Dezember 20

Creepypastas von Fans #36: Hallo Bruder

Schon immer hatten mich Creepypastas fasziniert. Das mystische, geheimnisvolle und verstörende, das jede einzelne solcher Kurzgeschichten transportiert, unsere tiefsten Urängste angreifend.  Und da mich das Übernatürliche so interessierte, und ich doch des öfteren gerne einmal schreibe, wollte ich selbst einmal so eine kleine Grusel-Geschichte schreiben. Viele Male versuchte ich es – vergebens.

Viele Themen waren einfach zu abgedroschen; Gehacktes Pokémon-Spiel, Halluzinationen verursachende und todbringende Bilder, plötzlicher, geheimnisvoller, nie geklärter Tod. Dann war einiges wiederum zu abgedreht: Menschenfresser-Wand, Gatlinggun-Clown oder
willensbrechende Substanzen in der Cola.

So kam es also, dass ich nie eine Creepypasta schrieb. Bis heute. Doch diese Creepypasta
basiert nicht auf Einbildung. Leider! Ich weiß, was ich gesehen habe und werde das Bildmaterial demnächst hochladen. Ich will euch an meiner Erfahrung teilhaben lassen.  Natürlich werdet ihr mir nicht glauben. Gut so! Es ist besser, man glaubt nicht daran.
Alles Andere würde einem wohl den Schlaf rauben…
Wie dem auch sei, ich fang‘ jetzt lieber mal an:

Seit ich geboren wurde, lebten wir auf einer kleinen Farm in Texas; ’n paar Kühe, Schweine – Nichts besonderes. Ich war Einzelkind, hatte alles, was ich wollte, sobald ich es wollte.
Auch waren die Familienverhältnisse gut, Streit gab es recht selten. Und wenn doch, war
er spätestens zum Abendessen wieder vergessen.

Jedoch hatte mir mein Vater, welcher recht kräftig gebaut war und immer einen Cowboy-Hut auf hatte, stets gesagt, dass ich machen könne, was ich wolle, jedoch nie – „unter keinen noch so absurden Bedingungen“ – den Dachboden betreten
dürfe.

Da mich modrige Möbel und altes Kinderspielzeug nicht schärfer als jeden anderen machen, war dem leicht Folge zu leisten.

Jedoch, eine Tages, als meine Eltern zum 50. Geburtstag einer ihrer besten Freunde eingeladen waren, und ich ganz allein im Haus war, hörte ich etwas.
Leise Schritte, tapsend, kaum wahr-, geschweige denn ernstzunehmen.
„Schon wieder Ratten?“, hörte ich mich entnervt fragen.
Ich schnappte mir das Fischnetz, denn nochmal sollten mir diese Mistviecher nicht entkommen, und da meine lieben Erzeuger eh nicht im Haus waren, war ich durchaus gewillt, ob aus Gründen des Rattenfangens oder der mittlerweile doch entstandenen Neugier sei dahin gestellt, den Dachboden nun doch zu betreten.

Doch als ich mich der herunter klappbaren Leiter im 2. Stock näherte, ertönte ein tiefes Stöhnen, wie von einem Zombie. Einem schlechten.

Da ich es nun doch etwas mit der Angst bekam, rüstete ich mein Arsenal mit meines Vaters
Schrotflinte auf. Ein schönes Stück, mit goldenen Kringeln verziert – Ein Sammlerstück,
dennoch durchaus zum Töten fähig.

Das Netz blieb erst einmal vor der Leiter zurück. Die obligatorische Taschenlampe war dabei
und angeschaltet. Ich schlich mich nach oben. Ich hörte ein Schnaufen, wie, als würde sich
jemand verstecken, lauern…

Ich leuchtete, mit der geladenen, schussbereiten Flinte im Anschlag um mich herum.

Nichts.

Da ich mir nun nichts weiter dachte, kehrte ich um. Das war ein Fehler.
In dem Moment, als ich vor der Leiter stand, mit dem Rücken zur Wand,
griff mich etwas von hinten an. Es zog an mir.

Meine Hände krallten sich in den Boden, meine Fingernägel begannen unter dem Druck
zu reißen, zu bluten. Was zur Hölle war das?!

Die Kreatur streifte nur kurz den Strahl der Taschenlampe, die ich keine 5 Sekunden zuvor
habe fallen lassen.
Was ich da sah, war das schlimmste, was mir je unterkam; Ein widerlich-abgemagerter Körper, tiefe, wenngleich verlassene, blaue Augen, das Gesicht blutverkrustet, die Haare
strähnig, teilweise aufgerissene, zerlumpte Kleidung, wenn man das überhaupt so nennen darf, ein Buckel, Zähne jenseits auch nur einer einzigen zahnärztlichen Untersuchung und ein blutroter, ausgefranster Streifen, auf seiner rechten Bauchseite.

Das Allerschlimmste jedoch war, dass ich, während ich sein Gesicht erblickte, feststellen musste, dass er mir glich, wie ein Ei dem Anderen.

Ich spürte, wie es nun an meinen Armen zog. Stumpfe Zähne versuchten sich in mein Fleisch
zu bohren. In diesem Moment jedoch ergriff meine freie Hand die Flinte, zielte intuitiv und
schoss. Es stöhnte lauthals auf, schrie wie wild um sich und sackte langsam in sich zusammen, bis Es Ruhe gab.

Ich verschwand so schnell es ging vom Dachboden, schloss ihn und verschanzte mich mit der Flinte und 30 Schuss in der Küche, auf alles gefasst.

Ich glaube meinen Eltern alles, habe es immer getan und werde es auch immer tun.
Doch die Narbe, die ich im Alter von 2 durch einen Autounfall davongetragen haben soll,
an den ich mich logischerweise nicht mehr erinnern kann, die senkrecht über die linke Seite meiner Hüfte geht, betrachte ich seitdem immer wieder skeptisch.

 ____

Verfasser: maxderby




Verfasst 20. Dezember 2012 von Icebird in category "Creepypastas von Fans

12 COMMENTS :

  1. By BunnyKaya on

    Ah die Geschichte mit den Siamesischen Zwillingen, bei der der eine so böse ist,d ass die Eltern ihn einsperrten :D Jaja…das kennt man wohl schon

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  2. By maxderby on

    ich muss ehrlich zugeben, dass die simpsons-folge grundlage war, jedoch wollte ich das einmal selbst interpretieren, da schrift immernoch etwas anderes als bild und ton ist, und ich mich mal an der erzeugung von atmosphäre versuchen wollte.
    Danke für die Kritik! (:

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  3. By fuckinglol on

    Heult doch nicht alle wegen der Simpsons-Folge rum :D
    Ich fand die Creepypasta mit Jeff the Killer am besten!!!! Weiter so ^^

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  4. By Luffia on

    Tja… Schon bei dem Titel und Dachboden wurde ich Misstrauisch. Habs mir gleich gedacht das es von der Simpsons Halloween Folge ist xD
    Aber ich hätte nicht gedacht das es so viele erkennen würden :3
    Und ich fand den Schreibstil Super!
    Soo… Hab auch erstmal meinen Senf dazu gegeben :D

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  5. By Hikari17 on

    *lach* Ich musste auch sofort an die Simpsons-Folge denken. Hat sie dich vielleicht inspiriert?

    Aber ich muss sagen, der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen.

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  6. By ~_~ on

    Erinnert das noch einen an diese Simpons-Folge, Staffel 9 ?

    Es war ein Halloween-Special. Die Folge hieß „Das Ding und ich“…

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