September 28

Willkommen in der Dunkelheit

Ich bin in einem Alptraum gefangen.

Um mich herum ist alles dunkel. Auch wenn dort neben mir eine Lampe scheint, engt mich die volle Dunkelheit komplett ein. Ich habe mich in meinem Leben noch nie so isoliert gefühlt, jedenfalls nicht das ich wüsste…

Ich weiß, dass ich nicht alleine bin.

Draußen steht die Sonne hoch am Himmel. Sie spottet über mich. Mokiert über mich. Ich sehe, wie sie am Himmel scheint, aber irgendwie ist es immer noch dunkel. Ich kann so gut wie gar nichts erkennen, nicht weiter als 5 Fuß von mir entfernt. Es ist mehr ein Fluch als ein Segen. Das Licht glüht, aber leuchtet nichts aus. Ich kann nur schwer die Bewegung von Etwas erkennen, das auf vier Beinen vor mir ist. 

Ich weiß nicht, wohin ich rennen soll. Ich habe keinen Orientierungssinn. Ich bin vollkommen verloren. Ein Gefühl der kompletten Hilflosigkeit umgibt mich. Ich wünschte, ich wäre diesen Morgen nie aufgewacht.

Gefangen in der Vergessenheit. Es wiederholt sich immer wieder in meinem Kopf. Ich höre, wie Krallen nicht weit weg von mir auf den Gehsteig kratzen. Ich wanderte weiß Gott wie lange schon hier draußen umher, so gut wie meinem Tod ins Auge blickend. Meine einzige Hoffnung ist, dass das mich beobachtende Ding, was auch immer es ist, es schnell hinter sich bringen und mit mir kurzen Prozess machen wird.

Es scheint, als stecke ich in einer Sackgasse. Fußschritte hallen hinter mir. Als ich mich umdrehe, kann ich nur zwei lumineszierend leuchtende, rote Augen erkennen. Ich dachte, ich konnte nicht noch mehr Angst bekommen, als ich es ohne hin schon hatte. Mein Herz schlägt so schnell, dass sich mein Körper heiß anfühlt.

Näher. Es kommt näher und näher, mich anfauchend, als es etwas hervorbringt, was wie seine Zähne aussehen. Etwas tropft aus seinem Schlund. Schlussendlich steht es vor mir und ich weiß, dass mein Ende sehr nah ist.

Das Biest springt nach vorne und hält mich in einer gottesähnlichen Pose. Kaltes Blut läuft über meinen Nacken, das meinen überhitzten Körper abkühlt. Der Schmerz ist unbeschreiblich, aber ich bin mir immer noch sicher, dass es ziemlich bald vorbei sein wird. Ich halte meine Augen fest geschlossen, meine Zähne mahlen, als ich versuche, das Geräusch meines abreißenden Fleisches zu ignorieren.

Plötzlich springe ich vorwärts, meine Augen immer noch geschlossen. Es bleibt nur noch ein Bruchteil des Schmerzes übrig und ich fühle einen mir bekannten Stoff an meiner zusammengeballten Faust. Es ist meine Decke. Endlich kann ich meine Augen öffnen. Es ist immer noch Nacht, aber ich bin so froh, dass ich mir dieses Erlebnis nur eingebildet habe. Ich schalte die Nachtlampe neben mir ein, begierig darauf, erneut in Licht zu baden.

Mein Herz rutscht mir in die Hose. Die Lampe glüht, aber mein Zimmer ist immer noch dunkel.

Ich bin in einem Alptraum gefangen.

Original: http://www.creepypasta.com/willkommen-zu-der-dunkel/


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Verfasst 28. September 2012 von Icebird in category "Träume & Wahnsinn

2 COMMENTS :

  1. By Inuyasha&Creepypasta-FAN17 on

    o.O oh mein Gott. ich glaube, so etwas hatte ich auch mal für 1 tag. ich konnte nix sehen.

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