September 27

Ich schlafe nicht mehr

Eines Sonntagnachts hatte ich einen Traum, in dem ich wusste, dass ich schlief. Ich stand außerhalb meines Hauses, während es sturzflutartig regnete und ich dachte, dass ich wohl ins Haus gehen musste, um aufzuwachen. Ich erreichte die Haustüre und legte meine Fingerknöchel auf das Türfenster, bereit, zu klopfen. Ich wusste, dass mich meine nächste Aktion näher zum Bewusstsein führen würde. Als ich an der Türe klopfte, war der dröhnende Ton so laut, so angsteinflößend und so real, dass ich davon sofort aufwachte.

BANG BANG BANG

Ich sprang sofort auf und wollte hören, ob noch ein weiteres Mal geklopft wird. Mir war brennendheiß, ich schwitzte reichlich und mein Herz schlug so heftig, dass ich nicht den Unterschied zwischen dem Klopfen an der Türe und mein lautschlagendes Herz erkennen würde. Als ich mich wieder beruhigte und realisierte, dass die Möglichkeit, dass gleichzeitig in meinem Traum und in der Wirklichkeit geklopft würde, erheblich gering war, ergo schlief ich wieder ein. 

Am Montag, in der folgenden Nacht, hatte ich denselben Traum. Wieder stand ich außerhalb des Hauses im Sturzregen, intensiv mein Haus anstarrend. Langsam ging ich auf meine Haustüre zu, dieses Mal war sie geöffnet. Ich ging hinein und lief direkt in die Küche. Ich öffnete die Besteckschublade und zog das größte Fleischmesser hervor, das ich habe. Ich schaute mein Spiegelbild auf der Klinge des Messers an.

Wenn du lange genug deinem Spiegelbild tief in die Augen blickst, wirst du schlussendlich bemerken, dass dich jemand anschaut. Du weißt, dass es nur dein Spiegelbild ist, aber für den Bruchteil einer Sekunde vergisst du das und wirst selbstbewusst, als wäre jemand anderer hinter deinen Spiegelbildaugen. Ich musste keine Sekunde mein Spiegelbild auf der Klinge des Messers sehen, als ich realisierte, dass mich jemand zurück anstarrte. In dem Moment, als ich bemerkte, dass jemand anderes mein Grinsen in dem Spiegelbild trug, schlug ich mit dem Messer zu.

Und wieder erwachte ich scheißbadend aus meinem Traum. Das Geräusch des metallischen Klirrens des Bestecks, als es abrupt auf den Boden fiel war so scharf und kristallklar, es konnte kein Traum gewesen sein. Ziemlich eingeschüchtert dieses Mal, ging ich die Treppe hinab in die Küche. Ich war halb im Schlaf und musste es überprüfen. Ich öffnete die Besteckschublade. Ich war froh, das Messer noch in der Schublade zu sehen. Ich schloss es und ging zurück zu Bett. Dieses Mal hatte es ein wenig länger gedauert, aber ich schlief wieder ein.

Dienstagnacht begann mein Traum mit dem Grinsen im Spiegelbild. An dem Blick der Augen konnte ich sagen, dass der Mann im Spiegel wusste, dass er zu jemandem zurückschaute, der verwirrt und ängstlich war. Ich sah, wie ich selbst auf die Spiegelung des Messers schaute, während ich im Regen außerhalb des Hauses stand. Die Haustüre war wieder geöffnet. Ich lief in das Haus, schnurstracks die Treppe hinauf in mein Schlafzimmer. Ich schaute auf das Bett und sah, wie jemand darin schlief. Ich war es.

Ich wusste, was ich tun würde, aber ich wusste auch, dass ich mich nicht selbst aufhalten könnte. Stattdessen dachte ich stets an die Worte: „Wach auf“. Meine Emotionen waren in zwei Extreme gespalten. Ich war geschockt, aber gleichzeitig war ich auch ziemlich erregt und scharf darauf, jemanden zu töten. „WACH AUF!“

Urplötzlich erwachte ich und stand auf. Ich war total in Schweiß gebadet, mir war brennendheiß, aber ich war auch froh, niemandem mit einem Messer vor mir zu sehen. Es dauerte ein paar Sekunden bis ich  bemerkte, dass ich etwas Scharfes in meiner Hand hielt. Ich wusste was es war, bevor ich nach unten schaute und mein Spiegelbild darin sah. Es war das Fleischmesser, doch dieses Mal schaute das Spiegelbild verängstigt und schockiert drein.

Ich schlafe nicht mehr.

Original: http://www.creepypasta.com/i-dont-sleep-anymore/


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Verfasst 27. September 2012 von Icebird in category "Träume & Wahnsinn

8 COMMENTS :

  1. By fuckinglol on

    Schon geil :D Erinnert mich wegen dem Grinsen immer an den guten,alten Jeff ^^

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