Juni 24

Feuer

Ich kann den metallenen Geschmack von Blut in meinem Mund schmecken. Wie es von der klaffenden Wunde an meinem Haaransatz hinab rinnt. Mit jedem Atemzug inhaliere ich heiße Asche. Mein Hals ist trocken und heiß. Die Luft um mich herum verbrennt mir fast die Haut, beißt bösartig an meinen offenen Wunden und Kratzern. Bereits vor einer Weile habe ich aufgehört zu zittern. Nun sind meine Hände ruhig. Ich bin vor Angst steif gefroren. Vermutlich gebe ich zu früh auf, aber mir fällt nichts mehr ein was ich tun könnte. Ich habe keine Ideen mehr.
Tief im Schatten eines schmalen Durchganges kann ich glühende Augen sehen. Ich vermeide direkten Augenkontakt, und schließe meine Augen. Als ob es mich retten würde nicht hinzusehen. Wenn ich sie nicht sehen kann, können sie mich nicht sehen. Ich denke zu kindisch. Aber ich schließe meine Augen fester, versuche mir glücklichere und friedvollere Orte vorzustellen. Die kalte Wand hinter mir ignorierend, die Verbrennungen auf meiner Haut und in meinem Rachen, die Augen die auf mich warten.

Ich halte meine Augen geschlossen, und tue so, als ob ich weit weg wäre. Ich weis es ist umsonst. Aber vielleicht kann ich noch ein paar Sekunden Frieden haben bevor…

Ich wurde zurückgebracht, auf den schmalen, verrußten Durchgang von einem Grollen und drängender heißer Luft. Fast springe ich, aber ich konnte mich noch fangen. Ich will ihm nicht die Befriedigung lassen zu wissen, dass ich Angst habe, auch wenn es das vermutlich riechen würde. Es hört sich bereits sehr nahe an, Ich öffne meine Augen nicht.

„Bitte sieh mich an“ säuselte es, sein Ton – ekelerregend höflich, „Es macht keinen Spaß, wenn ich das Licht deiner schönen Augen nicht sehen kann.“ Seine angesengte Hand bewegte sich unter mein Kinn, wärend es mit seinem Daumen leicht meine Wange berührt. Aber anstatt von den Flammen angeweht zu werden, glühe ich. Der direkte Kontakt lässt die Hitze durch jeden einzelnen Nerven in meinen Körper sickern, lässt mich mit dem Schmerz mit zittern. Ich fühle mich, als würde ich lebendig verbrennen. Ich will schreien, aber meine Lippen bleiben verschlossen. Wenn ich versuche mich zu befreien wird der Griff fester, sicherlich hinterlässt es weitere Flecken zu meinen Verbrennungen.

Mein Augen öffnen sich unfreiwillig um das Gesicht zu finden, das sich unmittelbar vor Meinem befindet. Seine furchtbaren Eigenschaften kombiniert mit einem üblen Grinsen. Ich schrecke nicht zurück. Ich stehe in Ruhe da und warte ab, mein Körper voll mit Schmerz. Seine unnatürlich schwarzen Augen hefteten an meinen, was sich wie eine Ewigkeit anfühlte, bevor sein Mund sich in ein sadistisches Grinsen weitete und seine Hand zu meinem Hals wanderte, flammen mit mir im Gefolge.

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Übersetzer: Manca

Korrekturleser: dannyk96

Original: http://www.creepypasta.org/creepypasta/fire-2#read




Verfasst 24. Juni 2016 von dannyk96 in category "Morde & Tode