Dezember 18

Christmas

Ich konnte nie gut in Hotels schlafen. Ich denke, dass dies eine kleine Untertreibung ist. Ich konnte allgemein nie gut schlafen, aber Hotels waren das Schlimmste. Nur der Gedanke, dass der vorherige Nutzer dieses Bettes ein komplett Unbekannter war, war abscheulich, aber das ist irrelevant. Worauf ich hinaus will, ist, wie dieser Schlafmangel in Hotels mein Leben veränderte. Weihnachten, wir verbrachten Weihnachten in einem beschissenen Hotel und nicht mal mit der Familie, großartig. Versteht mich nicht falsch, es ist nicht so, also ob ich nicht das All-You-Can-Eat Buffet von durchweichtem verpatztem Braun und Grütze am Weihnachtsabend genoss.

Natürlich musste der erste Schnee der Saison unseren Flug nach Virginia für ungültig erklären. Nun ist es der Abend vor Weihnachten und ich versuche in diesem, von Bleiche durchtränkten, Raum zu schlafen. Mein Verstand wandert, sich wundernd was hier passierte, sodass man so eine exzessive Menge an Bleiche benötigte. Das Zimmer war nichts Außergewöhnliches: Zwei Betten, eines für mich und meinen Vater und das andere für meine Schwester und Mutter. Ein Badezimmer und eine rostige Mikrowelle, welche aussah, als ob sie mal gut abgestaubt werden sollte. Irgendwie entkam ich dem Raum (und dem Geruch von Bleiche) in einem traumlosen Schlaf. Aufwachend konnte ich sagen, dass es früher Morgen war, mein Vater lag schnarchend neben mir und er wachte normalerweise vor 4 Uhr morgens auf.

Dann traf es mich, es ist Weihnachten und ich war dabei, mir von diesem Pech meinen Lieblingsfeiertag ruinieren zu lassen.

Über das Bett und auf die Uhr schauend, um zu sehen, wie spät es ist, bemerkte ich dies: Die Silhouette eines Mannes, ca. 1,90 Meter groß, starrte auf meine schlafende Mutter. Noch im Halbschlaf und von dem Moment überrascht, konnte ich mich nicht beherrschen, an Santa Claus zu denken. Ich realisierte, wie dumm der Gedanke war und kurz darauf füllte Horror meinen Kopf. Ich unterdrückte einen Schrei. Ich wusste, ich konnte ihn mich nicht wach sehen lassen, also legte ich meinen Kopf wieder nieder, vortäuschend zu schlafen. Mein Verstand raste, jemand war in meinem Zimmer und ich konnte nichts unternehmen. Ich war ein dürrer 16 Jähriger und dieser Mann sah kräftig wie ein Ochse aus. Ich fragte mich, ob ich meinen Vater rechtzeitig aufwecken könnte, aber ich wusste, dass dies nicht funktionieren würde, denn er schlief wie ein Stein. Selbst ein Eimer Wasser würde ihn nicht rechtzeitig wach bekommen.
Ich war praktisch aufgelöst in Tränen. Ich fühlte mich nie so hilflos. Zum zweiten Mal unterdrückte ich einen Schrei. Er stand neben mir und ich konnte seinen abstoßenden Atem hören und auf meinem Gesicht spüren. Es roch, als ob er verrottetes Fleisch über eine Woche hinweg aß, ohne daran zu denken, seine Zähne zu putzen. Falls er nicht sicher war, ob ich wach wäre, wusste er es nun auf jeden Fall, denn er sah mein Gesicht, das vor lauter Angst verzogen war. Das Atmen stoppte, ich konnte nichts gegen den Seufzer der Erleichterung tun. Ich hätte mich vielleicht selbst getreten, aber das hätte nichts genützt. Ich hörte, wie sich die Zimmertür öffnete und wieder schloss. Ich sprang aus dem Bett. Nichts im Raum war verschoben und meine Familie schlief weiter. Das hätte kein Traum gewesen sein können, ich hätte es mir nicht ausdenken können. So wach wie noch nie, platzte eine schreckliche Idee in meinen Kopf, bevor ich sie verdrängen konnte, zog ich die Tür auf.

Einen Blick zurück auf die Tür werfend, um mir die Zimmernummer zu merken, sah ich ein riesiges, schwarzes „X“, das jemand auf die Tür gestrichen hatte. Hätte ich dies ohne die vorherigen Erlebnisse gesehen, hätte ich gedacht, dass es nur ein dummer Streich von einigen Kindern wäre, aber nicht gewusst, wofür es stand. Mein Herz setzte für einen Schlag aus. Da war er, um die Ecke am Ende des Ganges biegend. „Warum tue ich das hier?“ – Ich verfolgte ihn bis zum Parkplatz. Er war nirgends zu sehen. Im einen Moment lief er aus der Lobby, im nächsten ist er verschwunden. Realisierend, wie kalt es in papierdünnen Pyjamas draußen war, ging ich zurück zur Lobby. Niemand war da. Komisch, ich hätte schwören können, dass normalerweise ein Nachtpförtner da wäre.

Das Adrenalin ließ nach und ich erkannte, wie dumm und unüberlegt meine Aktionen waren, er hätte mich auch töten können. Ich schimpfte mich selbst die Treppen hoch. Ich wusste, dass etwas verkehrt war, als ich in mein Stockwerk kam. Die Tür zu meinem Zimmer war weit offen, „Ich ließ sie nicht so, richtig?“

Ich lief nach drinnen und nach kurzer Untersuchung des Raumes entschied ich, dass es sicher war und meine Familie immer noch schlief. Ich verschloss die Tür und ging zurück ins Bett, obwohl ich nicht für den Rest der Nacht schlief. Ich hörte meinen Vater aufstehen und letztendlich tat meine Mutter ihm gleich, aber ich tat noch, als ob ich schlief. Ein paar Stunden vergangen und meine Eltern weckten mich und meine Schwester. Wir gingen ins Auto und machten uns auf den Weg zurück zum Flughafen. Durch meine Tasche wühlend schnappte ich mir meinen iPod, was dazu führte, dass ich etwas fand, das am Tag zuvor noch nicht da war.

Ein Zettel, auf welchem nur sechs Worte standen. Ich denke immer noch an diesen Tag: „Ich wusste, dass du wach warst.“ Es ist nun zwei Monate her, seit der Erfahrung im Hotel. Ich fürchte mich immer noch um mein Leben und es wird jeden Tag schlimmer. Dieser Zettel, welchen ich fand, war nicht der einzige. Ich bekomme sie auch jetzt noch.

____

Übersetzer: MeGustaGamesLP

Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/Christmas




Verfasst 18. Dezember 2012 von Icebird in category "Träume & Wahnsinn

5 COMMENTS :

  1. By Creepylove on

    Irgendwie fehlt mir hier ein richtiger Schluss… creepy find ich die Story nich grade…

    Antworten