November 11

Hähnchen Abendmahl

Eine Mutter und ein Vater entschieden sich, eine Pause einzulegen, da sie schon lange keine gemeinsame Zeit mehr verbrachten, seit der Geburt ihres Sohnes Toby. Sie wollten mal eine Nacht alleine sein, fein ausgehen, ein Kinofilm vielleicht und eine Flitterwochen-Suite, um Toby womöglich einen kleinen Bruder oder eine kleine Schwester zu schenken. Sie riefen ihre vertrauenswürdigste Babysitterin an, welche jedoch leider für diesen Abend schon anderweitig eingesetzt wurde. Doch sie empfahl einen ihrer besten Freunde, Opal, bei der sie schwören konnte, dass sie vertrauenswürdig genug wäre. Sie unterhielten sich mit der neuen Babysitterin und waren damit einverstanden, dass sie um nicht später als 6:30 Uhr abends ankommen sollte, damit die Eltern mehr von ihrer gemeinsamen Zeit nutzen könnten.

Als die Eltern bereit waren, die Stadt unsicher zu machen, liegt Toby im hinteren Bau des Hauses auf dem Boden, während er auf seinem Beißring beißt. Kurz nach 18:20 Uhr ging der Vater die geöffnete Haustüre entlang und erblickte eine ältere Frau, die in einem Schaukelstuhl sitzend den Kleinen beobachtete, mit dem Rücken zur Haustüre. Der Vater hatte sich leicht erschrocken, da seine Frau ihm nicht Bescheid gesagt hatte, dass die Frau schon da wäre. Er sprach zu ihr, als er im Spiegel seine Krawatte zurecht machte. 

„Oh, es tut mir leid, ich habe Sie nicht herein kommen hören. Wir schätzen das sehr, dass Sie so kurzfristig einspringen konnten. Meine Frau hat etwas Hähnchen in den Ofen gemacht. Die Nummern für das Restaurant und das Hotel liegen auf den Tresen, falls Sie uns erreichen müssen. Wir werden etwas morgen früh um 9 Uhr wieder zurück sein. Tschüss Toby, ich hab‘ dich lieb.“

Er hastete den Gang herunter, als seine Frau die Treppen hinab stieg und ihn fragte: „Was hast du gesagt, Liebling?“

„Oh, gar nichts. Ich habe der Babysitterin nur ein paar Anweisungen gegeben, doch wir sollten uns jetzt lieber beeilen, um unsere Reservierung wahrnehmen zu können“, antwortete er, als er sich seinen Mantel schnappte und die Haustüre aufschloss.

Sie waren sich beide sicher, dass dies ihre beste Nacht seit langem werden würde. Die Frau hatte kurz nach ihrer Ankunft im Hotel leichte Zweifel, als sie zuhause anrief und niemand abnahm. Ihr Ehemann beruhigte sie und brachte sie ins Bett, ihren Nacken küssend.

„Mach dir keine Sorgen, Schatz. Sie ist eine ältere Frau und es ist fast 10 Uhr, sie müsste schon längst schlafen, nachdem sie Toby ins Bett brachte.“

Am nächsten Tag fuhren sie nach einem köstlichen Frühstück wieder nach Hause und fanden eine Notiz an ihrer Haustür. Darauf stand:

„Ich war um Punkt 6:30 abends da, wie vereinbart, doch niemand war zuhause.

Falls Sie andere Pläne hatten, wäre ich Ihnen sehr verbunden gewesen, mich diesbezüglich zu informieren.

Opal“

Der Ehemann schaute seine Frau verwirrt an, als jene ihre Hand vor ihr Gesicht machte und kreidebleich wurde. Sie schlug die Türe auf und schrie nach ihrem Sohn. Es gab keine Antwort, im Grunde gab es im Haus keine Geräusche, nur der Gestank eines verbrannten Fleisches. Sie hastete die Treppen hoch, während ihr Ehemann nach hinten ins Haus rannte und in der Küche viel Rauch erblickte. Er schaltete den Ofen aus und benutzte Topflappen, um den schwelenden Topf oder auch verschmortes Fleisch herauszuholen, um es dann in das Abwaschbecken zu legen. Seine Frau betrat die Küche, während sie in ihre Hände „Er ist nicht hier! Toby ist weg! Sie hat ihn mitgenommen!“ schrie.

Ihr Ehemann nahm sie dann in seine Arme, während sie weinte. Das war der Moment, als er auf dem Deckel des Mülleimers Blut bemerkte. Sein Magen verdrehte sich, als er seine Frau losließ und zum Mülleimer lief. Er atmete tief aus, als er bemerkte, dass es nur das Hähnchen war, was seine Frau zubereitete. Dann riss er seine Augen plötzlich weit auf, als seine Frau unerwartet einen ohrenbetäubenden Schrei von sich gab. Als er sich zu ihr drehte, erblickte er auf dem Grund des offenen Ofens die geschmolzenen Überreste des Beißrings.

Original: http://www.creepypasta.com/chicken-dinner/


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Verfasst 11. November 2012 von Icebird in category "Morde & Tode

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