Oktober 10

Die Textmeldung

Du fährst von einem Freund nach Hause, als du an einer roten Ampel anhältst und einen dir bekannten Ton deines Handys hörst, das auf dem Beifahrersitz liegt. Eine Textmeldung. Womöglich von deinem Freund; du vergisst öfters mal Dinge bei ihm. Da du ein verantwortungsbewusster Fahrer bist, und die Ampel immer noch rot ist, öffnest du die Meldung und wartest für einen Augenblick, bis sich jene öffnet. Plötzlich öffnet sich ein Foto. Rot, undeutlich, fremdartiger Kontrast. Und es ist kein Text beigefügt.

Doch die Ampel schlägt über auf grün, daher schließt du dein Handy und fährst weiter, dich etwas wundernd, was das war und wer es womöglich gesendet hatte. Vielleicht hatte jemand unbeabsichtigt ein Bild vom Inneren einer Tasche geschossen und es dir gesandt. Du wunderst dich immer noch darüber und triffst auf die nächste Ampel, ebenfalls rot, als ein weiterer Ton von deinem Handy kommt. Du öffnest es, auf  eine Entschuldigung deines Freundes hoffend,  doch du musst erneut warten, bis das Bild geladen wird. Dieses Mal ist es wieder fast nur rot, doch diesmal mit einem schwer erkennbaren Text versehen, der in dunklem Blau gehalten ist. Plötzlich hörst du ein ungeduldiges Hupen von hinten, alsbald du realisierst, dass die Ampel schon lange auf grün umgesprungen ist, und du weiterfahren kannst. Das Handy schließend fährst du los. 

Du sitzt unbequem als das Handy ein weiteres Mal läutet, und erneut eine rote Ampel. Du hältst zögernd inne und öffnest dann das Handy. Das Bild ist plötzlich viel klarer. Das Blau scheint wie eine abgerissene Kante von einer Art von Jeans, halb mit Blut durchnässt, über einem Haufen von Eingeweiden liegend, direkt durch einen menschlichen Körper gerissen. Du kannst nur das untere Schulterblatt und die oberen Schenkel erkennen, doch es ist ohne Zweifel menschlich. Blauweißer Wirbelkörper in Blut getränkt, mehrere Innereien pressen zwischen abgerissene spinale Gewebe hervor, den Frame des Bildes verlassend. Du unterdrückst das Würgegefühl, das bereits deine Galle erreicht hatte und wirfst das Handy zurück auf den Beifahrersitz, erleichtert, endlich weiterfahren zu dürfen, während du Angst davor hast, erneut auf das Handy schauen zu müssen, wenn es wieder klingeln wird.

Es ist eine Art Befreiung, als du bemerkst, dass es keine weiteren Ampeln gibt, bevor du zuhause ankommst. Doch als du dich dem roten Stoppschild näherst, schlägst es dir auf den Magen und du fühlst einen kalten Schweiß, der sich in deinem Nacken zu bilden versucht. Du hast bereits das Handy genommen, noch bevor es zu verstehen gibt, dass eine neue Textmeldung reinkommt. Das Handy vibriert in deiner Hand, als du es öffnest, dein Verstand schaltet um auf den Autopilot, der dich nach Hause fährt, während deine Augen auf den Bildschirm des Handy gerichtet sind, welches das neue Bild lädt. Die Innereien liegen fast künstlerisch auf der Seite des Körpers, die Kopfhaut wurde geöffnet und es ist kein Haar erkennbar, und dieser krankhafte Kontrast zwischen dem dunklen Rot und diesem Blau. Aus irgendwelchen Gründen hattest du das erwartet, selbst wenn du bereits Gallenflüssigkeit auf dem Rücken deiner Zunge schmeckst.

Es ist nicht sehr klar oder dunkel. Fleisch wurde auseinandergerissen, wo nur Gott weiß, weshalb, abgerissene Jeans und das Blut durchnässt die ganze abgenutzte Couch. Die eine, die du in deinem Wohnzimmer hast. Du parkst ein, deine Hände zittern, als du dich auf den Weg zur Haustüre machst, Du kannst dich nicht selbst aufhalten, dein Körper schreitet einfach voran, wie er es normal tun würde, doch deine Finger scrollen verzweifelt das Bild runter. Es ist kein Name zu finden, keine Handynummer, jedoch wird eine Zeit von in 3 Minuten datiert.

Du steckst den Schlüssel in die Haustüre, während du versuchst, deine Jeansjacke mit einem Achselzucken auszuziehen.

Original: http://www.creepypasta.com/the-text-message/


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Verfasst 10. Oktober 2012 von Icebird in category "Morde & Tode

13 COMMENTS :

  1. By Pastamastar on

    Hat alles was eine creepypasta braucht bis auf dass ende dass ist irgendwie der zerstörer vom ende

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  2. By ~_~ on

    Okay, mit „in 3 Minuten“ ist die Sache wesentlich creepier.
    Aber sonst ganz gute Pasta, hat gut geschmeckt. Und es ist dunkel draußen ;)

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  3. By Anonym on

    vom Original:
    and a time dated on the message three minutes from now.
    und eine Zeit datiert von IN drei Minuten.

    – ist so auch more creepy

    You put the key in the door as you try shrug off your denim jacket.
    Du steckst den Schlüssel in die Tür, während Du versuchst Deine Jeansjacke mit einem Achselzucken abzuschütteln/auszuziehen.

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    1. By Anonym on

      Ach so, aber trotzdem klasse Stories und tolle Leistung bei den Übersetzungen. Ein bisschen weniger wortwörtlich und mehr abgerundet und sinngemäß übersetzt und es wäre perfekt.

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    2. By germancreepypasta on

      Ich werde mich nun schämend in die Ecke stellen, für diesen groben Übersetzungsfehler, der quasi den Twist der Story zerstört hat. Vielen Dank fürs Finden des Fehlers.

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      1. By Anonym on

        Das sollte nur gut gemeinte Kritik sein. In der Ecke schämend kannst Du ja nicht mehr die Stories übersetzen. Das wäre schon wieder schade. ;)

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    1. By germancreepypasta on

      Ihm wird nach und nach immer deutlicher ein Foto einer Leiche geschickt, die sich in seiner Wohnung befindet. Der Mörder ist noch in der Wohnung, da er das letzte Foto vor 3 Minuten gesendet hatte. Ich muss zugeben, der letzte Abschnitt macht die Pasta etwas kaputt, aber naja. Wir sind nur fürs Übersetzen da, nicht zum Verbessern :)

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      1. By Accelarator on

        Falsch das Bild ist Datiert mit IN!!!! 3 Minuten… also es wurde aus der zukunft gesendet

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