August 30

Der Traum

Ich renne so schnell ich kann den Weg entlang. Es ist ein langer Kiesweg, und wenn mich meine Augen nicht täuschen sollten, gibt es kein Ende. Ich habe High Heels an. Ich stolpere und bin mehrmals fast gefallen, aber ich konnte es nicht riskieren, kurz zu stoppen, um sie auszuziehen.

Ich kann sie hinter mir hören, wie sie mich verfolgen. Es sind drei von ihnen. Sie sind groß und schnell, und sie tragen alle die gleichen schwarzen Kleider und Masken. Ich weiß nicht, warum sie mich verfolgen, und ich kann mich nicht daran erinnern, wie es anfing. An alles, an das ich mich erinnern kann, ist, dass ich renne.

Plötzlich sehe ich einen Anderen, er kommt direkt auf mich zu. Ich werde panisch. Ich hatte vor, schnell in die Bäume auf der anderen Seite zu rennen, aber ich verrenkte meinen Knöchel – und bin verdammt. Nein, ich muss weiterrennen. Ich muss auf diesem Weg bleiben und auf das Beste hoffen.

Mein Herz schlägt stärker und stärker, als ich der Person näher komme, aber er läuft einfach an mir vorbei. Einen Moment später höre ich Schreie hinter mir, und ich konnte nicht anders, als mich umzudrehen.

Er hat sie angegriffen! Alle drei, die mich verfolgten, liegen bewegungslos auf dem Boden, wahrscheinlich tot. Ich kann keine Waffe erkennen, also habe ich keine Ahnung, wie er es getan hat. Ich habe aufgehört zu rennen, und ich reiße meine Augen weit auf, als die Person plötzlich auf mich zukommt.

„Da-Danke schön“, stammle ich nervös. Man kann den Atem der Person durch seine Maske immer lauter und krächzender hören. Wir beide stehen einfach nur da, für eine gefühlte Ewigkeit, als er plötzlich antwortet.
„Du würdest mir nicht danken, wenn du wüsstest, wie ich aussehe.“

Ich bin über die Stimme überrascht. Sie ist weiblich. Ich beobachte sie neugierig, auch wenn ich ein wenig Angst habe, als sie ihre Hand erhebt und die Maske langsam abnimmt.

Ich schreie. Diese Person hat mein Gesicht! Nur dass es sehr entstellt aussieht. Sie hat schwarze Augen, eine blutige, gebrochene Nase und kaputte Lippen.
„Was geht hier vor?!“ Ich weine. Sie starrt mich blinzelnd an.
„Ich konnte es nicht zulassen, dass sie es beenden“, sagt sie. „Es ist Zeit für dich, zurückzukehren.“ Ich öffne meinen Mund, um zu antworten, aber dann fühle ich mich sehr müde. Ich versuche dagegen zu kämpfen, aber ich kann nicht. Ich falle zu Boden.

Ich war in einem Krankenhaus, als ich aufwache. Ich ächze voller Schmerz, der sich anfühlt, als wäre mein Kopf in zwei geteilt, als meine Eltern an meine Seite kommen. Ich hatte sie nicht bemerkt.
„Schatz, bist du okay?“, fragt meine Mutter, als sie meine Hand in ihre nimmt und meine Wange küsst. Ich schließe meine Augen und versuche, mich daran zu erinnern, was passiert war.

Ich hatte die Nachrichten geschaut. Es wurde von einer interessanten Geschichte berichtet, in denen Menschen angeblich auf mysteriöse Art im Schlaf starben. Sie waren nicht wirklich alt, alle in meinem Alter. Autopsien berichteten stets, dass die Opfer körperlich gesund gewesen waren.
Ich musste eingeschlafen sein. Aber dieser Traum… er fühlte sich so echt sein. So unheimlich.

„Ja, Mom, mir geht’s gut“, antworte ich. „Was ist passiert?“ Meine Mutter blickt meinen Vater an, als ob sie ihn fragen würde, ob er es sagen wolle. Er schüttelt den Kopf.
„Das weiß keiner so genau, Liebling“, erzählt sie mir. „Du hast auf meine Anrufe nicht geantwortet, daraufhin hatte ich mir Sorgen gemacht. Ich rannte rüber zu dir und benutzte den Ersatzschlüssel über der Türe, damit ich rein konnte. Ich habe dich bewusstlos auf der Couch gefunden. Du hast das in der Hand gehalten…“

Sie greift in ihre Handtasche und holt die Maske hervor. Die Maske aus meinem Traum.

Original: http://www.creepypasta.com/the-dream/


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Verfasst 30. August 2012 von Icebird in category "Träume & Wahnsinn

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