Juni 17

Devil’s Road

Die dichten, grauen Wolken verdeckten einen Großteil des Lichtes, was der Straße eine dunkle Erscheinung gab und mein Herz schneller schlagen ließ. Es war ein merkwürdiges Gefühl so ängstlich zu sein, ohne einen triftigen Grund Angst zu haben. Ich schritt schnell voran, während ich die Wolken beobachtete, wie sie umherwirbelten und sich in Mustern bewegten die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ich war an die Winter in England gewöhnt, und die Kälte welche unerwartet einziehen konnte, aber dies war anders. Der Wind war heftig, aber nicht kalt. Die Wolken waren ungewöhlich. Das gedämpfte Tageslicht welches es schaffte hindurch zu scheinen, zeigte Wirbel aus Farben, die normalerweise nicht gesehen wurden.

Ich beschleunigte meine Schritte, in der Gewissheit das etwas passieren würde. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite begann ein Mann zu rennen. Seine Haare peitschten wie wahnsinnig um seinen Kopf. Seine Kleidung war zerfetzt und blutverschmiert. Ich erstarrte bei diesem Anblick. Ich war in einer Art Schock, das war keinesfalls normal. Einen Augenblick nach dem er vorbeigerannt war, verfolgten ihn drei junge Männer, sie lachten und schrien, riefen nach ihm. Ich sah ihn einmal zurückblicken, ehe er um eine Ecke lief, seine Augen zeigten Verzweiflung. Ich konnte seine Angst fühlen, denn ich hatte ebenso Angst.

Ich setzte mich erneut in Bewegung, die Augen nach möglichen Gefahren offenhaltend. Auf der anderen Seite der Straße schien die Welt den Verstand verloren zu haben. Ich sah Gruppen aus Männern und Frauen andere Personen jagen. Ich sah Menschen auf schreckliche Art und Weise sterben, auf eine Art und Weise die mir das Gefühl gab verrückt zu werden. Ein junger Mann in einem schwarz-weiß gestreiften T-shirt wurde verfolgt bis er stolperte, dann riss ihn ein Gruppe von Frauen mit ihren Händen auseinander. Sie rissen ihn buchstäblich in Stücke, wie Zombies in einem Horror Film. Die wahnsinnigen Leute auf der anderen Seite der Straße stoppten und starrten mich an, aber sie überquerten die Straße nicht. Ihre Opfer sahen mich, hielten inne und schrien, flehten mich an sie zu retten. Ich war angespannt, bereit loszurennen aber niemand kam auf mich zu. Sie funkelten mich an, mir fröstelte, ich zitterte und bebte. Dann gingen sie wieder zu dem Wahnsinn über mit dem sie davor beschäftigt waren.

Mein Herz schlug schmerzhaft als ich begann zu rennen, ich wusste nicht wohin ich rannte. Ich rannte ehe der Wahnsinn mich erreichen konnte. Ich stolperte gegen eine Wand und stoppte meine Atmung, als ein Messer in mein Bein drang. Im ersten Moment spürte ich keinen Schmerz, der Schock war zu groß. Nach etwas das Stunden zu sein schienen, fing mein Bein an zu schmerzen und ich begann zu kreischen. Ich sah auf und auf der anderen Straßenseite sah ich den wild aussehenden Mann, den ich gesehen hatte wie er von einer Gruppe verfolgt wird. Seine Augen waren wild und seine Haare rot von Blut. Schlagartig erkannte ich das es nicht sein Blut war das sein Haar rot färbte, das es nicht sein Blut war welches ihm von seinen Haaren in die Augen tropfte.

Er hob ein weiteres Messer und mit einer Bewegung seines Handgelenks, warf er es von der anderen Straßenseite auf mich. Ich schrie auf und fiel zu Boden. Das Messer in meinem Bein grub sich tiefer hinein, als ich darauf landete. Der Schmerz war derart intensiv, dass ich fühlte wie meine Sicht sich trübte. Ich rief mir selbst zu das ich nicht ohnmächtig werden durfte, der Mann würde mich töten. Mit einem Aufschrei der Freude, zückte der Mann erneut ein Messer, wieder zielend. Diesmal war ich nicht in der Lage auszuweichen, sein Messer würde mein Fleisch finden und es gab nichts war ich tun konnte. Ich starrte ihn an, verständnislos. Das Messer nahm mein gesamtes Sichtfeld ein.

Der Mann schrie und warf das Messer, es summte während es durch die Luft schnitt. Ich schloss die Augen, versteift für den Schmerz. Nach einem langen Moment erkannte ich das der Schmerz nicht aufgekommen war, hatte der Mann verfehlt? Ich öffnete langsam die Augen, und was ich sah brachte mich dazu sie weiter zu öffnen. Neben mir stand ein anderer Mann, er war einwandfrei gekleidet. Er trug einen dunklen Anzug and Schuhe, sein Haar war schwarz und seine Haut war blass. In seiner Hand, welche mit Rubinringen geschmückt war, hielt er das Messer. Der Mann auf der anderen Straßenseite sah für einen Moment zurechnungsfähig aus und sehr erschrocken.

„Sie gehört mir.“, sagte der Mann, und obwohl seine Stimme gerade mehr als ein Flüstern war, übertönte sie den Wind und das Geschrei der Straße. Der wilde Mann hörte und fiel zu Boden, flehend und weinend. Ich verstand nicht was vor sich ging. Plötzlich warf der gut gekleidete Mann das Messer auf den wilden Mann und es landete perfekt tief in seinem Rücken. Der wilde Mann schrie und der gut gekleidete Mann lächelte. Die Klinge begann zu leuchten und ging grundlos in Flammen auf. Das Feuer breitete sich auf der zerfetzten Kleidung des Mannes aus, und in Sekundenschnelle war er in Flammen gehüllt.

Der gut gekleidete Mann wendete sich mir zu und ich begann ernsthaft zu zittern. Seine Augen waren das tiefste blau, und schienen in mich zu sehen. Er kniete sich neben mich, wobei er darauf achtete das sein Knie nicht den Gehweg berührte. Wortlos griff er nach unten und zog das Messer aus meinem Bein, ich schrie. Meine Schreie verblassten zu einem hysterischen Schluchzen und der Mann lächelte, zufrieden mit den lauten meines Schmerzes. Er griff nach oben, seine Hand nur ein Handbreit von meinem Gesicht entfernt und ich wich zurück, aber es gab keinen Platz zum zurückweichen.

Er lachte leicht und streckte die Hand aus, ich hielt die Augen fest verschlossen. Die Zeit verging langsam, ich hatte Angst meine Augen zu öffnen. Als ich sie endlich öffnete stellte ich fest das ich mich auf dem Rasen meines Campuses gefand. Ein Traum? Ich realisierte das ich während des Lernens im Gras eingeschlafen war. Ein hysterisches Lachen brodelte in mir. Ich sammelte meine Bücher ein und stand zügig auf, aber fiel. Der Schmerz der durch mein Bein fuhr war unerwartet und schockierend.

Ich zog meine Jeans hoch um eine fast verheilt Wunde freizulegen an der Stelle an der das Messer mich geschnitten hatte. Ich sah mich panisch um. Der Wind begann mir um mein Gesicht zu peitschen als dichte graue Wolken aufzogen. Ich sah einem Mann in einem schwarz und weiß gestreiftes T-Shirt an mir vorbei laufen.

„Geh besser Heim, ein großer Sturm zieht auf!“, rief er mir zu als er vorbei rannte. Plötzlich stellte ich fest, dass ich auf der falschen Straßenseite war. Ich war auf der Seite des Wahnsinns. Meine Bücher zurücklassend stand ich auf und versuchte über die Straße zu humpeln. Ich blieb auf der Mitte der Straße stehen und sah einen Mann auf mich warten, ein Mann mit tiefen blauen Augen und einem gepflegten schwarzen Anzug.

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Übersetzer: Darkitachi

Korrekturleser: dannyk96

Original: http://www.creepypasta.org/creepypasta/devils-road




Verfasst 17. Juni 2016 von dannyk96 in category "Träume & Wahnsinn