November 6

Ein Tag in einer Pokémon-Welt voller Schrecken

KAPITEL 1: EINFÜHRUNG

Ich hatte nur einen Gameboy in meinem Leben. Keinen GB Color, keinen SP, keinen DS und auch keine neuere Version; nur das, was wir den grauen Ziegelstein nannten: den originalen Gameboy. Jeder in meiner Nachbarschaft hatte bereits einen DS; ich hatte noch nicht mal einen Gameboy Color gehabt, aber ich war glücklich.

Eines Tages bekam ich meinen eigenen PC und ich wollte sehen, was die neuen Pokémon-Generationen an Neuem gebracht hatten, also machte ich es denen nach, die einen Gameboy Advance oder DS hatten und hatte schließlich die Chance mein eigenes Spiel zu spielen, anstatt sie von meinen Freunden zu leihen (obwohl es nicht ganz legal war…). Ich hatte viel Spaß, aber ich mochte jede neue Generation weniger und weniger, weshalb ich beschloss, mich wieder meinem alten Spiel zuzuwenden.

Da war er, mein alter Spielstand, immer noch derselbe wie damals. Keine gruseligen Pokémon, die starben; keine Charaktere, die mich töten wollten; alles war gut.

Aber während meiner Zeit online hatte ich von einem Glitch-Pokémon gehört: MissingNo.. In einer kalten und einsamen Nacht spielte ich mit meinem alten Gameboy. Mithilfe des Alter-Mann-Glitches fing ich MissingNo.. Aber dann schickte meine Mutter mich ins Bett, also ging ich schlafen. 

Als ich aufwachte, war ich nicht mehr in meinem Schlafzimmer. Ich trug eine rote Kappe, hatte einen Rucksack voll mit Sachen und der Raum schien irgendwie auffallend. Wo war ich? Eine unbekannte Stimme rief mich nach unten; es sei Zeit zu gehen. Alles war irgendwie vertraut, als hätte ich das alles schon mal erlebt.

Unten erklärte mir eine Person, die sich meine Mutter nannte, dass ein Professor nach mir suchen würde. Da erinnerte ich mich: Es war wie in Pokémon; ein Traum wurde wahr! Ich war in meinem Spiel; oder hatte sich die echte Welt in das Spiel verwandelt? Egal! Ich prüfte meinen Rucksack und fand einen alten Gameboy. Es steckte kein Spiel darin, aber er zeigte etwas, das wie ein Menü aussah. Dort stand „Trainerpass“ und „Tagebuch“.

Ich war neugierig, was passieren würde, also wählte ich „Tagebuch“. Der Gameboy klappte auf und zum Vorschein kam eine Tastatur, mit der ich eintippen konnte, was ich alles erleben würde. Es war seltsam aber wunderbar, zu erleben, wie mein Traum wahr wurde und ich wollte so viele Dinge tun. Meine Mutter erinnerte mich daran, zum Professor zu gehen, ich sei spät dran.

Ich bedankte mich, gab ihr einen Kuss, weil sie dachte, ich wäre ihr echter Sohn und rannte draußen durch das hohe Gras, wo ich Professor Eich treffen würde. Und tatsächlich: Ein seltsamer Drang hielt mich zurück, bevor der Professor zu mir kam und mir sagte, es wäre gefährlich; aber als ich ihn ansah sah er verängstigt aus, als ob ich im hohen Gras meinem Tod begegnet wäre.

KAPITEL 2: DOCH KEIN TRAUM?

Er brachte mich in sein Labor, aber dabei rannte er, als wäre er in Lebensgefahr. Ich konnte nichts tun, außer ihm hinterherzurennen. Als wir in seinem Labor ankamen, schloss einer seiner Assistenten die Tür hinter uns und verbarrikadierte sie. Er war genauso verängstigt wie Eich. Einer von ihnen seufzte vor Erleichterung, als die Tür zu war. Professor Eich begann, mit mir zu reden: „Du warst in Lebensgefahr!“, sagte er.

„Ich weiß“, antwortete ich. “Ich musste rausgehen und Sie würden kommen und mich aufhalten, bevor ich ins hohe Gras gehe; genau wie im Spiel.“

Der Professor sah mich verwirrt an und sagte: „Rot, hältst du das wirklich für ein Spiel? Wenn du von diesen Wesen angegriffen worden wärst, hättest du schwer verletzt oder sogar getötet werden können.“

Warum nannte er mich Rot? Ich war nicht Rot, sondern eine reale Person. Aber der Professor würde natürlich denken, dass ich der Spielcharakter wäre. Also entschied ich mich, wo ich sowieso schon mal im Spiel war, weiterzumachen.

„Tut mir leid, Professor“, sagte ich. „Ich wollte Sie nicht beunruhigen. Ich habe nach Ihnen gesucht.“

Der Professor seufzte. „Na ja, immerhin bist du am Leben, aber mach so etwas nie wieder.“ Er drehte sich um, um etwas zu greifen und erklärte: „Rot, ich habe etwas für dich. Du benutzt die alte Version des Com-Boy, hier ist die Erweiterungskarte dafür.“

Er drehte sich um gab mir eine Karte, die genau in den Modulschacht des Gameboys passte. „Das ist ein Upgrade. Es sollte dir helfen, deine Pokémon im Auge zu behalten und Freunde anzurufen.“, sagte er, bevor er hinzufügte: „Und ich hoffe, es wird dich beschützen vor… ihm.“ Ich runzelte die Stirn und fragte was „Es“ wäre.

Er sah mich an, als könnte er seinen Ohren nicht trauen. Dann begann er von einer Legende zu erzählen, von einem Pokémon, das so stark war, dass es der Stoff des Seins verändern konnte und sich in etwas verwandeln konnte, das aussah, wie ein Datenhaufen; sein Name war „MissingNo.“ Ich erschrak ein wenig, als er MissingNo. sagte. Ich hatte eins gefangen, bevor ich hier rein geraten war.

Mein Hirn begann, Dinge zusammenzusetzen: Vielleicht hatte mich das Glitch-Pokémon irgendwie hier rein gezogen, aber das war doch nicht möglich, oder? Als ich aufgewacht bin, dachte ich erst, dies wäre ein Traum, aber vielleicht war es das nicht… Ich dachte nicht weiter darüber nach, denn ich genoss diesen „Traum“ zu sehr.

KAPITEL 3: DAS ABENTEUER BEGINNT

Der Professor bemerkte meinen erschrockenen Gesichtsausdruck und beruhigte mich: „Du brauchst keine Angst zu haben. Hier gab es zwar noch keine Angriffe, aber ich möchte kein Risiko eingehen. Ich möchte, dass du etwas für mich tust.“ Er erzählte mir, dass sein Enkel verschwunden war. Er war auf einer Reise um der beste Trainer zu werden als „es“, MissingNo., die Region angriff.

Ich stimmte zu, ihm zu helfen, weil ich selbst der beste Trainer werden konnte, indem ich auf meine Reise ging. Der Professor hatte nur ein Pokémon übrig. Ich rechnete mit Pikachu, wie in der gelben Edition, aber als er den Namen des Pokémon nannte, war ich überrascht. Es war Glumanda, mein Lieblingspokémon. Aus reiner Neugierde fragte ich, ob er nicht noch ein Paar andere Pokémon hätte, aber er erklärte, dass sein Enkel Bisasam gewählt hatte und Schiggy war weggelaufen. Er machte eine Pause bevor er hinzufügte: „Oder es ist tot“.

Ich wusste nicht, was ich noch sagen sollte, also nahm ich Glumanda und ließ es aus seinem Ball. Es war ein niedliches Wesen; ein wenig schüchtern und ängstlich. Ich hob es auf und beruhigte es und langsam begann es, mir zu vertrauen. Wir gingen gemeinsam auf unsere Reise, bereit, uns jeder Gefahr zu stellen. Glumanda blieb an meiner Seite. Zumindest dachte ich das.

Der Professor wünschte uns viel Glück, als wir uns ins Abenteuer stürzten, von dem wir nicht wussten, was wir erwarten sollten. Er ließ uns hinaus und schloss die Tür hinter uns ab. Nachdem wir uns von meiner Mutter verabschiedet hatten und Alabastia verließen, hörten wir eine Stimme, die meinen Namen rief.

„ROOOT, ROOOOOOOT! WARTE, ICH KOMME MIT!“ Ich drehte mich um und sah Blaus Schwester auf uns zu laufen. Sie wollte herausfinden, was ihrem Bruder zugestoßen war. Um jeden Preis.

KAPITEL 4: NICHT ALLES IST SO, WIE ES SCHEINT

Ich hieß sie willkommen und Glumanda, das ich Zilver getauft hatte (der Name meines Charmeleon RP Charakters), freute sich. Wir waren glücklich, nicht alleine auf unsere Reise zu gehen. Außerdem war es gut, jemanden dabei zu haben, der die Karte vernünftig lesen konnte. Während wir zum nächsten Dorf gingen, fragte ich sie nach ihrer Geschichte.

„Ich habe ganz normal geschlafen, nachdem ich dieses Spiel namens Pokémon gespielt hatte. Aber wahrscheinlich wirst du mir das nicht glauben. Jeder denkt ich wäre verrückt, ich hätte mir das ausgedacht, aber ich weiß, dass ich hier nicht hingehöre. Dies ist nicht die Welt in der ich aufgewachsen bin. Als ich hörte, dass du meinen „Bruder“ suchen solltest, dachte ich, ich könnte mitkommen um vielleicht einen Weg nach Hause zu finden.“ Ich konnte meinen Ohren nicht trauen. War ich nicht der Einzige, der in diesem Spiel gelandet ist? Ich erklärte ihr, sie sei nicht verrückt und sie sei nicht die Einzige. Schließlich fragte ich, ob sie auch ein Pokémon hatte. „Ja, ich habe dem Professor dieses Schiggy gestohlen. Diese Leute sind so dämlich, sie haben mich nicht einmal hineinkommen sehen! Jetzt, mit Schiggy, fühle ich mich sicher.“ Für eine Weile vergaßen wir die Gefahr und ließen unsere Pokémon kämpfen. Wir hatten viel Spaß. Bis wir in die Stadt kamen.

Glumanda hatte Angst vor etwas; vor der Präsenz von irgendetwas, wie es schien. Verwundert gingen wir in Richtung Pokémon Center, aber je näher wir ihm kamen, desto schlimmer wurde es. Bald fing auch Schiggy an, sich zu fürchten, aber es blieb standhaft. Wir redeten mit jemandem, während wir darauf warteten, dass unsere Pokémon geheilt würden. Als er sich umdrehte sahen wir, dass er grinste. Es war gruselig. Auch weil wir nicht wussten, warum er grinste.

Als wir die Leute nach Blau fragten, war der alte Mann draußen der Einzige, der ihn gesehen hatte. Ich wurde nervös, denn es schien, als sei er er ein Teil davon, was es MissingNo. ermöglicht, in diese Welt zu gelangen. Er erzählte, er habe einen netten jungen Mann gesehen, der in Richtung Wald ging; der Vertania-Wald. Unsere Pokémon waren endlich wieder bei bester Gesundheit und wir kauften einige Items. Aber irgendetwas stimmte nicht mit unseren Pokémon. Sie schienen schwächer. Als hätten sie ihren Lebenswillen vollständig verloren. Da es schon dunkel war, vermuteten wir, dass es an ihrer Müdigkeit liegen müsste und gingen in den Wald. Ich wünschte, wir hätten das nie getan…

KAPITEL 5: DER WALD DES GRAUENS

Ich war nicht wirklich froh darüber, in den Wald zu gehen. Ich hatte eine seltsame Angst vor Pilzen. Ich kann nicht erklären, warum, aber wenn ich welche sehe, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Doch das, was im Wald wartete, war viel schlimmer. Im Tor vor dem Wald waren sonst immer fröhliche Leute, die davon sprachen, wie schön es im Wald wäre und dass es gefährlich wäre, aber als wir dort ankamen, war niemand da.

Wir kümmerten uns nicht weiter darum, während wir das Tor durchquerten und den Wald betraten. Anstatt, dass uns schöne grüne Bäume willkommen hießen, wehte uns ein Geruch nach Tod entgegen und der Himmel war blutrot. Zwar gab es nirgendwo tote Körper, aber auch keine Trainer, Leute oder Pokémon. Hier war nichts. Als wir tiefer in den Wald gingen, entdeckten wir den Hut eines Käfersammlers. Wir gingen zu ihm um ihn genauer zu untersuchen, doch als wir ihm näher kamen, brachte etwas, das aussah wie ein Arm, ihn tiefer in den Wald. Ein wenig verängstigt folgten wir ihm, bis wir vor einer Höhle standen. Niemand von uns konnte sich an eine Höhle in diesem Wald erinnern, also beschlossen wir, sie zu erkunden. Beim Inspizieren der Höhle fanden wir in den Wänden seltsame Zeichen; als ob sie ein Grafikfehler wären.

Wir dachten, dass MissingNo. dahinter steckte und erkundeten die Höhle weiter, bis wir Leichen entdeckten. Wir konnten nicht erkennen, welche Pokémon sie einmal gewesen waren. Das Blut der  zerfleischten Teile machte sie unkenntlich und der Gestank war so furchtbar, dass wir ihn nicht lange ertragen konnten. Daisy (Blaus Schwester, aber ich nenne sie von jetzt an Daisy) wurde übel und ich, ein Fan von Creepypastas, konnte es gerade so ertragen. Aber als wir versuchten umzukehren, hielt uns ein seltsamer Zwang zurück.

Daisy bekam Panik. Diese Blockade und die Tatsache, dass wir gefangen waren und der einzige Weg hier raus zu kommen war, durch all diese Leichen zu gehen, halfen ihr auch nicht. Wir mussten weitergehen. Zwischen den toten Pokémon, von denen eines aussah wie ein geschlachtetes Pikachu, Daisy’s Lieblingspokémon, entdeckten wir auch menschliche Teile.

„Rot“, stammelte sie. „Was passiert hier?“

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte; ich zehrte von der Ungemütlichkeit dieses Ortes, der voll war von Blut und Körpern.

„ROT!“, schrie sie, als ich, wie in Trance, weiterging. Ich dachte nach wie vor, dies wäre nur ein seltsamer Traum und wir müssten einfach weitergehen, bis wir aufwachten. Mit kalter Stimme sagte ich: „Es tut mir leid. Wir müssen weitergehen… Ich habe ein schlechtes Gefühl an diesem Ort.“

Sie sah mich an, als sei ich nach all diesen Ereignissen wahnsinnig geworden. Natürlich war es eigenartig. Aber hier waren nur tote Wesen, also mussten wir weitergehen, bis wir einen Ausgang gefunden hatten.

Der Ort, an dem wir hinauskamen, war sehr merkwürdig. Es sah aus, wie ein Ort, von dessen Existenz ich wusste, aber wir durften ihn nie betreten. Es war immer noch dunkel, obwohl wir stundenlang in der Höhle herumgeirrt waren. Da sahen wir die Umrisse einer Person. Es war Bill, aber er war anders. Er grinste sonderbar, wie alle in Vertania City, und er hielt etwas hinter seinem Rücken. Wir waren in Bills geheimen Garten.

KAPITEL 6: BILLS GEHEIMNIS?

Als wir zu ihm gehen wollten und ihn fragen wollten, was hier passiert, wurde ich angerufen. Es war Professor Eich. Er wollte mich warnen. Alabastia wurde angegriffen. Alle waren tot oder zu Sklaven gemacht worden. Er konnte den Angreifer aus seinem Labor halten, aber die Wände verschwanden bereits vor seinen Augen und er wollte Rot warnen, bevor es zu spät war.

„Rot. Rot! Bist du da?“, schrie er.

„Ich bin hier, Professor“, antwortete ich und behielt Bill im Auge. Ich traute ihm nicht. „Rot, wo bist du? Bring dich in Sicherheit! Alabastia ist zerstört. Wir sind -“ Das Signal verschwand für eine Sekunde.

Ich sah Bill näher kommen, aber ich konnte ihn immer noch nicht klar erkennen. Das Signal kam zurück. „Rot, du musst von dort verschwinden, wo immer du bist!“, schrie der Professor. „Die Welt wird „sein“ Sklave! Verschwinde von -“ Das Signal riss ab und als es wiederkam, erblickte ich einen blutüberströmten, toten Professor Eich. Vor Schreck ließ ich meinen Com-Boy fallen und konzentrierte mich auf Bill. Ich erschrak.

KAPITEL 7: FÜR IMMER ALLEIN?

Bill schlitzte Daisy’s Kehle auf. Blut spritzte aus ihrem Hals in alle Richtungen. Er lächelte immer noch unheimlich, aber nun stand er im Licht und ich konnte ihn erkennen. Sein halbes Gesicht war verglitcht und seine Augen waren feuerrot.

Während ich dort stand, unfähig, mich zu bewegen, wurde sein Arm zu einer Klaue, und er schlug sie direkt durch ihren Brustkorb. Blut spritzte um mich herum. Als ich mich von meinem Schock erholt hatte, rief ich Zilver, das Glumanda. Aber was es sah, war zuviel für es. In ihrem letzten Todeskampf, oder beim Versuch mich zu retten, ließ Daisy ihren Pokéball fallen und Schiggy kam heraus. Es war zornig und wollte Rache für ihren Tod.

Schiggy und ich versuchten gegen Bill zu kämpfen. Mit einer Aquaknarre lenkten wir ihn ab und rannten an ihm vorbei, bis ein Loch in der Welt uns aufhielt. Der zerstörende Effekt des Glitch-Pokémon hatte es geschaffen.

Ich befahl Schiggy eine Aquaknarre; ein verzweifelter Versuch an sein Messer zu gelangen. Bill warf einen Pokéball und ein Tauboss erschien. Es schien traurig zu sein. Traurig, dass sein Trainer nicht mehr er selbst war. Bill kämpfte hart und ich hatte keine Chance. Schiggy war kurz davor, ohnmächtig zu werden. Aber als alles verloren schien wandte sich das Tauboss gegen seinen Trainer. Es konnte seinen grausamen Befehlen nicht mehr folgen. Bill war nicht mehr Herr über sich selbst.

Tauboss setzte Aero-Ass gegen Bill ein und zwang ihn so, sein Messer fallen zu lassen. Ich nutzte meine Chance und griff das Messer. Ich wollte ihn töten. Ich wollte all dies ein für alle Mal loswerden.

KAPITEL 8: ENDE?

Als ich ihn niederstechen wollte, wurde ich wieder durch den Zwang aufgehalten, ich konnte ihn nicht einmal berühren. Aber es war auch nicht mehr nötig. Der verglitchte Bill begann zu zerfallen. MissingNo.s Effekt forderte seinen Tribut. Erleichtert, dass es vorüber war, sah ich nach Daisy. Sie hatte zu viel Blut verloren und ihre Wunden waren tödlich gewesen. Sie war tot. Ich konnte nichts mehr für sie tun. Schiggys Gesicht war voll von Trauer und es begann zu weinen. Auch Tauboss trauerte um seinen Trainer, Bill. Er war ein guter Trainer gewesen, bevor all dies passierte.

Ich sagte, wir müssten weitergehen. Tauboss wandte sich von dem zerfallenden Bill ab, aber Schiggy wollte bleiben. Aus Respekt vor seiner Trainerin. Ich kletterte auf Tauboss um nach Blau zu suchen, der einzige, der die Welt noch retten könnte. Wir flogen zu den Top 4, aber alles was wir fanden, waren Leichen. Jedes einzelne Mitglied war abgeschlachtet, getötet und zerfetzt worden. Auf dem Indigo Plateau war ein gewaltiges Blutbad angerichtet worden. Schließlich kamen wir in den Raum, in dem man normalerweise gegen Blau um den Titel des Champs kämpfte.

Tauboss, Glumanda und ich gingen zu der Person, die im Raum stand, ein Weinen erfüllte ihn. Es fühlte sich an, als würde es durch Stahl schneiden. Hohe Töne, vermischt mit dem Weinen. Je näher wir ihr kamen, desto fremdartiger wurde es. Die Welt hatte zu zerfallen begonnen, als wir die Person erreichten, die weinend auf dem Boden kauerte.

Glumanda wusste nicht, wo es sich verstecken sollte. Es verkroch sich hinter mir, als ich die Person fragte: “Ist alles in Ordnung?“ Die Person stand auf.

„Ja“, schluchzte die Person. „Und weißt du, warum?“

„Nein…“, antwortete ich.

Er drehte sich um. Es war Blau. Dort, wo seine Augen hätten sein sollen, war nur etwas, das wie ein Pixelhaufen aussah. Statt Tränen rann Blut sein Gesicht hinunter und aus seinen Augenhöhlen kam Rauch.

„Weil ich sie getötet habe! Ich habe sie alle getötet!“, rief er mit einem wahnsinnigen Lachen. „Und du bist der Nächste!“

Ich bekam Panik und wollte Glumanda nehmen und auf Tauboss springen, um zu fliehen, aber als ich mich umdrehte war Glumanda erwürgt und Tauboss… nichts als Fetzen… Meine letzten Freunde in dieser Welt. Tot. Und ich würde ihnen bald folgen…

Etwas schlug mich nieder. Als ich aufwachte lag ich in einer Blutlache. Ich war zwar lebendig, aber auf einer Art Folterinstrument festgeschnallt. Zwei Wesen begrüßten mich: Blau, tot, und MissingNo..

„Warum hast du mich gefangen?“, sprach MissingNo.. „Du hast mich gezwungen, in dieser Welt zu leben. Du hast mich gezwungen, zwischen all den Kreaturen zu leben, zu denen ich nicht gehöre. Du hast mich gezwungen zu leben.“

„WARUM TUST DU MIR DAS AN?“, schrie ich. „Du hast mich gezwungen, in einer Welt zu leben, in die ich nicht gehöre; ich war hier nicht vollständig. Jetzt zwinge ich dich, in meiner Welt zu leben.“ Es verwandelte sich und wurde zu Rot´s Mutter, sie grinste boshaft. „Ich habe dich hierher gebracht.“ Es wurde zu Professor Eich. „Alles ist eine Lüge…“ Nun verwandelte es sich in Daisy. „Ich… Ich bin eine Lüge.“ Es wurde wieder zu dem Datenhaufen, der es wirklich war. „Und weißt du, was das Beste ist? Hehehee… Bald wirst auch du nichts als eine Lüge sein.“

Plötzlich spürte ich ein reißendes Gefühl, als ob meine Haut von den Knochen gezogen würde. Blut lief aus den frischen Wunden, die nun über meinen ganzen Körper verteilt waren. Ich schrie. MissingNo. lachte. „Eine Lüge! Eine Lüge! Hehehe, EINE LÜGE!“

Ich erwachte in meinem Bett, in meinem Zimmer, unversehrt. Unten hörte ich Leute weinen. Ich ging hinunter, um nachzusehen und sah meine Eltern. Sie weinten über einem Bild von mir. „Mutter?“, sagte ich. Meine Mutter drehte sich um, sie war überglücklich, und weinte immer noch.

„Wo warst du? Du warst tagelang verschwunden!“, schluchzte sie.

„Ich weiß es nicht, Mutter… Ich weiß es nicht.“ Später, als ich mich bettfertig machte, blickte ich in den Spiegel. Kein Spiegelbild. Ich rieb mir die Augen und da war es: Mein Spiegelbild. Ich wurde ruhiger. Bis ich die Narbe auf meinem Körper sah.

Die Narbe formte zwei Wörter: „EINE LÜGE“.

Ich fing kein MissingNo. mehr. Nie wieder.

Übersetzer: anonym (Bisa-Board)

Original: http://creepypasta.wikia.com/wiki/A_Day_in_a_Pokemon_World_Full_of_Horror


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Verfasst 6. November 2012 von Icebird in category "Eigenartiges & Unbekanntes

7 COMMENTS :

  1. By MissingName on

    Tja ICh wollte zwar noch schlafen aber das hat sich auch erledigt xD
    Aber ne super Pasta!Spannend und Kreativ und sogar über Pokemon :D

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  2. By Sulfuron on

    Die Pasta ist richtig gut , sehr gelungen . aber ist er den jetzt wieder in der realen welt oder ist er eine „lüge“?

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  3. By Ruby on

    die story ist wirklich genial, auch wenn man sich über die kapitel setzung streiten könnte ^^.
    Aus dieser pasta muss mal ein Pokemon Hack gemacht werden!

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  4. By DasDickeLetsPlaylle65 on

    Ich hoffe irgendwann liest das mit n Spielentwickler und macht daraus mal n Game. Gott ist die Story genial!

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  5. By V.I.N. on

    Reeeespekt, super Übersetzung von einer tollen Paste über Pokemon. :D
    Sonst mag ich keine Pokemonpasten, aber die war hammer. :O

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