine Familie schlief weiter. Das hätte kein Traum gewesen sein können, ich hätte es mir nicht ausdenken können. So wach wie noch nie, platzte eine schreckliche Idee in meinen Kopf, bevor ich sie verdrängen konnte, zog ich die Tür auf.

Einen Blick zurück auf die Tür werfend, um mir die Zimmernummer zu merken, sah ich ein riesiges, schwarzes „X“, das jemand auf die Tür gestrichen hatte. Hätte ich dies ohne die vorherigen Erlebnisse gesehen, hätte ich gedacht, dass es nur ein dummer Streich von einigen Kindern wäre, aber nicht gewusst, wofür es stand. Mein Herz setzte für einen Schlag aus. Da war er, um die Ecke am Ende des Ganges biegend. „Warum tue ich das hier?“ – Ich verfolgte ihn bis zum Parkplatz. Er war nirgends zu sehen. Im einen Moment lief er aus der Lobby, im nächsten ist er verschwunden. Realisierend, wie kalt es in papierdünnen Pyjamas draußen war, ging ich zurück zur Lobby. Niemand war da. Komisch, ich hätte schwören können, dass normalerweise ein Nachtpförtner da wäre.

Das Adrenalin ließ nach und ich erkannte, wie dumm und unüberlegt meine Aktionen waren, er hätte mich auch töten können. Ich schimpfte mich selbst die Treppen hoch. Ich wusste, dass etwas verkehrt war, als ich in mein Stockwerk kam. Die Tür zu meinem Zimmer war weit offen, „Ich ließ sie nicht so, richtig?“

Ich lief nach drinnen und nach kurzer Untersuchung des Raumes entschied ich, dass es sicher war und meine Familie immer noch schlief. Ich verschloss die Tür und ging zurück ins Bett, obwohl ich nicht für den Rest der Nacht schlief. Ich hörte meinen Vater aufstehen und letztendlich tat meine Mutter ihm gleich, aber ich tat noch, als ob ich schlief. Ein paar Stunden vergangen und meine Eltern weckten mich und meine Schwester. Wir gingen ins Auto und machten uns auf den Weg zurück zum Flughafen. Durch meine Tasche wühlend schnappte ich mir meinen iPod, was dazu führte, dass ich etwas fand, das am Tag zuvor noch nicht da war.

Ein Zettel, auf welchem nur sechs Worte standen. Ich denke immer noch an diesen Tag: „Ich wusste, dass du wach warst.“ Es ist nun zwei Monate her, seit der Erfahrung im Hotel. Ich fürchte mich immer noch um mein Leben und es wird jeden Tag schlimmer. Dieser Zettel, welchen ich fand, war nicht der einzige. Ich bekomme sie auch jetzt noch.

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Übersetzer: MeGustaGamesLP

Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/Christmas

November 27

Anna

Er mochte es, sich in der psychiatrischen Abteilung des hiesigen Krankenhauses freiwillig zu melden. Sein echter Job war Börsenmakler, aber der Stress wurde ihm manchmal zu viel und er benötigte eine Auszeit. Früher hat er getrunken, um sich von seinem Stress zu erholen, bis ihn seine Alkoholsucht an Orte geführt hat, die er nie sehen wollte.

Er wusste nicht warum ihm das so helfen würde, im Krankenhaus zu arbeiten. Eigentlich mochte er die verrückten Menschen nicht mit denen er zusammenarbeiten musste; eigentlich war bei fast allen die Hoffnung auf Heilung verloren. Er vermutete es war Anna die der Grund dafür war, dass er immer wiederkehrte. Anna war nur ein kleines Mädchen, so 10 oder 12 Jahre alt. Sie sollte eigentlich nicht in derselben Abteilung wie die Erwachsenen sein, aber die Stadt war zu klein, als das es sich lohnen würde eine Kinderabteilung einzuführen. Er hatte Mitleid mit den Kindern, die mit diesen psychisch labilen Erwachsenen zusammen gesperrt werden. Aber nicht zu vergessen ist Anna momentan die einzige unter 35. Das machte es nur trauriger, meinte er. Er dachte er müsse Anna um jeden Preis vor den Verrückten schützen, deshalb hatte er sich versprochen sie niemals zu verlassen, solange sie dort sein werde.

Anna war wohl die am meisten normale Person in dem Krankenhaus. Sie hatte jedes Mal große Angst, wenn sie das Gebäude verlassen hat. Die Ärzte sagen, sie würde wohl an einem Schock sterben, wenn sie das Gebäude endgültig verließe. Das einzige, was sie glücklicher zu machen schien, war reden. Deshalb hat sie Stundenlang über die verrücktesten Dinge gesprochen. Er hatte das Gefühl, dass er alles über sie Wissen musste; er dachte es wäre gut für ihre Beziehung gewesen. Anna war immer so glücklich, wenn er mit ihr geredet hat, deshalb konnte er sie auch nie sehr lange alleine lassen. Nur einem Thema ist sie bis jetzt immer aus dem Weg gegangen: Warum sie eigentlich in der psychiatrischen Anstalt gelandet ist. Er dachte wenn es einen Grund gäbe, würde sie es ihm schon noch erzählen und dass es wohl nicht gut für ihr Verhältnis wäre wenn er sie dazu drängen würde.

Ihr Bund wuchs jeden Tag. Sie waren sich fast so nah wie Bruder und Schwester, so nah, dass er aufgehört hatte im Krankenhaus zu arbeiten. Er kündigte seinen Job und kam trotzdem jeden Tag, um bei ihr zu sein. Er wollte ihr helfen ihre Angst zu überwinden, bis zu dem Tag als er sie schluchzend und zusammengekauert in ihrem Bett fand. Als er sie fragte, was denn los sei, erzählte sie ihm den Grund warum sie im Krankenhaus war. Sie und ihre Mutter waren in einen Autounfall mit einem Betrunkenen verwickelt. Ihre Mutter starb infolgedessen und Anna musste ins Krankenhaus. Sie hat danach wochenlang nicht gesprochen. Erst wieder als er angefangen hat hier zu arbeiten.

Er dachte, da er scheinbar die Heilung für ihre Krankheit war, fragte er sie, ob sie den betrunkenen Autofahrer geschnappt hatten. Sie sagte nein und das war der Hauptgrund warum sie das Krankenhaus nicht verlassen konnte, denn sie hatte Angst, dass er hinter ihr her ist. Er wollte sie trösten, er sagte ihr, dass sich ein Betrunkener niemals an sie erinnern könne, aber es half nichts. Er versprach, er würde diesen Fahrer persönlich umbringen, wenn das ihre Beziehung stärken würde. Das hatte Annas Aufmerksamkeit geweckt. Er dachte diese Brutalität würde sie abschrecken, aber dem war nicht so. Der Tag verlief von nun an ziemlich normal. Er entschied sich aber mit Annas Doktor zu reden, bevor er ging.

Er hatte vorher noch nie mit dem Doktor geredet, aber da ihn eh jeder im Krankenhaus kannte, hatte er keine Probleme damit, sich vorzustellen. Als er ihn nach Anna fragte, schien der Arzt ziemlich gespannt zu sein, was er zu sagen hat. Eigentlich wusste niemand warum sie hier war, sie fanden sie nur, während sie blutüberströmt an der Straße entlangwanderte. Er war Überrascht und infolgedessen hat er dem Doktor Annas Geschichte erzählt. Am Ende lehnte sich der Doktor zurück und sagte: „Was du mir erzählst, Richard, ist sehr seltsam. Es gibt niemanden in diesem Krankenhaus namens Anna. Du hattest einen Nervenzusammenbruch und bist hier für eine psychiatrische Behandlung. Wie auch immer, aber es wird immer schlimmer statt besser. Für die letzten paar Wochen hast du das Krankenhaus nicht verlassen. Sag mir, Richard, erinnerst du dich wann du das letzte Mal gearbeitet hast?“

Was für eine dumme Frage. Natürlich kann er… nein, er hat Urlaub genommen um hier bei Anna zu sein. Wie konnte er das vergessen? Der Doktor schüttelte den Kopf: „ Du wurdest gezwungen diese psychiatrische Maßnahme zu machen. Wir glauben du hattest irgendein traumatisches Erlebnis, welches deinen Zusammenbruch verursachte und Halluzinationen mit sich zog. Wie ich das sehe, hast du betrunken einen Autounfall verursacht, bei dem zwei Menschen umgekommen sind.“

Er saß dort, so schockiert, dass er sich nicht bewegen konnte. Das war unmöglich. Er hat aufgehört zu trinken… sofort als er hier angefangen hat zu arbeiten. Nein. Nein. Er konnte nicht… aber er erinnerte sich zurück, das grelle Scheinwerferlicht als er die Kontrolle über den Wagen verlor, das Kreischen der Reifen und das Mädchen, welches auf dem Rücksitz geschrien hat. Als er aufblickte, saß nicht mehr der Doktor vor ihm, es war Anna. Sie saß nur da und starrte ihn an. Er blickte zurück, kurz danach sank sein blick auf den Boden. Er fühlte sich schuldig, oh so schuldig. Aber er hatte ein Versprechen einzulösen.
Richard nahm eine Schere vom Tisch.

Übersetzer: raykaytwo

Original: http://www.creepypasta.com/anna/